Installation eines Parksystems in einem Multifunktionsgebäude in Kopenhagen

Dynamisch raumsparend – Vollautomatisches Parksystem für das BLOX

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Auf einem ehemaligen Brauereigelände im Kopenhagener Hafenbezirk hat Anfang Mai das BLOX eröffnet: ein Multifunktionsgebäude von OMA, das u.a. das Dänische Zentrum für Architektur beherbergt. Weil der zur Verfügung stehende Raum sehr knapp war, wurde im Untergeschoss ein platzsparendes, vollautomatisches Parksystem installiert.

Petra Ernst-Gutierrez | Miriam Meister | vs

Das sechsgeschossige BLOX umfasst 22 Wohnungen, ein Restaurant, Co-Working-Arbeitsplätze, ein Fitness-Center, einen Buchladen sowie öffentliche Freizeitflächen und Spielplätze. Im Herzen des Gebäudes befindet sich außerdem das Dansk Arkitektur Center (DAC), das – neben einer Dauerausstellung zur dänischen Architektur – Raum für mehrere wechselnde Ausstellungen im Jahr bietet. Ziel des DAC ist es, Architektur greif- und erlebbar zu machen. Es bietet u.a. Workshops und Diskussionsveranstaltungen rund ums Thema Architektur sowie Architekturführungen durch die dänische Hauptstadt an.

Die Planungsverantwortung für das BLOX lag beim renommierten niederländischen Architekturbüro Office for Metropolitan Architecture (OMA) unter Federführung der Architektin Ellen van Loon. Das neue Gebäude sollte an einem bisher leeren Ort Leben schaffen und den einst öden Schiffsanlegeplatz in eine innerstädtische Erlebniszone verwandeln.

Viele Betrachter erinnert das BLOX an aufeinandergestapelte Schiffscontainer. Kopenhagens meistbefahrene Einfallstraße führt mitten durch das Gebäude. Befindet man sich im Inneren, kann man die Autos durch Glaswände vorbeiflitzen sehen. Die Glasfronten spiegeln die Wasserbewegungen im Hafenbecken wider, und der Außenbereich lädt zum Verweilen ein. Das Gebäude nutzt regenerative Energie vor Ort und erreicht damit eine Niedrigenergieklasse mit einem Primärverbrauch von unter 40 kWh/m² pro Jahr. Damit ist das BLOX äußerst energieeffizient und genügt den strengen Energieanforderungen Dänemarks.

Parken ohne Warteschlange

Weiteres Highlight ist ein öffentlich zugängliches, vollautomatisches Parksystem, das sich unter dem Gebäude befindet und rund 350 Fahrzeugen Platz bietet.

Da die Zufahrt zum BLOX-Parksystem aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht ebenerdig erfolgen konnte, wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro OMA eine unterirdische Zufahrt konstruiert. Diese ist mit einem Rütteleffekt ausgestattet, sodass beispielsweise Schnee im Winter während der Zufahrt vom Fahrzeug abgeschüttelt und durch ein unterirdisches Drainagesystem abgeleitet wird. Auf diese Weise geraten nur geringe Mengen an Schnee und Wasser ins System.

Als vollautomatisches Parksystem dient „Cubile S“ von Lödige. Dieses wurde auch bereits im DOKK1 integriert, einem Multifunktionsgebäude in Aarhus, Dänemarks zweitgrößter Stadt. Grundsätzlich funktioniert das System im nun eröffneten BLOX vergleichbar: Über eine Rampe erreicht der Besucher die modernen, dem architektonischen Stil des Gebäudes angepassten Parkkabinen. Dort befindet sich eine Hebeplattform, auf welcher der Fahrer sein Fahrzeug abstellt. Nach dem Verlassen der Parkkabine wird das Rolltor verschlossen und der automatische Parkvorgang beginnt. Bevor der Heber die Plattform senkt, stellt eine Kombination von Scannern sicher, dass sich weder Menschen noch Tiere dort aufhalten. Erst dann wird das Fahrzeug auf die Ebene gesenkt, in der es eingeparkt werden soll. Der Lödige Shifter, ein extra-flacher Roboter, fährt unter das Fahrzeug und hebt dieses sanft an den Rädern an, um es vom Lift auf das Verteilfahrzeug und schließlich die Lagerfläche zu transportieren. Durch die Geschwindigkeit von Shifter und Verteilfahrzeug-System ist die Parkkabine des Cubile S unmittelbar wieder einsatzfähig, was einen höchstmöglichen Durchsatz zur Folge hat. Da es sich um eine Durchfahrtskabine handelt, wird das Fahrzeug stets in Fahrtrichtung zurückgebracht. Die Auslagerzeit des Systems beträgt im Schnitt nur ein bis zwei Minuten – komfortabel und vor allem zeitsparend für die Nutzer.

Optimiert und individuell angepasst

Lödige Industries hat das Parksystem Cubile S für die Integration im BLOX weiterentwickelt und individuell auf die dortigen Ansprüche ausgelegt. Da der zur Verfügung stehende Raum im Zentrum Kopenhagens sehr knapp war, wurde u.a. ein Fahrzeugvermessungssystem eingeführt. Dieses macht es möglich, Parkflächen individuell zu definieren und anschließend dynamisch zu nutzen. Während im DOKK1 standardmäßig zwei Autos pro Reihe mittig positioniert geparkt werden, wird im BLOX zunächst mittels Laservermessung ein 3D-Modell des Fahrzeugs erstellt. So können – je nach Fahrzeuggröße – zwei bis drei Pkws mit einem automatischen Abstand von 10 cm geparkt werden. Damit werden auch die Stellreihen, die im Vergleich zum DOKK1-Parksystem verkürzt sind, optimal genutzt .

„Da das BLOX-Areal recht klein ist, war es uns wichtig, das automatisierte System zu optimieren, um Platz für so viele Parkflächen wie möglich zu schaffen“ , sagt Peter Kjølby, COO beim Kunden Realdania By & Byg. „Und die neuen Gestaltungsmerkmale, die Lödige entwickelt hat, machen es uns möglich, die Anzahl der Parkflächen um 30 % zu erhöhen.“

Architekten:

OMA, Rotterdam

www.oma.eu

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