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Wiederverwendung von Doppelbodenplatten

Doppelbodenplatten
Kreislauffähig ohne Abfall

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Die Baubranche ist im Umbruch. Ziel ist der Wandel zu nachhaltigen, gesünderen Gebäuden mit dem Einsatz von Produkten, die möglichst in geschlossenen Materialkreisläufen geführt werden. Abfall war gestern – sinnvolle Wiederverwendung und hochwertiges Recycling sind die Zukunft. Wir zeigen mit dem Einsatz von gebrauchten Doppelbodenplatten, wie dies bereits heute umgesetzt werden kann.

Anforderung:

Modell der Kreislaufwirtschaft: Abfallverringerung und CO2-Bilanzverbesserung

Lösung:

Gebrauchte Doppelbodenplatten aufbereiten zur Wiederverwendung: Cradle to Cradle Certified Gold


Maximilian Stadler, Produktmanagement Boden | be

Bisher dominierte in der Baubranche die Linearwirtschaft: Produkte und Baumaterialien werden nach ihrer Nutzung als Müll entsorgt. Doch aufgrund von Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung und Klimaveränderungen fordern Politik, Wirtschaft und Gesellschaft neue Lösungen. Hier zeigt sich das Modell der Kreislaufwirtschaft als ideales Konzept: Produkte werden so lange wie möglich genutzt und anschließend nach deren Aufbereitung weiterverwendet oder als Rohstoff gleichwertig recycelt.

Der langfristige Einsatz von Ressourcen und Materialien ist bei Lindner eines der Kernthemen, wenn es um Umweltschutz und nachhaltiges Bauen geht. So ist der Innenausbau-Spezialist seit mehr als 30 Jahren Vorreiter in Sachen Green Building und als solcher Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen – DGNB e. V. Dies spiegelt auch das reichhaltige Produktportfolio im Geschäftsbereich Boden wider, in welchem CO2-neutrale Bodenplatten aus Calciumsulfat, Zementfaser und Holzwerkstoff enthalten sind. Abgerundet wird das Leistungsspektrum durch zusätzliche Services wie attraktive Leasing- und Rücknahmeangebote, welche speziell auf den Kundenbedarf abgestimmt sind. Nun folgt der nächste Schritt in Richtung kreislauffähiges Bauen: Die Aufbereitung von gebrauchten Bodenplatten für die Wiederverwendung.

Besser als neu: Gebrauchte Doppelbodenplatten mit Wiederverwendung

Lindner kooperiert mit Baustoffbörsen und Sanierungsunternehmen mit dem Ziel, bei Sanierungsprojekten frühzeitig involviert zu sein. So können gut erhaltene Doppelbodenplatten vor der Mülldeponie gerettet und in anderen Bauprojekten zu neuem Leben erweckt werden. Der Ablauf ist relativ einfach: Freiwerdende Bodenplatten werden fachgerecht demontiert und ins Lindner Werk geliefert. Dort werden sie einer Qualitätsprüfung unterzogen und hinsichtlich weiterer Einsatzmöglichkeiten kategorisiert. Anschließend werden die Platten aufbereitet und als Sekundärprodukt zur Wiederverwendung verkauft.

Während beim Doppelboden ‚Loop‘ nur die Oberseite erneuert wird, werden bei ‚Loop prime‘ und ‚Loop aurum‘ fünf Seiten neu bearbeitet. Die Loop prime erhält einen Kantenschutz in Form eines Kantenbandes. Hierauf wird bei der Variante Loop aurum (umwelt-)bewusst verzichtet. Durch den Einsatz von über 50% regenerativer Energie wird die Nachhaltigkeit bei diesem Produkt zusätzlich gesteigert.

Die Bodensysteme Loop aurum und ‚Nortec aurum‘ erhielten dafür als erste Bodensysteme weltweit die Cradle to Cradle Certified Gold Auszeichnung. Erweitert wird das Angebot der gebrauchten Platten von Lindner durch den Hohlboden ‚Addlife‘.

Gleiche Eigenschaften – mit extra Nachhaltigkeit

Die aufbereiteten Platten stehen dabei Neuprodukten in nichts nach. Sie verfügen über die gleich guten bauphysikalischen Eigenschaften hinsichtlich Statik, Brand- und Schallschutz – die Lebensdauer, Baustoffklasse und Bearbeitbarkeit bleiben uneingeschränkt erhalten. Auch der Nachweis der Schadstofffreiheit ist mit einem IBR-Prüfzeugnis gegeben. Darüber hinaus bieten die gebrauchten Bodenplatten eine deutlich verbesserte CO2-Bilanz von bis zu 75 % gegenüber dem vergleichbaren Neuprodukt. Das ist auch in den entsprechenden Umweltproduktdeklarationen nach ISO 14021 bzw. EN 15804/ISO 14025 nachweisbar.

Creditpoints bei Gebäudezertifizierungen bieten einen zusätzlichen Anreiz.

Bürokratische und rechtliche Vorarbeit zum Sekundärbaustoff bei der Wiederverwendung

Soweit der Ablauf in der Praxis. Im Vorfeld mussten noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Beispielsweise stand im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes die Frage im Raum, ob es sich bei den Bodenplatten um Abfall von ‚Baustoffen auf Gipsbasis‘ handelt oder ob sich die Platten als wiederverwendbares Produkt einstufen lassen.

Diese Einstufung hat wiederum Einfluss auf die Genehmigungen im Rahmen des Immissionsschutzrechts, des Abfallrechts bzw. des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG). Das KrWG unterscheidet zwischen Vermeidungs-, Verwertungs- und Beseitigungsmaßnahmen von Abfällen. Die Wiederverwendung steht in der Abfallhierarchie nach § 6 KrWG an zweiter Stelle nach der Vermeidung und hat hier somit Priorität vor der Beseitigung. Außerdem musste geklärt werden, ob Lindner eine Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb benötigt oder dies im Rahmen eines freiwilligen Rücknahmesystems nach § 26 KrWG für nicht gefährliche Abfälle durchgeführt werden kann.

Viele Fragen, die gemeinsam mit einem öffentlich bestelltem, vereidigtem Sachverständigen, dem zuständigen Landratsamt und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU Bayern) vorab geklärt wurden.

Praxistest erfolgreich bestanden

Die aufbereiteten Bodenplatten kamen bereits in verschiedenen Bauvorhaben in Deutschland und Österreich zum Einsatz. Was zunächst in kleinen Pilotprojekten getestet wurde, wird nun für Bauvorhaben in ganz Europa seitens Architekten und Bauherren angefragt und umgesetzt.


Die aufbereiteten Platten verfügen über gleich gute bauphysikalische Eigenschaften bei Statik, Brand- und Schallschutz wie Neuprodukte. Sie sind schadstofffrei, nachgewiesen mit IBR-Prüfzeugnis. Ihre CO2-Bilanz ist deutlich verbessert, siehe Umweltproduktdeklarationen nach ISO 14021 bzw. EN 15804/ISO 14025. Creditpoints bei Gebäudezertifizierungen bieten einen zusätzlichen Anreiz.




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