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Großformatig auf Trockenestrich

Neue Lösungsansätze für Fliesenverlegung
Großformatig auf Trockenestrich

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Gipsfaser- oder zementgebundene Estrich-Elemente sind für die Verlegung von unbegrenzt großen Feinsteinzeug-Fliesen geeignet – unter bestimmten Voraussetzungen. Für viele handelsübliche Trockenestriche besteht oft eine Beschränkung der Fliesengröße. Neue Lösungsansätze wie etwa der Fermacell Trockenestrich gewährleisten jedoch eine sichere Verlegung von Fliesen-Großformaten.

Kostenrelevante Vorteile wie rationelle Verarbeitung und Bauzeitverkürzung haben dazu geführt, dass im privaten, öffentlichen und gewerblichen Bereich Trockenestrich-Konstruktionen in zunehmendem Maße beim Innenausbau von Alt- und Neubauten eingesetzt werden. Schlanke Bodenaufbauten verbinden hohe Belastbarkeit mit guter Trittschall- und Wärmedämmung sowie mit sicherem Brandschutz und verfügen über eine stabile, druckfeste Oberfläche. Durch Entwicklung zementgebundener Estrich-Elemente sind inzwischen auch Nassraum-Lösungen in Trockenbauweise möglich.

Stand der Technik
Der Hauptvorteil von Trockenestrichen wird in deutlich verkürzten Bauzeiten gesehen: Gegenüber herkömmlichen Estrich-konstruktionen wird durch den Einsatz von Trockenestrichen Baufeuchte, die den Bauablauf oft deutlich verzögert, vermieden. Während bei konventionellen Estrichen eine Trocknungszeit von rund vier Wochen berücksichtigt werden muss und der Boden in diesem Zeitraum nicht belastet werden darf, können nachfolgende Gewerke nach der Verlegung von Trockenestrich fast ohne Zeitverzug weiterarbeiten. Der Boden ist nach Aushärten des Klebers voll belastbar. Dafür wird unter normalen Raumklimabedingungen ein Zeitraum von 24 Stunden veranschlagt. Bereits einen Tag nach der Verlegung ist es möglich, die endgültigen Fußbodenbeläge aufzubringen.
Was oft vergessen wird: Die überschüssige Feuchtigkeit von Nassestrichen verursacht bei unsachgemäßer Trocknung oft Schäden im Gebäude, wie z. B. Risse oder auch Schimmelbefall. Bei Verwendung von Trockenestrich ist das kein Problem. Aber auch unterschiedliche bauphysikalische Anforderungen zum Brand- und Schallschutz (Luft- und Trittschall) sowie Wärmeschutz sind durch verschiedene Trockensystemvarianten realisierbar und ermöglichen auch jenseits der Standardprogramme große Flexibilität bei Planung und Berücksichtigung individueller Kundenwünsche.
Ein niedriges Flächengewicht macht Trockenestriche zusätzlich attraktiv. Je nach Fabrikat, Aufbau und System sind in Trockenbauweise etwa mit Fermacell Trockenestrich-Elementen Flächengewichte ab 24 kg/m² möglich. Bei Nassestrichen zum Beispiel müssen dagegen Flächengewichte von mindestens 100 kg/m² berücksichtigt werden – und das bei gleicher Belastbarkeit beider Systeme.
Trend zu großformatigen Fliesen
So sehr sich Estrich-Elemente aus Gipsfaser-Platten bzw. aus zementgebundenen Leichtbeton-Bauplatten für viele Ausbaubereiche inzwischen als Standard durchgesetzt haben – mit dem aktuellen Trend hin zu großformatigen keramischen Fliesen und Platten scheinen sie an ihre Grenzen zu stoßen. Formate von 30 x 60 cm oder 60 x 60 cm gehören inzwischen fast zum Standard. Sogar Kantenlängen von 2 m und mehr werden häufiger verarbeitet. Die Großformate sorgen für einen großzügigen, weitläufigen Raumeindruck. Auch kleine Räume wirken damit luxuriös und elegant, zumal sich mit modernen Fertigungstechniken fast jedes Dekor auf Fliesen realisieren lässt.
Jedoch scheitert die Verlegung von keramischen Großformaten auf Trockenestrichen bislang an der nicht auszuschließenden Gefahr von Rissbildungen. Für viele handelsübliche Trockenestriche gibt es daher eine Beschränkung der Fliesengröße. Wer sich bei der Modernisierung für Bodenaufbau mit Trockenestrich entscheidet, verzichtet meist auf den Stil und greift auf bewährte Standardformate zurück.
Spezielle Lösungsansätze
Dies ist jedoch nicht nötig. Vielmehr können großformatige Fliesen problemlos zum Beispiel auf Fermacell Trockenestrich-Elementen oder auf Powerpanel TE verlegt werden. Allerdings setzt dies besonders hohe Anforderungen an Verarbeitung und Qualität des Untergrundes voraus. Fermacell hat jetzt gemeinsam mit der Sopro Bauchemie GmbH spezielle Lösungsansätze für den Anwendungsbereich 1 (Räume und Flure in Wohngebäuden, Hotelzimmern inkl. zugehöriger Küchen und Bäder; zul. Einzellast 1,0 kN; zul. Nutzlast 1,5 (2,0) kN/m²)und den Anwendungsbereich 2 (Flure in Bürogebäuden, Büroflächen, Arztpraxen etc.; zul. Einzellast 2,0 kN; zul. Nutzlast 2,0 kN/m²) erarbeitet, die eine sichere Verlegung auf Fermacell Trockenestrich-Elementen sowie auf Fermacell Powerpanel TE gewährleisten.
Demnach muss ein fester und formstabiler Untergrund hergestellt werden. Außerdem wird die Steifigkeit der Tragschicht bei Fermacell Trockenestrich-Elementen durch eine zusätzliche 10 mm dicke Fermacell Gipsfaser-Platte erhöht, bei Powerpanel TE kommt eine dritte Lage Powerpanel H2O in 12,5 mm Dicke zum Einsatz. Dritte Komponente ist die Verlegung der Fliesen mit einem speziell abgestimmten Klebersystem, bestehend aus einer Grundierung auf Reaktionsharz-Basis zur Unterbindung einer Rückfeuchtung des Trockenestrichs sowie einem hochflexiblen, zementären Fliesenkleber, der eventuell auftretende Restspannungen zwischen Oberbelag und Trockenestrich aufnimmt.
Im Anwendungsbereich 1 gibt es bei diesem Bodenaufbau in Bezug auf das Format keinerlei Einschränkungen für die Wahl der Fliesen. Auch die Verarbeitung von sehr langen und sehr schmalen Formaten ist möglich. Berücksichtigt werden muss nur eine Mindestdicke von 9 mm. Im Anwendungsbereich 2 ist die Kantenlänge auf maximal 1 200 mm begrenzt.
Ebenfalls möglich ist die Verlegung von großformatigen Natursteinfliesen. Bei einer Dicke von 15 mm ist hier die Kantenlänge im Anwendungsbereich 1 und 2 auf maximal 800 mm begrenzt. Bei einer Dicke von 20 mm sind in beiden Anwendungsbereichen Kantenlängen von bis zu 1 200 mm möglich.
Untergrund ist entscheidend
Wichtigste Voraussetzung für die Verlegung von keramischen Großformaten auf Trockenestrichen ist ein Untergrund, der ein vollflächiges Aufliegen der Fermacell Trockenestrich-Elemente sicherstellt. Das heißt, die Rohdecke muss über eine ausreichende Biegesteifigkeit verfügen. Ideal sind Massivdecken bzw. Brettstapeldecken. Bei Holzdecken muss eine Begrenzung der Durchbiegung der Deckenbalken und der oberen, tragenden Beplankung auf maximal L/500 gegeben sein.
Unebenheiten im Untergrund müssen ausgeglichen werden. Da ungebundene Schüttungen die notwendige Stabilität nicht sicher gewährleisten können, sind für den Niveauausgleich ausschließlich gebundene Produkte einzusetzen. Kleinere Unebenheiten von bis zu 20 mm können mit Fermacell Boden-Nivelliermasse ausgeglichen werden. Die kunststoffvergütete Nivelliermasse auf Alpha-Halbhydrat-Basis ist selbst verlaufend und bereits ab 1 mm Schichtdicke stuhlrollenfest nach DIN EN 1252.
Alternativ empfiehlt der Hersteller für Schütthöhen bis zu 2 000 mm die Fermacell Gebundene Schüttung. Sie besteht aus recyceltem Dämmstoff mit zementärem Bindemittel, ist nicht brennbar und entspricht der Baustoffklasse A2 (nach DIN 4102). Mit einer Trockenrohdichte von 350 kg/m³ bringt sie sogar etwas weniger Gewicht auf die Waage, als die Standardschüttung von Fermacell (400 kg/m³). Hinzu kommt die hohe Belastbarkeit. Die Verarbeitung ist einfach und unterscheidet sich kaum von der Verarbeitung herkömmlicher Trockenschüttungen. Die schnelle Begehbarkeit nach nur sechs Stunden und Belegreife nach 24 Stunden vereinfachen die nachfolgenden Arbeiten und sorgen für schnellen Baufortschritt.
Fazit
Fermacell Trockenestrich-Elemente und Fermacell Powerpanel TE sind für die Verlegung von großformatigen Feinsteinzeug Fliesen bzw. Naturstein-Fliesen uneingeschränkt geeignet. Voraussetzung ist ein fester und formstabiler Untergrund mit z. B. gebundener Schüttung und eine zusätzliche Aussteifung der Estrich-Elemente, um die Formstabilität weiter zu erhöhen. Die Verarbeitung eines hochflexiblen Fliesenklebers und Fugenmörtels nimmt Restspannungen zwischen Oberbelag und Trockenestrich auf. Für die Belegung speziell von Fermacell Estrich-Elementen mit großformatigen keramischen Platten bestehen Verlegeempfehlungen namhafter Bauchemie-Hersteller (Sopro, PCI, Mapei, Codex).

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