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Dichtung für Gartenkunst

Akademie der Künste in Berlin-Tiergarten
Dichtung für Gartenkunst

Claus Weidner

Raumgewinn und Denkmalschutz zugleich: Im Funktionsgebäude der Akademie der Künste wurde durch den Einbau einer Stahlbetondecke ein zusätzlicher Lagerraum geschaffen. Nachdem im Mai 2005 die Akademie der Künste an ihren historischen Platz am Brandenburger Tor zurückgekehrt ist, fungiert das Haus am Hanseatenweg im Berliner Tiergarten weiterhin als Produktionsstätte, als Ort für Ausstellungen, Lesungen, Theateraufführungen, Gesprächsrunden und andere Veranstaltungen.
Entwurfsidee
Das denkmalgeschützte Gebäude wurde 1960 nach einem Entwurf von Werner Düttman erbaut und war mit den Jahren sanierungsbedürftig geworden. Einen Wettbewerb zur Instandsetzung, Modernisierung und Erweiterung dieses Komplexes hatte der Berliner Architekt Prof. Jürgen Sawade gewonnen: „Ich fand in alten Bauakten heraus, dass sich unter dem Atriumgarten des Obergeschosses ein Pflanztrog von 4 m Höhe befand und dass hier das gesamte Erdgeschoss komplett mit Sand verfüllt war. Ein Teil meiner Entwurfsidee bestand darin, das Erdreich unter dem Atriumgarten zu entfernen, eine aufgeständerte Betondecke einzubauen und somit einen dringend benötigten, 325 m² großen Lagerraum im EG des Ausstellungsgebäudes zu erhalten“.
Der bestehende 4 m hohe und 20 m x 16 m große Pflanztrog wird von konisch verlaufenden Winkelstützwänden aus Beton gebildet. Im Zuge einer „vorgezogenen Baumaßnahme“ wurde das Erdreich aus dem Trog vollständig entfernt und eine, gegenüber dem OG um 80 cm tiefer versetzte, 280 mm dicke Stahlbetondecke eingezogen, die von vier Stützen getragen wird. Der neu entstandene Archiv- und Lagerraum erhielt auf der EG-Ebene eine 280 mm dicke, wärmegedämmte Stahlbetonplatte mit einem 60 mm dicken Estrichbelag. Vorher musste allerdings der denkmalgeschützte Atriumgarten – Naturschieferplatten, Pflanzbeete, Wasserbecken – abgetragen und alle wiederverwertbaren Materialien zwischengelagert werden. Sämtliche Umbauarbeiten fanden in Abstimmung mit der Denkmalbehörde statt.
Die aufgeständerte Stahlbetondecke steht „wie ein Tisch“ im vorhandenen Trog und ist nur an einer Seite statisch auf einer Stahlkonsole aufgelagert. Die Anschlussfugen zu den alten Trogwänden bildeten somit eine der wichtigsten Abdichtungsaufgaben. Die Fugen mussten so ausgebildet werden, dass sie auch größere Bauteilbewegungen aufnehmen können.
Deshalb hatte das mit der Bauleitung beauftragte Berliner Ingenieurbüro Kraft für die Abdichtungsarbeiten einen Flüssigkunststoff ausgeschrieben. Den Auftrag übernahm die Spezialbau BBS GmbH Siethen, die für die Abdichtung der Stahlbetondecke und der Anschlussfugen Kemperol empfahl. Das seit Jahrzehnten bewährte Abdichtungssystem besitzt die europäisch technische Zulassung (ETA-03/0025) und ist auf die höchstmöglichen Belastungsgruppen geprüft.
Homogen abgedichtet
Die gereinigte Stahlbetondecke und die gesäuberten Trogwände erhielten als Voranstrich eine Kemperol EP-Grundierung, in die zur Erhöhung der Haftfähigkeit feuergetrockneter Quarzsand eingestreut wurde. Die Abdichtung selbst erfolgte mit dem rissüberbrückenden und durchwurzelungsfesten Kemperol, das über alle Teile hinweg eine wasserdichte Oberfläche gewährleistet. Der dreikomponentige Flüssigkunststoff haftet vollflächig auf nahezu allen Untergründen und bildet auf der Stahlbetondecke eine homogene Abdichtung, in die die vier Deckeneinläufe problemfrei eingebunden werden konnten. Kemperol verhindert ein hinterläufiges Eindringen von Wasser und eignet sich aufgrund seiner Dauerelastizität besonders gut für die Abdichtung von dynamischen Bauteilfugen. Die Fugen zwischen neuer Betondecke und den vorhandenen Trogwänden müssen geringe horizontale, aber beträchtliche vertikale Bauteilbewegungen aufnehmen können. Mit einer speziellen Schlaufenausbildung und durch Einlage eines Rundprofiles konnten diese Fugen sicher und systemgerecht abgedichtet werden.
„Wir mussten Neoprene-Rundprofile mit sehr großem Durchmesser einsetzen, um eine entsprechende Dehnfläche für die theoretisch angenommenen Setzungen bis 50 mm sicherzustellen“, so Andre Rückborn, Geschäftsführer der Spezialbau BBS GmbH Siethen.
Auf der mit Kemperol abgedichteten Stahlbetondecke wurden 100 mm dicke Dämmplatten aus extrudiertem Polystyrol, ein Schutzvlies und darüber Drainmatten angeordnet. Darauf liegt auch das neue Wasserbecken – ein 9 m x 6 m großes Formteil aus glasfaserverstärktem Kunststoff – in den ursprünglichen Beckenabmessungen. Auf einer ausreichend dicken Schicht aus Pflanzsubstrat und Mutterboden konnte abschließend der denkmalgeschützte Atriumgarten mit allen Elementen – Schieferplatten, Pflanzbeete für nicht tiefwurzelnde Pflanzen und Schilf – in seiner historischen Gestalt wieder hergestellt werden.
Weitere Informationen
Kemperol EP-Grundierung und V 210 Abdichtung bba 520
Architekt: Prof. Jürgen Sawade, Berlin Bauleitung: Ingenieurbüro Kraft GmbH, Berlin
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