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Vor Rückstau sichern

Entwässerungssysteme im Gebäude
Vor Rückstau sichern

Wie wichtig ein funktionierendes Entwässerungssystem ist, wird oft erst klar, wenn es zu spät ist – wenn z. B. Wasser aufgrund eines fehlenden Rückstauschutzes aus der Kanalisation zurück ins Gebäude drückt. Nur eine professionelle Entwässerungsplanung kann vor solchen Schäden schützen und eine fach- und bedarfsgerechte Entwässerung sicherstellen.

Reinhard Späth

Am Anfang steht die Klärung des Entwässerungsbedarfs, um auf dieser Grundlage den Entwässerungsplan zu erstellen. Hierzu sollte der Fachplaner gemeinsam mit dem Bauherren Fragen klären wie: Sollen die Bäder barrierefrei sein? Welche und wie viele Ablaufstellen sind unterhalb der Rückstauebene eingeplant? Welche Abwasserarten fallen an? Muss das Abwasser vor der Einleitung in den Kanal behandelt werden? Generell umfasst die fachgerechte Entwässerungsplanung drei Schritte: Abwasser ableiten, behandeln und vor Rückstau schützen.
Sicher Ableiten nach Norm
Abläufe sind Entwässerungsgegenstände, die der Sammlung, der Aufnahme und der Fortleitung des Abwassers dienen. Das können unter anderem Bad-, Boden-, Decken-, Dach-, Hof- oder Spezialabläufe sein. Die Nennweite (DN) von Bodenabläufen und Anschlussleitungen muss so gewählt werden, dass das Abflussvermögen dem Abwasseranfall entspricht. Sie sollen nicht größer bemessen werden, als dies aufgrund des anfallenden Abwasserstromes, dem Gefälle der Leitungen und dem zulässigen Füllungsverhältnis erforderlich ist.
Anschlusswerte von Entwässerungsgegenständen und Nennweiten von Einzelanschlussleitungen sind in DIN 1986– 100 zusammengestellt. Zusätzlich gilt die Arbeitsstätten-Richtlinie, nach der in Waschräumen für 30 m² zu reinigende Grundfläche ein Bodenablauf eingebaut werden muss.
Abläufe, Abdeckungen und Aufsätze der Abläufe müssen so ausgeführt sein, dass sie der möglichen Belastung an der Einbaustelle genügen. Gültig sind hier die Normen DIN EN 1253–1 (Abläufe für Gebäude) und DIN EN 124 (Aufsätze für Verkehrsflächen). Im Zweifelsfall sollte immer die höhere Belastungsklasse gewählt werden, um Sicherheit gewährleisten zu können.
Auch barrierefrei dicht
Bodenabläufe sind wasserdicht einzubauen, bzw. an Bauwerksabdichtungen nach DIN 18195 und /oder mit Verbundabdichtungen nach ZDB-Merkblatt anzuschließen. Bei einer Druckbeaufschlagung von 100 mbar (1 m Wassersäule) müssen die Ablaufkörper wasserdicht sein. Wo die Einbausituation die Dichtheit zwischen Aufsatzstück und Ablaufkörper erfordert, muss die Verbindung druckdicht ausgeführt werden.
Neben den gültigen Normen und Vorschriften spielen natürlich auch Wünsche des Architekten und des Bauherrn bezüglich Optik und Funktion der Abläufe eine entscheidende Rolle. So gehört ein barrierefreies Bad für viele Bauherren zum modernen Wohnen. Dementsprechend ist auch ein bodenebener Ablauf in die Dusche einzuplanen. Besonders beliebt sind Duschrinnen. In den verschiedenen Ausführungen sind sie nicht mehr allein Ablauf, sondern werden zum Design-Objekt, das mit in die Badgestaltung einbezogen wird – wie die Duschrinne Linearis Comfort, die mit den unterschiedlichsten Stegen, von der beleuchteten Variante bis hin zum Wurzelholz, ausgestattet werden kann. Der Rahmen des Rinnenstegs ist höhenverstellbar, so dass er an unterschiedliche Bodenbeläge angepasst werden kann.
Behandeln von Abwasser
Nicht alle Stoffe dürfen in die Kanalisation gelangen. DIN 1986–3 benennt die für die Entwässerungsanlagen schädlichen Stoffe. Zu ihnen zählt neben Schutt, Säuren und Müll unter anderem Fett, da es Abwasserleitungen verstopfen kann. Daher muss beispielsweise Abwasser aus betrieblich genutzten Küchen in einem Fettabscheider behandelt werden. Dieser trennt die Fette und Öle vom Abwasser nach dem Schwerkraftprinzip. Für Einbau und Betrieb von Fettabscheidern gelten DIN EN 1825 und DIN 4040–100. Fettabscheider können sowohl frei im Gebäude aufgestellt als auch in die Erde eingebaut werden. Für beide Einbauvarianten gilt, dass Frostschäden zu vermeiden sind. Außerdem muss die Zugänglichkeit für Wartung, Überprüfung und Entsorgung jederzeit gewährleistet sein. Darüber hinaus sollten Abscheider nicht in der Nähe von Fenstern oder Lüftungsanlagen platziert werden, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden.
Nicht nur im gewerblichen Bereich müssen Abwässer behandelt werden, auch für private Haushalte kann das erforderlich sein, wenn Wohnhäuser nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind. Dann muss das Abwasser durch eine Kleinkläranlage gereinigt werden, bevor es in die Kanalisation eingeleitet werden kann. Für die Anwendung, Bemessung und Ausführung einer Kleinkläranlage gelten DIN 4261 und die Euronorm EN 12566–3. Zusätzlich müssen das Wasserhaushaltsgesetz (WHG), das Landeswassergesetz (LWG), die Regelwerke der DWA, die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) sowie Vorschriften der Landesbauordnung beachtet werden.
Rückstauschutz
Um sicherzustellen, dass das abgeleitete und behandelte Abwasser während eines Rückstaus nicht zurück ins Gebäude gedrückt wird, muss ein passender Rückstauschutz eingeplant werden. Denn immer häufiger kommt es zu Stark-regenfällen, die die Kanalisation überlasten und den Wasserpegel über die Rückstauebene steigen lassen. Schäden an Möbeln und Hausrat in den überfluteten Kellern sind die Folge. Städte und Gemeinden müssen dafür jedoch nicht einstehen. In der Regel schreiben Kommunen den Grundstücksbesitzern vor, sich gegen Rückstau selbst zu sichern.
Die Planung von Rückstausicherungen orientiert sich im Wesentlichen an den Grundlagen der DIN 1986–100. Gibt es mehrere Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene, kann der Rückstauschutz in die Hauptleitung eingebaut werden. Muss lediglich eine Ablaufstelle geschützt werden, besteht die Möglichkeit, den Rückstauverschluss direkt zu integrieren. Wenn das Wasser mit Gefälle zum Kanal entsorgt werden kann, reicht ein Rückstauverschluss aus. Dieser ermöglicht jedoch nicht, dass die Ablauf-stellen im Gebäude auch während eines Rückstaus weiterhin genutzt werden können. Denn ist der Zugang zum Kanal verschlossen, kann das Wasser nicht mehr abfließen und tritt über die Abläufe im Keller aus. Abhilfe schafft hier ein Rückstauverschluss wie der Pumpfix F. Bei Rückstau schließt er die Rückstauklappe und entsorgt das anfallende Abwasser über eine Pumpe gegen den Rückstau in den Kanal. Darüber hinaus kann für diese Fälle die Rückstauhebeanlage Ecolift eingebaut werden. Besteht kein Gefälle zum Kanal, muss eine Hebeanlage eingesetzt werden. Diese hebt das Abwasser mittels Druckschleife über die Rückstauebene in den Kanal.

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