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Trockenestriche im Holzbau
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Wirtschaftliche Verarbeitung und schnelle Nutzbarkeit spielen auf Baustellen mehr denn je eine Rolle. Dies bietet der moderne Holzbau dank Vorfertigung und kurzer Bauzeit. Anachronistisch ist daher die immer noch gängige Praxis, Nassestriche in Holzgebäuden einzubauen. Dabei haben bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise über die Gesamtbauphase hinweg Trockenestrich-Systeme entscheidende Vorteile.

Anforderung:

Schneller und ausführungssicherer Bodenaufbau im Holzbau

Lösung:

Trockenestrich mit statischen Vorteilen durch geringes Gewicht und niedrige Aufbauhöhe


Tim Krapohl B.Eng. Produktmanager Bodensysteme & Holzbau, James Hardie Europe GmbH | be

Seit Beginn der 2000er Jahre gewinnt der Holzbau an Bedeutung, was auf das verstärkte ökologische Bewusstsein zurückzuführen ist. Diese Entwicklung hängt aber auch mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit des Holzbaus zusammen. Neben ökologischen Aspekten sind es demnach vor allem Argumente wie große Flexibilität bei Planung und Ausführung, hoher Vorfertigungsgrad und damit kurze Bauzeiten sowie sichere Fertigstellungstermine, die den Holzbau aus dem Nischendasein befreit haben.

Erfolgsfaktor trockener Ausbau

Die konsequente Fokussierung auf wirtschaftliche Vorfertigung der Elemente und schnelle Nutzbarkeit hat den Baustoff Holz auf die Erfolgsspur gebracht. Einen entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung hat der trockene Ausbau mit modernen Gipsbauplatten. So können etwa „fermacell Gipsfaser-Platten“ im Holzbau aufgrund ihrer hohen Stabilität sowohl tragend als auch aussteifend verwendet und zur Beplankung und Bekleidung von Bauteilen eingesetzt werden. Sie entsprechen zudem den Anforderungen der Baustoffklasse A2 und bieten entsprechend zuverlässigen und hohen Bandschutz und bringen natürlich keine zusätzliche Feuchtigkeit in die Konstruktion.

Umso weniger aber ist nachzuvollziehen, dass der Einbau von Nassestrichen in an sich trockenen Holzgebäuden immer noch gängige Praxis ist. Dies verzögert nicht nur die Fertigstellung. Die Kombination der unterschiedlichen Materialien sowie die Auffeuchtung der sonst trockenen Baustoffe sind auch Ursache für viele Probleme. Häufig werden die geringeren Kosten als ausschlaggebendes Kriterium für den Einsatz von Nassestrichen angeführt. Bauzeitverzögerungen durch die notwendige Berücksichtigung von Trocknungszeiten werden dabei als unabänderlich in Kauf genommen. Aber kann der reine Quadratmeterpreis tatsächlich der entscheidende Maßstab sein? Ein Blick auf die Gesamteinbauphase lohnt sich.

Zeitfaktor Trockenestrich

Schon wegen der einfacheren Verarbeitung bedeutet der Einsatz von Trockenestrich-Systemen einen nicht unerheblichen Zeitgewinn. Nassestrich wird angemischt, gleichmäßig auf entsprechend vorbereitetem Untergrund aufgebracht, anschließend abgezogen und geglättet. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Estrichschicht gleichmäßig dick ist, um etwaige Spannungen (Risse) zu vermeiden. Die Verarbeitung der fertig angelieferten und – je nach Anforderung – bereits werkseitig mit Dämmstoffen kaschierten Gipsfaser Estrich-Elementen dagegen ist deutlich unkomplizierter und erfolgt in nur drei Schritten: Verteilen, verkleben und verschrauben. Dabei können die Arbeiten sequenziell erfolgen. Arbeitsunterbrechungen, z. B. am Feierabend, sind möglich, wogegen herkömmliche Estriche direkt nach dem Mischvorgang verarbeitet werden müssen.

Der entscheidende Zeitvorteil aber ergibt sich daraus, dass ein Nassestrich zunächst trocknen muss, bevor er mit Fliesen, Naturstein, Parkett, Laminat, Teppich oder anderen Bodenbelagsarten belegt werden darf. Denn bei der Verarbeitung von herkömmlichen Estrichen wird viel Feuchtigkeit in den Bau eingebracht. Dies können beim durchschnittlichen Einfamilienhaus mit ca. 150 m² Wohnfläche bis zu 1200 l Wasser sein. Es dauert etwa vier Wochen, bis diese Menge verdunstet und der Estrich ausreichend getrocknet und durchgehärtet ist. Der Boden darf in diesem Zeitraum nicht belastet werden.

Beim Einsatz von Trockenestrichen dagegen wird keine zusätzliche Feuchtigkeit in den Bau eingebracht, wodurch auch keine zusätzlichen Messverfahren wie z.B. die CM-Feuchtemessung erforderlich sind. Nach der Verlegung von Trockenestrichen kann beinahe ohne Zeitverzug weiter gearbeitet werden. Die Estrich-Elemente sind unmittelbar nach der Verlegung begehbar und 24 Stunden später belegreif.

Ein weiterer Vorteil von Trockenestrichkonstruktionen mit Gipsfaser Estrich-Elementen sind die speziell auf einander abgestimmten Zubehörprodukte, welche ebenfalls keine Feuchtigkeit in das Bauvorhaben einbringen und ebenso wie die Elemente selbst innerhalb von 24 h belegreif sind. Mit „fermacell Gebundene Schüttung T“ z. B. steht ein Produkt für den schnellen, hochwertigen Höhenausgleich von Fußböden zur Verfügung, das ein breites Einsatzspektrum bietet und schon für Schütthöhen ab 10 mm verarbeitet werden kann. Bei der Verarbeitung müssen die Dämme nicht mehr antrocknen, sondern es kann direkt weiter gearbeitet werden.

Noch stärker schlägt der Zeitvorteil beim Einbau einer Fußbodenheizung zu Buche, die mittlerweile zum Standard im modernen Wohnungsbau gehört: Im Gegensatz zu dem bei Nassestrichen notwendigen und langwierigen Funktions- und Belegreifheizen – ein Prozess, der sich bei einem genau einzuhaltenden Aufheizprotokoll über sechs bis acht Wochen erstrecken kann – ist zum Beispiel beim Einbau von fermacell Bodensystemen nur ein Funktionsheizen notwendig.

Vermeidung von Folgeschäden

Abgesehen vom deutlich beschleunigten Bauablauf schont der Einsatz von Trockenestrichen speziell bei Holzbauten die Konstruktion und vermeidet die Auffeuchtung von sonst trockenen Baustoffen, die häufige Ursache für Riss- und Schimmelbildung ist. Gleichzeitig werden durch die Verlegung von Trockenestrichen Verformungen, die bei herkömmlich verlegten Estrichkonstruktionen häufig im Rahmen des Trocknungsprozesses auftreten, vermieden. Dabei kommt es zu einer Anhebung der Randbereiche – man spricht hier von Schüsselung der Fläche – und zu nachträglichen Randabsenkungen. In der Folge müssen Anschlussfugen neu verfugt werden, da andernfalls die Gefahr besteht, dass durch die Beschädigungen Ungeziefer oder Wasser – etwa beim Reinigen – eindringt oder sich auf Dauer z. B. Schimmel im Systemaufbau bildet. Bei der Verlegung von Trockenestrich-Systemen kommt es zu keinem Anheben der Ränder und dadurch tritt auch keine nachgelagerte Randabsenkung auf.

Niedriger Aufbau – statische Vorteile

Weniger im Neubau als vielmehr bei der Modernisierung machen sich die geringeren Aufbauhöhen bemerkbar. So geht beim Einbau von fermacell Bodensystemen nur wenig Raumhöhe verloren. Im Anwendungsbereich 1 etwa beträgt die Höhendifferenz zu herkömmlichen Estrichen 25 mm. Hier stehen 20 mm Trockenestrich einer Aufbauhöhe von 45 mm Nassestrich gegenüber. Im Anwendungsbereich 3 beträgt die Differenz sogar 45 mm. Hier können die Anforderungen bereits mit 25 mm dicken Gipsfaser Estrich-Elementen erfüllt werden, während bei Nassestrichen eine Aufbauhöhe von 70 mm erforderlich ist. Die geringeren Aufbauhöhen sorgen zudem dafür, dass Anschlüsse an vorhandene Bauteile problemlos erstellt werden können.

Gleichzeitig bringen Trockenestrich-Systeme im Vergleich zu herkömmlichen Estrichen deutlich weniger Gewicht auf die Waage und reduzieren so die Belastung der Rohdecke nachhaltig. Während bei fermacell Bodensystemen Flächengewichte von 23 kg/m² möglich sind, muss bei herkömmlichen Estrichen mit bis zu 98 kg/m² gerechnet werden. Das entspricht dem Unterschied zwischen einem Kleinwagen und einem Transporter oder – bei einer Fläche von 25 m² – einer Mehrbelastung von ca. 1 800 kg.


  • Trockenestriche können es bzgl. Belastbarkeit mit üblichen massiven Estrichsystemen aufnehmen.
  • Dank Vorfertigung weisen sie klare Vorteile auf: Schnelle Belegreife und Ausführungssicherheit.
  • Je nach Systemaufbau ist der Einsatz in den Anwendungsbereichen 1 bis 4 problemlos möglich.
  • Der Koordinierungsaufwand der einzelnen Gewerke auf der Baustelle wird deutlich reduziert.

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  • Trockenestriche bei bba

www.hier.pro/bba_Wissen-zu-Trockenestrich


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