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Geschaffen für den Wandel

Neubau eines Universitätsgebäudes in Bielefeld
Geschaffen für den Wandel

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Um den Hochschulbetrieb der Universität Bielefeld während Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude aufrecht zu erhalten, entstand als Ersatzneubau das „Gebäude X“. Dortige Ausweichflächen sind unmittelbare Voraussetzung für die Modernisierungsmaßnahmen am Hauptbau. Eingebaut wurden unterschiedlichste Decken mit verschiedenen Funktionen.

Dipl.-Ing. Nikolai Ziegler

Darüber hinaus soll das Gebäude zukünftig als Verbindungsglied zum neuen Campus Nord dienen. Für die Architektur, als auch den Innenausbau, stellt ein solch flexibler, wie intensiver Nutzungswunsch besondere Herausforderungen dar.
Das Ziel ist klar formuliert: attraktive Forschungs-, Lehr-, Studien- und Arbeitsbedingungen. Gültigkeit soll diese Anforderung jedoch gleich zweifach besitzen: Nach diesem Leitbild soll sowohl der inzwischen 40-jährige Hauptbau der Universität Bielefeld saniert werden als auch das Ausweichquartier „Gebäude X“ errichtet werden. Die Planung jenes Neubaus übernahm das Büro agn – Niederberghaus & Partner aus Ibbenbüren. Im Herbst 2013 schließlich wurde der Bau am nordwestlichen Rand des Universitätsgeländes fertig gestellt. Maßstäblich und selbstbewusst fügt sich der Neubau in die hier vorhandene Parkhausspange. Mit 200 m Länge auf 80 m Breite erreicht das Gebäude eine Nutzfläche von über 27 000 m². Neben den Fakultäten für Soziologie und Geschichte sowie den zugehörigen Fachbibliotheken, die mehr als 600 000 Bücher und Zeitschriften umfassen, sind in „Gebäude X“ acht Hörsäle und 21 Seminarräume untergebracht. Auch die Mensa mit einer Kapazität von 1 900 Sitzplätzen ist in den neuen Baukörper integriert.
Architektonische Gliederung
In seiner Grundstruktur gliedert sich das „Gebäude X“ folglich in einen zweigeschossigen Sockelbereich mit öffentlichen Nutzungen, der durch mehrgeschossige Aufbauten überlagert wird, in denen sich die unterschiedlichen Fakultäten befinden. Diesbezüglich erklären die Architekten:
„Prägnanz und Mehrschichtigkeit sind Strukturidee und übergeordnetes Leitbild! Differenzierte Volumen spiegeln das heterogene Raumprogramm wider.“
Als kommunikatives Zentrum der Anlage dient der Eingangsbereich. Er bietet Identität und Orientierung. Entlang seiner Längsachse durchzieht eine Erschließungsmagistrale das gesamte Gebäude. Daran wechselseitig angebunden befinden sich die jeweils eigenständigen Fakultätseinheiten.
Sowohl Blickbeziehungen entlang der Erschließungsachse als auch in die Innenhöfe fördern den Austausch von Studierenden und Lehrenden der unterschiedlichen Fakultäten. Die vierflügeligen Fakultätsbauten bestehen aus zwei unterschiedlichen Raumtiefen. Während die drei Außenflügel jeder Einheit 13,50 m erreichen, gliedert sich der vierte, zur Magistrale orientierte Flügel mit einer Tiefe von 8,10 m in die Erschließungsachse ein. Als Nahtstelle zwischen Baukörper und Außenraum bindet die durchlaufende Mensaterrasse den angrenzenden Campus an. Die Fassade der Fakultätsbereiche versteht das Architektenteam als Interpretation und Transformation der Fassaden des Hauptgebäudes. Der transparente Fassadenanteil von 42 % verhindert gemeinsam mit einem außenliegenden Lamellensonnenschutz den Wärmeeintritt ins Gebäude.
Leistungsfähiger Innenausbau
Neben der Architektur selbst muss auch der Innenausbau eines intensiv frequentierten Gebäudes besondere Anforderungen erfüllen.
Speziell der Konstruktion und Gestaltung sämtlicher Decken kommt dabei
eine maßgebliche Bedeutung zu, da diese Bereiche als Funktionsflächen genutzt werden können.
Für eine angenehme Raumakustik in den Fluren des EG wurden die Deckenflächen mit der akustisch wirksamen Bandrasterdecke aus Mineralfaser „Rockfon sonar“ von Rockwool verkleidet. Die Plattendicke von 40 mm und die hohe Schallabsorption der Sonar Activity mit Schallabsorptionsklasse A ermöglicht eine direkte Anbringung an der Betonscheibe. Somit bleibt die maximale Deckenhöhe erhalten. Durch die Oberflächenveredelung eignet sich „Rockfon sonar“ sowohl zur Trocken- und Feuchtreinigung als auch zur Nassreinigung und erfüllt die Anforderungen an die Reinraumklasse ISO 5.
In den Fluren der Obergeschosse kamen „Langfeldrasterdecken mit Lochung“ aus Metall von Lindner zum Einsatz. Bandrasterdecken dieser Art bieten aufgrund ihrer richtungsbetonten Formate besonders vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Für größere Flächen wie die Flure der Haupterschließung sowie der Hörsäle wurden ansteigende, gefaltete „Gipskarton-Abhangdecken“ mit Akustik-Quadratlochung 8/18 Q, ebenfalls aus dem Hause Lindner, verbaut. Um die 20 mm starke Oberfläche mit einem Lochflächenanteil von 19,8 % zu stabilisieren, enthalten die Platten neben Vlieskaschierungen zusätzlich Mineralfasereinlagen.
Ein innovatives und leistungsfähiges Deckensystem findet sich in sämtlichen Räumen mit besonders anspruchsvollen Geräuschbelastungen. Um die Akustik in der Mensa, den Bibliotheken und Hörsälen zu kontrollieren, wurden vertikal abgehängte Deckensegel montiert. Diese aus gepresster Mineralwolle bestehenden Akustik-Baffeln „Rockfon Contour“ von Rockwool weisen besonders hohe Schallabsorptionseigenschaften auf. Darüber hinaus ermöglicht das System den ständigen und freien Zugang zur Decke. Bei Räumen, in denen das Raumklima durch eine Betonkernaktivierung gesteuert wird kann mit Rockfon Contour sowohl die Akustik verbessert werden als auch die Luft weiterhin ungestört um thermisch aktivierte Bauteile zirkulieren.
Die Decken der Küchen und Essensausgaben bildet ein ebenfalls sehr leistungsfähiges System. Als raumabschließende Systemdecke sind hier mechanische Be- und Entlüftungsanlagen montiert. Die Decke „Intec“ des Herstellers Oetjen vereint Aerosolabscheider, Zuluftdurchlass, Drainageeinrichtung und Beleuchtung zu einer funktionalen Lüftungsdecke. Das System eignet sich besonders für Räume mit hohem latentem Wärmeanteil zur Abscheidung von Feuchtigkeit und Fett aus Küchendunst und Wasserdampf. Die konkav gewölbten Deckenkassetten aus Aluminium mit Formschlussverbund bilden gemeinsam mit den Drainageprofilen hochwirksame Filter und erfassen den Thermikstrom direkt über den Entstehungsstellen. Die Verdrängungsluftdurchlässe für die Zuluft werden innerhalb des Deckenrasters eingesetzt und bringen frische Luft zugfrei in die Küche ein.
In der Tiefgarage finden sich die magnesitgebundenen Mineralwolle-Mehrschichtplatten „Tektalan“ von Knauf Insulation als deckenbildendes Element zum Wärme-, Schall- und Brandschutz.
Über die Verwendung und den Einsatz der unterschiedlichen Systeme bemerkt der Projektleiter Wolf Bartuszat: „Weder Architekten noch Ingenieure sind heute in der Lage, ein Projekt allein erfolgreich zu planen und umzusetzen. Ihre Bereitschaft zu Dialog und Kooperation ist Voraussetzung für den gemeinsamen Erfolg.“
Architekten: agn Niederberghaus & Partner, Ibbenbüren


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