Neubau eines Passivhaus-Wohnungsbaus in Wien

Loggien contra Lärm – Schallschutz durch flexible Glas-Faltwände

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In Wien wird soziale Quartiersentwicklung groß geschrieben. Darunter fällt auch der Neubau eines Wohnpassivhauses in der Aspernstraße. Wichtig war eine hohe Wohnqualität durch Schallschutzmaßnahmen: Loggiaverglasungen aus flexiblen Glasfaltwänden bieten Schutz vor Straßenlärm und zugleich lichte Freiräume.

Wien wächst. Mit rund 1,8 Millionen Einwohnern stellt sich die Wiener Wohnungsbaupolitik großen Herausforderungen und entwickelt umfangreiche Maßnahmen für Neubau und Sanierung von Wohnraum. Die gezielte Förderung von Wohnraum, aber auch ergänzende Instrumente wie die Wiener Wohnbauinitiative, sorgten dafür, dass allein im Jahr 2014 über 7 000 geförderte, hochwertige und kostengünstige Wohnungen fertig gestellt werden konnten.

Neuer Wohnraum allein reicht nicht. In Wien legt man großes Augenmerk auf die sogenannte soziale Quartiersentwicklung. Bewohner sollen ein attraktives Wohnumfeld und eine hohe Lebensqualität mit Kindergärten, Schulen, Geschäften sowie sozialer und kultureller Infrastruktur ebenso wie Freizeit- und Erholungsflächen nutzen können. Ein gelungenes Beispiel dafür zeigen s&s architekten aus Wien. Ihr Entwurf für den Neubau eines Wohnpassivhauses mit 220 geförderten Miet- und Eigentumswohnungen für die BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH, mit Kindergarten und Geschäften an der Erzherzog-Karl-Straße veranschaulicht, dass man auch auf den ersten Blick unwirtlich wirkende Bauplätze in ein attraktives innerstädtisches Wohnumfeld verwandeln kann. Eine hohe Wohnqualität durch Schallschutzmaßnahmen zu schaffen, war für den Entwurf von zentraler Bedeutung.
Umgebungs-Einflüsse
Eingerahmt von der Bahntrasse der U2 und der stark befahrenen Erzherzog-Karl-Straße fanden die Architekten einen Bauplatz mit unterschiedlichen Umgebungseinflüssen vor. Sie entschieden sich für eine Aufteilung in vier Baukörper und behandelten diese, entsprechend ihres Standorts, unterschiedlich. Alle Gebäudeteile vereint, dass sie der baulichen Logik des Passivhauses folgen. Sämtliche Loggien-, Veranden-, Balkonkonstruktionen sowie Windfänge stehen thermisch entkoppelt vor der Passivhaushülle. Die eigentliche Wohnnutzung beginnt ab dem dritten Geschoss. Der darunterliegende zweigeschossige Sockel wurde, wie in Wien üblich, als öffentlich zugänglicher Bereich ausgebildet. In ihm befinden sich neben dem Kindergarten Geschäfte, Garagen, Technik- und Nebenräume sowie die Treppenhäuser.
Wohnungen und Freiräume
Die Wohnungen wurden im Passivhausstandard mit einem maximalen Heizwärmebedarf von 15 kWh/m² ausgeführt. In Gebäuden mit kontrollierter Wohnraumlüftung ist eine nachhaltige Flexibilität der Wohnungsgrößen derzeit nur mit hohem technischem Aufwand möglich. Aus diesem Grund entwickelten die Architekten ein differenziertes Erschließungssystem – Reihenhaus, Einspännerwohnungen, Laubengang, Mittelgang – welches eine vielfältige Wohnungstypologie mit unterschiedlichen Orientierungen, Größen, Konfigurationen und privaten Freiräumen ermöglicht. Die Planer legten großen Wert auf die Qualität und Großzügigkeit der privaten Freiräume. Davon zeugen zahlreiche Gärten in der Hofebene, Loggien, Balkone, Terrassen, Veranden und Dachgärten.
Die beiden nord-süd-orientierten Baukörper, die einseitig über die Sockelbebauung auskragen, wurden aus der angrenzenden Bebauung herausgelöst und mit einer hinterlüfteten Fassade versehen. Die Wohnungen des an der Ostgrenze gelegenen Baukörpers orientieren sich nach Westen in den ruhigen Innenhof und werden überwiegend über die Vorgärten vom Hof und einen Mittelgang erschlossen. Der westliche Baukörper stellte die Architekten vor die Frage, wie sie diese bevorzugte Himmelsrichtung vor der Lärmbelästigung entlang der Lavaterstraße schützen können. Sie lösten das Problem, indem sie die Mehrzahl der Wohnungen zweiseitig orientierten, mit privaten Freiräumen sowohl im Osten als auch im Westen. Darüber hinaus ließen sie die Loggien verglasen, um den Bewohnern eine bestmögliche Aufenthaltsqualität in ihren privaten Räumen bieten zu können.
Ungedämmte Loggiaverglasungen
Für die Umsetzung ihrer Vorstellungen setzten die Architekten von Anfang an auf das Solarlux-Team aus Architekten, Beratern, Statikern und Technikern, das sie bei der Baumaßnahme von der Ausführung bis zur Abnahme begleitete. Gemeinsam entwickelten sie eine Kombination aus unterschiedlichen, ungedämmten Solarlux-Balkonverglasungssystemen, die thermisch entkoppelt vor die Passivhaushülle gesetzt wurden.
Die Loggien des 3. und 4. OGs im westlichen, zur Lavaterstraße ausgerichteten Gebäudeteil erhielten flexible Glas-Faltwände vom Typ SL 35, die auf Stahlbetonbrüstungen bzw. festverglaste Brüstungselemente aufgesetzt wurden. Mit 35 mm Bautiefe und 100 mm Flügelstoßbreite ist das ungedämmte Aluminium-Profilsystem äußerst schlank. Es lässt sich über die gesamte Breite auffalten, so dass der Balkoncharakter bei schönem Wetter erhalten bleibt. Bei Wind und Regen wird die Verglasung geschlossen und bietet mit zwei Dichtebenen effektiven Schutz – so sind auch die Balkonmöbel nicht mehr der Witterung ausgesetzt.
Komfort bietet die Glas-Faltwand zudem in punkto Pflege und Bedienung: Die Laufwagen sind in Edelstahlschienen kugelgelagert, welche die Faltelemente mühelos und leise in die gewünschte Position gleiten lassen. Der Nutzer hat stets die freie Wahl zwischen offen oder geschlossen – geschützt und luftig.
Die Loggien wurden in zwei unterschiedlichen Varianten gestaltet: Im 3. OG kombinierten die Planer das SL 35 Faltsystem, das aus fünf Elementen besteht und über eine Gesamtbreite von ca. 4 m geöffnet werden kann, zu beiden Seiten mit je einem Dreh-Kipp-Fenster aus dem Standard-Fenstersystem SL 45. Im 4. OG haben die Bewohner die freie Wahl zwischen einer vor Wind, Regen und Lärm geschützten Loggia und einem angrenzenden offenen Balkon, auf dem sie die Sonne in vollen Zügen genießen können. Die Balkonverglasung SL 35 besteht hier aus drei Elementen und lässt sich über die gesamte Breite von etwa 2,50 m öffnen.
Rahmenloses Schiebe-System
Neben der Komplettverglasung der Loggien wurden weitere 44 Balkone u. a. des südlichen Gebäudeteils zur hochfrequentierten Erzherzog-Karl-Straße hin mit dem transparenten Schiebe-System SL 20e ausgestattet. Diese ungedämmte Balkonverglasung dient als flexibler Wind- und Wetterschutz und wurde auf die vorhandene Stahlkonstruktion gesetzt. Die rahmenlosen Schiebe-Flügel sorgen dank stark reduzierter Profilhöhen für maximale Transparenz und freien Ausblick sowohl im offenen als auch geschlossenen Zustand. Je nach Balkonbreite wurden die Schiebe-Flügel 2- bzw. 4-spurig ausgeführt. Aber auch 5-spurige Anlagen können problemlos realisiert werden. Die Griffleiste des ersten Schiebeflügels sorgt für großen Bedienkomfort. Ebenso die praktische Mitnehmer-Funktion, mit der alle Elemente sich in einer Flügelkette aneinander reihen und mit nur einem Handgriff geschlossen werden können. Das unten aufstehende System gewährleistet dank einer Kombination aus Edelstahlrollen und -laufflächen ein leichtes und leises Gleiten der Schiebeflügel.
Die Balkonverglasungen überzeugten s&s architekten durch einen optimalen Schallschutz von 17 dB bis zu 29 dB. So wird Wohnraum auch an stark befahrenen Straßen deutlich aufgewertet, denn die Bewohner sitzen geschützt vor den Abgasen und dem Lärm des Verkehrs.
Balkon-Schiebesystem; Glas-Faltwand
Architekten:
s&s architekten, Wien

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