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Feuchteschäden in der Tiefgarage an der Wurzel packen

Sanierung einer Tiefgarage in Minden
Feuchteeintrag von Grund auf stoppen

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Nach langem Sanierungsstau war eine umfassende Instandsetzung bei der zentralen Tiefgarage in Minden unablässig. Feuchtigkeitsprobleme mussten nachhaltig beseitigt werden. Mit einem System zur Sanierung von Betonbauteilen – eine Kombination aus Rissinjektion und Flexband – wurde die Garage mit ihren rund 500 Stellplätzen auf mehrere Ebenen nun für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht.

Anforderung:

Feuchteschäden an Betonbauteilen instandsetzen: Boden, Wand-Sohlen-Anschlüsse, Wände und Stützen

Lösung:

Rissinjektion mit Kunstharz sowie elastische Abdichtung mit dehnbarem Band


Die 84 000 Einwohner zählende Stadt Minden liegt im Nordosten von NRW, dort, wo Mittellandkanal und Weser sich kreuzen. Mitten im Zentrum befindet sich die Obermarktpassage – zwischen Busbahnhof und der Fußgängerzone „Obermarkt“. 1985 eröffnet, stand das für die Stadtentwicklung wichtige Gebäude mit Tiefgarage, Gewerbeflächen und Wohnungen rund zehn Jahre weitgehend leer.

Scheiterte die Weiterentwicklung in den 2010er Jahren an schwierigen Eigentumsverhältnissen, begann mit dem Verkauf an die AIM-Center GmbH aus Passau die Revitalisierung. Systematisch löst man nun den entstandenen Sanierungsstau auf. Ganz oben auf der Agenda stand die nachhaltige Instandsetzung der Tiefgarage mit ihren rund 500 Stellplätzen auf mehrere Ebenen: mit dem Isotec-Flexbandsystem, einer Kombination aus Rissinjektion und Flexband. Nach Fertigstellung wird die Passage außer 500 Tiefgaragenstellplätzen zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte, ein Kino, Studenten- und Seniorenwohnungen, eine Tagespflege und ein Hotel beherbergen.

Feuchtigkeitsprobleme von Anfang an

„Wir hatten in der Tiefgarage der Mindener Obermarktpassage massiven Wassereintritt und zahlreiche Pfützen auf dem Boden vorgefunden“, berichtet Dipl.-Ingenieur Karsten Samland, Geschäftsführer des Isotec-Fachbetriebes W&Z OWL aus Bünde, von seinem Ersttermin. „Das Wasser trat durch Fugen und Risse in der Sohle sowie in den Betonwänden ungehindert ein.“

Nach Auskunft des am Bau der Obermarktpassage Anfang der 1980-er Jahre beteiligten Planers, Dipl.-Ingenieur Heinz-Ulrich Möller, gab es in dieser Tiefgarage schon von Anfang an Feuchtigkeitsprobleme: „Man muss berücksichtigen, dass das Gebäude im Weser-Kies steht und es damit eine direkte Verbindung zum Fluss hat. Führt die Weser viel Wasser, steht auch hier das Wasser hoch an.“

Zwei Ursachen für Feuchteschäden

„Abgesehen davon, zeigt diese Tiefgarage zwei typische Hauptprobleme mit Feuchtigkeit“, ergänzt Dipl.-Ingenieur Thomas Molitor, stellvertretender Technischer Leiter der Isotec-Gruppe. „Das eine ist die Feuchtigkeit, die von unten und von der Seite eintritt: aus Fugen und Rissen in der Sohle, dem Wand-Sohlen-Anschluss und den Betonwänden. Das zweite Problem ist die Feuchtigkeit, die über Jahre und Jahrzehnte in eine Tiefgarage eingetragen wird: durch Autos, Regenfälle, Schnee und Streusalze. Alles zusammen führt zu massiven Beschädigungen an den Betonbauteilen: Böden, Wand-Sohlen-Anschlüssen, Wänden und Stützen.“

Risse ab 0,2 mm wasserführend

Bei der Vor-Ort-Analyse der Experten wurden das Schadensbild, die Ursachen der Feuchteschäden und die konkreten Rissbreiten in den Betonbauteilen ermittelt. Schon ab einer Rissbreite von nur 0,2 mm kann Wasser eindringen. Und ist dies der Fall, weiß man gleichzeitig auch, dass der Riss durch das ganze Bauteil verläuft. „Dann sollte man sehr schnell handeln und die Risse verschließen“, so Dipl.-Ingenieur Thomas Molitor. „Und wenn sogar Abplatzungen, Rost oder der Stahl hinter der Betonoberfläche sichtbar werden, besteht erhöhter Handlungsbedarf.“

Beseitigung von Feuchteschäden: Betonabdichtung mit Flexbandsystem

Das 1990 gegründete Spezialunternehmen Isotec hat speziell für die Sanierung von Betonbauteilen ein eigenes Verfahren entwickelt: das Flexbandsystem. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Rissinjektion und einem Flexband, das den Beton abdichtet und den Wassereintritt bzw. Feuchteschäden dauerhaft stoppt.

Bei der Rissinjektion wird ein PU-Harz (Polyurethan-Harz) im Hochdruckverfahren gespritzt. Dieses spezielle Kunstharz ist besonders flexibel, wasserundurchlässig und beständig gegen jede Art von Feuchte. Sollte das Wasser direkt auf die Bauteile drücken, wird vorab ein schnellhärtender PU-Schaum injiziert, der die Risse temporär verschließt und die eigentliche Rissinjektion mit PU-Harz ermöglicht. Das Flexband ist ein spezielles Abdichtungsband, das mit einem Epoxidharzkleber mittig auf die Risse in den Betonbauteilen oder auf die Fugen zwischen den Bauteilen aufgetragen wird. Es erzielt eine elastische Abdichtung mit einer theoretischen Dehnbarkeit von bis zu 400 %.

In der Tiefgarage der Obermarktpassage wurde das Flexbandsystem auf einer Länge von über 300 m angewendet. Der Wand-Sohlen-Anschluss, also die Schnittstelle zwischen den Bauteilen Sohle und Wand, erwies sich auch in diesem Objekt als neuralgischer Punkt, der undicht war, Wasser eintreten ließ und konsequent abgedichtet werden musste.


Projekt: Tiefgarage der Obermarktpassage in Minden

Eigentümer und Bauherrschaft: AIM-Center GmbH, Passau

Planung und Instandsetzung: Dipl.-Ingenieur Karsten Samland, Geschäftsführer des Isotec-Fachbetriebes W&Z OWL, Bünde
www.isotec.de/fachbetriebe/waltermann-zwiener-gmbh/ueber-uns.html


Dipl.-Ingenieur Thomas Molitor über die Dehnbarkeit des Flexbandes von bis zu 400 %: „Das ist ein ausreichender Spielraum, um eine Abdichtung auch bei starken Rissbreitenänderungen, etwa durch Setzungen, sicherzustellen.“


Der Wand-Sohlen-Anschluss, die Schnittstelle zwischen den Bauteilen Sohle und Wand, erwies sich auch hier als neuralgischer Punkt, der undicht war, Wasser eintreten ließ und konsequent abgedichtet werden musste.



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