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Futuristisch mit Bodenhaftung

Neubau einer Universitäts-Bibliothek in Wien
Futuristisch mit Bodenhaftung

Ohne rechte Winkel – das Library & Learning Center der Wirtschaftsuniversität Wien ist ein Neubau wie aus einer zukünftigen Welt. Zaha Hadid entwarf dynamische Gebilde, die sich zu Räumen und Inventar mit Eigenleben formen. Ein zeitlos eleganter Kunstharzbelag erdet die Besucher in der fremdartigen ellipsoiden Formenlandschaft.

Das Library & Learning Center LC prägen zwei Baukörper, die sich wie Hände ineinander verschränken, wobei jedoch die Berührung ausbleibt. Dadurch entsteht ein Zwischenraum, der vertikale und horizontale Schluchten ausbildet. Diese „Canyons“ wirken das komplette Gebäude hindurch und münden in einem großen zentralen Atrium. Schiefe Treppen und Rampen winden sich am mittleren Canyon entlang, der vom Untergeschoss bis in die sechste Etage reicht. Korridore und Brücken durchgleiten das Interieur. Licht flutet durch die riesigen Fenster oder fällt von oben in die Krater. Die schiefen Wände sind durchbrochen mit zum Teil verglasten Öffnungen, die wiederum andere skulpturale Gebilde rahmen. All das mutet an wie etwas Organisches, für das es noch keinen Namen gibt. Was sich im LC in die Höhe windet, erhält seine schwerelose Wirkung aber erst dadurch, dass es mit einem Boden verhaftet ist, der sich in seinem unifarbenen zeitlosen Design zurückhält. Dadurch fungiert er wie ein Rahmen für all die „Meisterstücke“.

Zeitloser Bodenbelag
Das Hamburger Büro Zaha Hadid Architects wählte neben Parkett und Teppich den Museums-Terrazzo von Barit zur Ausstattung des LC. Auf circa 6 500 m² der insgesamt rund 41 000 m² verbauten BGF verarbeiteten die Terrazzo-Leger des Herstellers das Material. Der Kunstharzbelag wurde in allen stark frequentierten Bereichen aufgetragen, wie im Foyer, auf Rampen, auf Show-Treppen, in der Cafeteria und im Bookshop.
Der Belag ist sehr robust und entspricht der DIN 1164 sowie DIN EN 24624. Auch bei permanenter Belastung bleibt die Oberfläche abriebfrei.
Der Terrazzo, gefertigt aus wasserklarem Epoxidharz und farbecht mit Polyurethanharz gecoateten Granulaten, die 8 bis 10 mm dick aufgetragen werden, lässt sich ohne Fugen und Kanten applizieren, wodurch er hygienisch und pflegeleicht ist. Zudem ist er emissionsarm, rutschfest, rutschhemmend sowie brandsicher. Grundlage für die hohen Qualitätsstandards sind strenge Prüfkriterien.
So ist der Belag emissionsarm nach dem AgBB-Schema, das sich das Deutsche Institut für Bautechnik 2004 zur Grundlage für die „Grundsätze zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Innenräumen“ nahm. Somit gehen kaum flüchtige organische Verbindungen von dem Terrazzo aus, die Ursache für gesundheitsschadende Raumluftverunreinigungen sein können.
Die Rutschhemmung wurde nach DIN 51130 zertifiziert. Beim Begehungsverfahren geht eine Person mit normierten Arbeitsschuhen über den Belag, der auf einem Gestell einseitig immer weiter angehoben wird. Dies gelang beim Terrazzo bis zu 35°. Laut DIN EN 13501–1 ist der Boden schwerentflammbar (Bfl-s1) – bei einem Flammpunkt von 100° C.
Das insgesamt zurückhaltende Farbkonzept im Inneren ist ein klug gesetzter Gegenpol zum Skulpturalen. Die Fläche, auf der sich Menschen bewegen, ist zusätzlich entscheidend. In seinem dezenten Perlweiß mit dunklem Grau als Kontrastfläche bietet der Terrazzo Bodenhaftung im dynamischen Interieur und ist daher sinnvoll gewählt. Ausnahmsweise spielen Zaha Hadid Achitects nicht mit den Gesetzen der Physik: Meist ruht das hellere Inventar sicher auf dem dunkleren Untergrund. Die monochromen Töne des Bodens fügen sich nahtlos in die sensiblen Farbspiele ihrer Umgebung. Das Dunkelgrau wurde als Kontrast unter die Geländer gesetzt, um in Kombination mit schwarzen taktilen Bodenindikatoren in 3 mm Höhe und Abschrägungen ein Leitsystem zu stärken, das Sehbehinderten den Weg weist.
Architektin: Zaha Hadid, London
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