Holzhaus auf Stützen mit Sichtholzoptik der Weißtanne - außen und innen

Neubau eines Ferienhauses am Bodensee

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Ein Haus am Bodensee wurde als Feriendomizil in Brettsperrholzbauweise mit Sichtholzoptik errichtet. Multifunktionale Massivholzelemente aus Weißtanne kamen an der Fassade und an Decken und Innenwänden zum Einsatz, so dass ein Holzhaus durch und durch entstanden ist.

Anforderung:

Ferienhaus als hochwasserfeste Konstruktion mit wohngesundem Raumklima

Lösung:

Holzhaus auf Stützen mit Sichtholzoptik außen und innen


Iris Darstein-Ebner, Ruess Public B | be

Im österreichischen Hard am Bodensee liegt das Gebiet „In der Schanz“ in den Rheinauen. Seit die Gemeinde in den 1950er-Jahren das einstige Schwemmland in Anlehnung an den Hafen im südfranzösischen Hyères in eine Feriensiedlung umwandelte, herrscht dort mediterrane Lebensart. Obgleich zuweilen heftige Regenfälle die Gewässerpegel ansteigen lassen und die Keller fluten, ist „Klein-Venedig“ beliebte Wohngegend. Auch eine Bauherrenfamilie aus München erwarb dort ein kleines, aber nicht erhaltenswertes Bestandsgebäude auf einem Pachtgrundstück.

Der Konstanzer Architekt Robert Geckeler wurde beauftragt, auf der Parzelle einen Neubau als Feriendomizil in Holzbauweise zu errichten. Die Brettsperrholzelemente wurden den konstruktiven, bauphysikalischen und gestalterischen Anforderungen entsprechend im Werk konfiguriert. Das Ergebnis: ein Haus wie eine Arche, das in schönster Sichtholzoptik konstruiert ist und dem das Hochwasser dennoch nichts anhaben kann.

Robert Geckeler entwarf das Holzhaus auf Stützen, unter dem das Hochwasser hindurchfließen kann. Eigentlich komplett aus Holz, sind lediglich die geländegleiche Bodenplatte sowie die Aufständerung aus Stahlbeton. Statt eines Kellers ist diese gerade einmal 2 m hohe Ebene als „offenes Untergeschoss“ konzipiert. Es hat ebenso wie die übrige Fassadenfläche eine Rhombus-Verkleidung aus vorpatinierter Weißtanne, kann aber bei Hochwasser „geflutet“ werden. Es dient als Winterlager für Boote, als Brennholzdepot und Fahrradgarage. Allseitige Schiebetore ermöglichen den freien Zugang.

Klug geplant und schnell errichtet

Das Klimaholzhaus mit rund 100 m² Wohnfläche auf 1½ Etagen ist vollständig aus konfigurierbaren tragenden Massivholzbauteilen made of Ligno für Wand, Decke und Dach konstruiert, die innen bereits ab Werk mit einer endfertigen hochwertigen Sichtholzoberfläche ausgestattet sind: Astfreies Holz prägt das innenarchitektonische Design. Da der Bebauungsplan eine Traufhöhe von maximal 5 m vorschrieb, entwarf der Architekt ein Pultdachhaus und konnte mit diesem „Kniff“ teilweise eine Zweigeschossigkeit erreichen. Auf der Pultseite nimmt die gegenläufige Glasüberdachung der Terrasse die erlaubte maximale Traufhöhe wieder auf.

Den Außenwänden aus massiven Holzelementen Ligno Uni Q3 wurde eine 24 cm starke U*psi-Dämmständerebene mit Holzfaser-Einblasdämmung vorangestellt, die zum Schutz vor der Witterung mit einer Rhombus-Schalung aus vorpatinierter Weißtanne verkleidet ist. Decken und Dach bestehen aus tragenden Brettsperrholzelementen Ligno Rippe Q3 und Ligno Block Q3, wobei auch hier alle an die Außenluft angrenzenden Bauteile hochwertig gedämmt sind und die Gebäudehülle ringsum lückenlos dämmen.

Architekt Geckeler meint zu Lignotrend-Bauteilen: „Der Planungsaufwand mag ein klein wenig höher sein, weil wegen der Vorfertigung der Elemente viele Entscheidungen bereits sehr früh getroffen werden – die Lage der Schalter, der Steckdosen oder die Elektroauslässe für die Lampen beispielsweise. Doch auf der Baustelle geht dann alles sehr schnell. Das Aufrichten des Hauses in Hard hat gerade einmal drei Tage gedauert, danach waren schon wesentliche Innenausbau-Flächen fertiggestellt.“

Astfreie Weißtanne

Eine vorgelagerte Außentreppe aus Stahl erschließt das Wohngeschoss. Unter einem Fassadenrücksprung liegt ein gedeckter Eingangsbereich, der gleichzeitig auch Zugang zur glasüberdachten Südterrasse ist. Ein zweigeschossiger, bis unter das Dach offener Eingangsraum empfängt den Besucher mit der edlen Design-Anmutung des Weißtannenholzes ringsum, das sich über Decken und Wände zieht und auch alle Einbauten, Fensterzargen sowie die Türfassungen und -blätter mit einschließt. Auch die Bodenbeläge und die Stufen der Innentreppe sind aus Holz. Wer bei so viel Naturmaterial ein rustikales Erscheinungsbild vor Augen hat, irrt. Denn das helle Holz der heimischen Weißtanne, das Lignotrend für die Sichtseiten seiner Elemente in astfreier Form verwendet, verleiht den Oberflächen ein sehr zurückhaltendes und keineswegs „holziges“ Aussehen.

„Entscheidet man sich für die edlen Sichtholzoberflächen für Wände und Decken made of Ligno, hat das noch einen weiteren großen Vorteil: Rohbau ist dann gleich Fertigbau. Die Innenflächen sind sofort endfertig und kein Maler oder Gipser muss jemals an diese Flächen ran“, erklärt Robert Geckeler. „Sie sind nach Einbau sofort wohnlich und schön, und das bleiben sie auch. Das ist eine enorme Erleichterung für den Nutzer und auch eine nicht zu vernachlässigende finanzielle Ersparnis für die Zukunft.“

Besonders sorgfältig ordnete Robert Geckeler die Wand-, Decken- und Dachelemente als ein exaktes Fugenraster im Innenraum an. So entstand ein durchgängig einheitliches und harmonisches Ganzes. Glaseinsätze an den Übergängen von Wand und Dach lassen das Licht von einem Raum in den nächsten fließen. Glastüren verstärken den Effekt des „Durchwohnens“. In die Bauteile eingelassene LED-Lichtbänder schaffen visuelle Leichtigkeit.

Ohne dicke Luft und Schimmelbildung

Bei der Martin Holzbau GmbH in Dornbirn, die das Aufrichten des Hauses verantwortete, informierten sich die Bauherren – begleitet von Robert Geckeler – vorab über die besondere Wirkungsweise eines Klimaholzhauses auf die Aufenthaltsqualität im Wohnraum. Im neuen Haus sollte vor allem das Problem der Schimmelbildung ausgeschlossen werden, das beim Bestandsgebäude so massiv aufgetreten war.

Der mehrschichtige Aufbau der Klimaholzhaus-Gebäudehülle ermöglicht durch die klare Abfolge von tragendem Massivholzkern, diffusionsoffener Membran und außen aufgesetzten Dämmständern ein lückenloses Umlaufen der Wand- und Dachdämmung. So werden Wärmebrücken zuverlässig minimiert und die Wände bleiben trocken.

Nicht zuletzt sorgt die besondere Konstruktion des Klimaholzhauses für ein angenehmes Raumklima, da das Massivholz seine natürlichen klimaregulierenden Fähigkeiten ganzjährig optimal ausspielen kann. Die Klimaholzhaus-Bauweise ist diffusionsoffen, das heißt, die luftdichte, aber für Wasserdampf durchlässige Gebäudehülle wirkt atmungsaktiv. Die bewusst verbaute große Holzmasse reguliert den Feuchte- und Wärmehaushalt des Hauses: Im Sommer wird der Raumluft nicht nur Feuchtigkeit entzogen, sie heizt sich auch nicht so schnell auf, weil das massive Holz den Wärmedurchgang verzögert und abmindert. Ein Klimaholzhaus hält die Wärme im Sommer draußen und im Winter drinnen. Außerdem wirkt das Holz in der kalten Jahreszeit trockener Raumluft entgegen, indem es die im Sommer gespeicherte Luftfeuchte auf natürlichem Wege wieder abgibt. Das ganze Jahr über herrscht dadurch ein angenehmes Raumklima.


Bauherr: privat

Architektur: Architekten Geckeler, Konstanz
www.architekten-geckeler.de

Ausführendes Holzbauunternehmen: Martin Holzbau GmbH & Co. KG, A-Dornbirn

Bauzeit: 11 Monate

Grundstücksgröße: 250 m²


Architekt Robert Geckeler: „Ein großer Vorteil bei der Arbeit mit Lignotrend-Bauteilen ist, dass die Gebäude sehr schnell erstellt werden können.“


Keine Schimmelgefahr

Der mehrschichtige Aufbau der Klimaholzhaus-Gebäudehülle ermöglicht durch die klare Abfolge von tragendem Massivholzkern, diffusionsoffener Membran und außen aufgesetzten Dämmständern ein lückenloses Umlaufen der Wand- und Dachdämmung. So werden Wärmebrücken zuverlässig minimiert und die Wände bleiben trocken.


Mehr zum Thema

  • Interview Prof. Kaufmann zu Holzhäusern

www.hier.pro/bba1018-kaufmann-holzhaeuser



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