Teilzeit offen ganzjährig nutzbar

Balkonverglasungen

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Balkone erhöhen speziell im städtischen Umfeld den Wohnwert, sind aber bei unseren Klimabedingungen nur selten voll nutzbar. Balkonverglasungen können diese Zeit verlängern und gleichzeitig den Schall- und Wärmeschutz der Wohn- räume verbessern.

Markus Hoeft

Die Frage nach der Notwendigkeit einer Balkonverglasung offenbart eine gewisse Doppelsinnigkeit: Einerseits gelten Balkone als Komfortmerkmal, weil sie den Nutzern den Aufenthalt im Freien und damit das direkte Erleben von Licht, Luft und Sonne ermöglichen. Andererseits stellt man bei der Benutzung fest, an wie wenigen Tagen im Jahr man einen offenen Freisitz in unseren Breiten überhaupt sinnvoll nutzen kann. Spätestens dann entsteht die Überlegung, ob man das völlig Offene doch lieber in ein „Teilzeit-Offenes“ umwandeln möchte.
Schutz vor Regen und Wind
Denn genau dies ist ja in der Regel der Zweck einer Balkonverglasung: Der freie Austritt bleibt erhalten, kann jedoch bei entsprechender Witterung gegen Niederschläge und Wind geschützt werden. Um das spezielle Nutzungsgefühl des Balkons zu bewahren, müssen die Verglasungs-Elemente möglichst vollständig beiseite geschoben, gedreht oder gefaltet werden können. Dies unterscheidet die Balkonverglasung von einzelnen Dreh-Kipp-Fenstern, die zwar ebenfalls schützen, aber eben auch das Erlebnis des offenen Freisitzes deutlich schmälern.
Der temporäre Witterungsschutz muss nicht die einzige vom Bauherrn gewünschte Funktionalität der Balkonverglasung sein. Gerade in innerstädtischen Lagen oder bei Wohngebäuden an großen Straßen kann es auch um einen verbesserten Schallschutz für die Wohnräume hinter dem Balkon gehen. Unter energetischen Gesichtspunkten sind außerdem zwei Funktionen der Verglasung möglich: Entweder der geschützte Balkon bleibt unbeheizt, bildet aber einen Wärmepuffer für die Wohnräume.
Oder der geschlossene Balkon wird künftig Teil des beheizten Gebäudevolumens, womit seine Verglasung unter die Anforderungen der EnEV fällt.
Der erste Fall der unbeheizten Ausführung ist natürlich deutlich einfacher zu verwirklichen, bringt aber auch einen eher kleinen und zudem schwer quantifizierbaren wärmetechnischen Nutzen. Immerhin kann aber der Investor, Bauherr bzw. Vermieter im mehrgeschossigen Wohnungsbau – und dies dürfte die Hauptzielgruppe für Balkonverglasungen sein – die Kosten in der Regel in die Modernisierungsumlage einbeziehen und/oder sie als Wohnwert erhöhende Zusatzmaßnahme im Sinne des Mietspiegels werten.
Die zweite Variante, also die Einbeziehung des Balkons in das beheizte Gebäudevolumen, ist deutlich aufwändiger. Neben der Balkonverglasung müssen auch die Brüstung und die Bodenplatte in den EnEV-konformen Wärmeschutz einbezogen werden. Soll der vormals offene Balkon ein eigenständiger Raum bleiben, benötigt er außerdem eine Heizung. Alternativ können eventuell die frühere Balkontür sowie das Balkonfenster samt Brüstung entfernt werden, so dass die Balkonfläche eine Erweiterung des dahinterliegenden Wohnraumes bildet. Als Kompensation für diesen erhöhten Aufwand entsteht zusätzliche vollwertige Wohnfläche, die der Investor in den Miet- oder Verkaufspreis einkalkulieren kann.
Schon die hier kurz angerissene Diskussion der Varianten zeigt, dass der Architekt zunächst klären muss, welche Schutzfunktionen und welche energetischen Effekte der Auftraggeber eigentlich von den Balkonverglasungen erwartet. Erst danach kann über technische und architektonische Ausführungsdetails nachgedacht werden.
Mit oder ohne Rahmen
Im Hinblick auf die architektonische Wirkung sind vor allem Balkonverglasungen mit oder ohne vertikale Rahmenprofile zu unterscheiden. Systeme ohne Vertikalprofile fügen sich äußerst unauffällig in die Gebäudeansicht ein. Sie können optisch nahezu verschwinden und bewahren die Klarheit der Formensprache des ursprünglichen Balkons – etwa den leicht schwebenden Eindruck, den speziell Balkone mit auskragenden Bodenplatten hervorrufen. Der Preis für diese dezente Wirkung ist allerdings, dass die Systeme nur mit Einscheibenverglasungen ausgeführt werden können und an den Vertikalfugen einige Millimeter offen bleiben. Höhere Anforderungen an den Schall- oder Wärmeschutz lassen sich damit in der Regel nicht erfüllen. Die Verglasungen sind außerdem nicht vollständig dicht gegen eindringenden Schnee oder Regen, was gegenüber den Benutzern auch kommuniziert werden sollte. Denn sie können den neu gewonnenen Raum nicht mit empfindlichen Möbeln oder Wohnraumteppichen einrichten.
Optisch markanter gegenüber den Ganzglas-Lösungen sind allseitig gerahmte Verglasungen, deren senkrechte Profile einen deutlich ablesbaren Rhythmus und eine Assoziation an Fenster bzw. Fensterbänder erzeugen. Durch schmale Ansichtsbreiten und dezente Farben können die Profile zwar optisch zurückhaltend gestaltet werden. Günstiger dürfte es jedoch oft sein, den Rhythmus bewusst aufzunehmen und in die Gestaltung der Balkonbrüstung, der übrigen Fenster und der Fassade zu integrieren. Der umlaufende Rahmen erlaubt die Verwendung von Mehrscheiben-Isoliergläsern sowie eine wind- und regendichte Ausführung auch an der Vertikalfuge. Damit erhöht sich gleichzeitig die Schalldämmung, und der Wärmeschutz kann je nach gewähltem System deutlich verbessert werden.
Stehend oder hängend
Der klassische Fall einer nachträglichen Balkonverglasung ist sicherlich das Aufsetzen des Systems auf die vorhandene Brüstung. Je nach vorhandenem Befestigungsgrund und der Möglichkeit zur Lastableitung können dabei unten aufstehende oder oben hängende Systeme verwendet werden. Eine Alternative sind geschosshohe Verglasungen, in Kombination mit einem vorhandenen oder neu einzubauenden Geländer. Ist im Rahmen von Modernisierungen ohnehin eine Erneuerung der Brüstung erforderlich, lassen sich die untere Brüstung und die obere Verglasung auch als technische und gestalterische Einheit komplett neu planen.
Doch wie auch immer man vorgeht:
Um das spezielle Erlebnis eines Balkons zu bewahren, sollte die Verglasung großzügig, im Idealfall vollständig zu öffnen sein. Für die Öffnungsmechanik bieten sich darum vor allen Dingen Falt-Schiebe- oder Schiebe-Dreh-Systeme an, mit denen die Einzelelemente zu einem Paket verfahren und platzsparend an der Seite geparkt werden können.
Zu beachten sind in jedem Falle der erforderliche Raum für das „Parken“ der geöffneten Verglasung sowie die Erreichbarkeit jeder Außenscheibe für das Putzen der Fenster. Systeme, die in mehrgeschossigen Gebäuden nur mit Hubgeräten von außen geputzt werden können, verursachen unsinnige Betriebskosten und entsprechen auch kaum den Nutzungsvorstellungen der Bewohner.
Feuchte sicher abführen
Besondere Aufmerksamkeit bei der Systemauswahl verlangt die Ausbildung der unteren Lauf- bzw. Führungsschiene. Bürstendichtungen sollten hier das Eindringen von Schmutzpartikeln verhindern. Ein geneigter Bodenaufbau führt das bei Starkregen eventuell eingedrungene Wasser ab und verhindert damit ein Festfrieren der Verglasung im Winter.
Auf der Innenseite kann ein Auffang- system für Kondenswasser sinnvoll sein. Denn wenn in der Heizperiode warme Wohnräume zum geschlossenen Balkon entlüftet werden, steigt dort die Gefahr von Tauwasserbildung an der Innenseite der Außenscheiben. Die Bewohner sollten in diesem Fall auch die Balkonverglasung zumindest teilweise öffnen und auf dieses Nutzungsdetail auch hingewiesen werden. Ob der Hinweis auch beherzigt wird, entzieht sich allerdings der Einflussnahme des Planers. Gegebenenfalls kann deshalb auch die Verwendung entlüfteter Balkonsysteme geprüft werden, z.B. Balco VentTec.
Sonderfall Laubengang
Das hier zu Balkonverglasungen Gesagte gilt im Grundsatz auch für Loggien vor Wohnräumen. Die Montage ist dabei durch den auch seitlich vorhandenen Befestigungsgrund meist einfacher, architektonisch lassen sich zudem sehr geschlossene Gebäudeansichten erreichen.
Einen Sonderfall stellen die ebenfalls oft loggienartig ausgeführten Laubengänge dar. Diese Art der Gebäudeerschließung war in früheren Jahrzehnten beliebt, wird jedoch heute im Hinblick auf den Wärmeschutz und auf die Unfallsicherheit der für Regen, Schnee und Eis offenen Gänge eher kritisch gesehen. Eine Verglasung kann diese Probleme entschärfen, muss aber je nach baulicher Situation und zutreffender Landesbauordnung auch bestimmte Brandschutz- bzw. Entrauchungsauflagen für Rettungswege erfüllen. Eine Lösungsmöglichkeit sind dann selbstöffnende Systeme in Kombination mit Rauchmeldern, wie sie z.B. Solarlux als Laubengang-Verglasung oder Balco mit dem System Access anbieten.

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