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Dauerhaft glänzend

Neubau eines Konferenz- und Bürogebäudes in Berlin
Dauerhaft glänzend

Mit ihrem Neubau setzt die Heinrich-Böll-Stiftung eine architektonische Landmarke in Berlins prominenter Mitte. Beim Bodenbelag entschieden sich die Architekten für ein neuartiges Fußbodensystem. Die Betonböden überzeugen im Hinblick auf die Energieeffizienz und durch brillant glänzende, leicht angeschliffene Sichtbetonoberflächen.

WR/jo

Die neue Zentrale der Heinrich-Böll-Stiftung entstand auf einem bislang als Parkplatz genutzten, 2 106 m2 großen Grundstück in der Schumannstraße in Berlin-Mitte. Das Gebäude soll auch die Werte ausdrücken, für die die Stiftung nach eigenem Verständnis steht: Weltoffenheit, Transparenz, Ökologie und Nachhaltigkeit.
Das Gebäude beherbergt moderne Büroflächen für die 185 Mitarbeiter der Stiftung. Kombiniert wird ein klassischer Kubus mit einer schwebenden, rundum verglasten Beletage. Sie soll als Konferenz- und Tagungszentrum für rund 300 Personen im Rahmen der zahlreichen Veranstaltungen der Stiftung genutzt werden. Insgesamt stehen rund 7 000 m2 Bruttogrundfläche zur Verfügung.
System aus einem Guss
Der Neubau präsentiert sich hell und lichtdurchflutet. Seine Ausstattung ist funktional und puristisch. Bei der Bodengestaltung entschieden sich die Architekten von e2a eckert eckert architekten für den Einsatz des Dyckerhoff Terraplan Betonbodens. Dieses neuartige Fußbodensystem verbindet die tragende Konstruktion mit der Nutzschicht in einem Betonsystem aus einem Guss; denn die unterschiedlichen Schichten des Betonboden-Systems werden durch die spezielle frisch-in-frisch-Verarbeitung sowie teilweise durch entsprechende Haftgrundanwendungen verbunden. Aufgrund der Betoneigenschaften kann auf eine Beschichtung verzichtet werden.
Die Leistungsfähigkeit des Betons war für die Architekten ein wesentliches Kriterium bei der Entscheidung für das Bodensystem. Elegant wie ein Terrazzo speichert der Belag aufgrund seiner Masse hervorragend Heizungswärme. Außerdem stellt ein mehrstufiger Schleifprozess eine dichte, aber diffusionsoffene Oberfläche sicher.
Tageslicht wird reflektiert
Ein weiterer Aspekt dieses Bodens ist, dass er nicht nur hart und hochbelastbar ist, sondern eine äußerst feine, ebene und dazu noch ästhetisch glänzende Oberfläche aufweist. Auf den hellen, fast weißen Bodenflächen des Stiftungsgebäudes wird das einstrahlende Tageslicht hervorragend reflektiert, so dass in den Büros länger ohne künstliches Licht gearbeitet werden kann.
Mit der Gestaltung des Fußbodens als Terrazzo-Flächen wollten die Planer besondere Effekte erzeugen. Zum einen sollte er den Werkstatt-Charakter des Hauses unterstreichen und zum anderen ging es darum, Dinge zu kontrastieren. An den Decken wurden Leitungen und Kabel sichtbar gelassen und die Wände sind aus blankem Beton. Hierzu wurde der Boden mit seiner hellen, hochglänzenden oder angeschliffenen Oberfläche passend ergänzt. Die Betonrezeptur wurde in Bezug auf die Farbgebung der Oberfläche schon von vornherein ganz speziell auf die gestalterischen Wünsche der Architekten abgestimmt. Durch ausschließliche Verwendung des Portlandzementes Dyckerhoff Weiss FACE wird sichergestellt, dass es bezüglich der Farbtöne stets reproduzierbare Standards gibt. Denn im Gegensatz zu vielen Grauzementen ist die Farbe bei Dyckerhoff Weiss stets einheitlich.
Betontechnologische Details
Im Detail stellt sich der Konstruktionsaufbau des Bodens wie folgt dar: Auf einen Zementfließestrich (Estrifloor ZFE) wurde zunächst eine Ausgleichsschicht erzeugt, auf die eine Fußbodenheizung verlegt wurde. Nach dem Aufbringen eines weiteren Ausgleichestrichs (Vergußmörtel) wurde der Terraplanboden im Transportbetonverfahren eingebracht. Es handelt sich dabei um Betone C 35/45 F3 nach DIN EN 206–1/DIN 1045–2 mit feiner oder grober Körnung.
Auf Grund des dünnschichtigen Fußbodenaufbaus über einer Trittschalldämmung sowie auf Grund von Fertigungstoleranzen der Decken mussten teilweise Schichten unter 4 cm Dicke realisiert werden, die einen hohen Biegezugwert des Betons (vergleichbar mit der Biegezugklasse F7 eines Estrichs) erforderten. Eine weitere Anforderung war, dass die Flächen trotz eines ungünstigen Längen-/Breiten-Verhältnisses nach Vorgaben der Planer möglichst fugenlos erstellt werden sollten. Möglich wurde dies nur durch den Einsatz eines Schwindreduzierers.
Nachdem der Beton nachbehandelt wurde, folgten mehrere Schleifgänge im Nassschliffverfahren, um dem Boden die gewünschte Optik zu geben. Den Abschluss der aufeinander folgenden Schleifstufen bildete der sogenannte „Polierschliff“. Der so entstandene Terraplan-Fußboden ist pflegeleicht und lässt sich einfach mit Wasser und Betonseifen reinigen, wodurch dauerhafter Glanz sichergestellt ist.
Architekt Piet Eckert zum Fußbodensystem: „Ein wichtiges Kriterium war, was leistet das Material. Als massiver Belag aus reinem Beton speichert dieser Boden hervorragend die Heizwärme und die Energie kann entsprechend angepasst werden. Dabei hat der Boden eine angenehme Fußwärme. Es ist die veredelte Form des Estrichs. Wir haben eine sehr helle Farbgebung gewählt. Dadurch gibt es eine starke Lichteinstrahlung, die vom Boden reflektiert wird. In den Büros können die Mitarbeiter über eine lange Zeit am Tag ohne zusätzlichen Lichtquellen arbeiten.“
Architekten: e2a eckert eckert architekten, Zürich

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