Kunst-Museum in Bernried am Starnberger See

Zwischen Wiesen und Wasser

Der Besuch des Buchheim-Museums spricht alle Sinne an: Natur, Kunst und Architektur gehen eine gelungene Symbiose ein. Nördlich von Bernried liegt das Museum im Höhenrieder Park direkt am Ufer des Starnberger Sees, wo sich ein Spaziergang durch den Park als besonderen Natur- und Kunstgenuss erweist.

Alte Baumgruppen, verwunschene Teiche, Pagoden, Skulpturen und andere Kunstwerke säumen den Weg. Bei schönem Wetter kann man bis zu den Alpengipfeln blicken.
Lothar-Günther Buchheims Museumskonzept vereint vier Sammlungen unter einem Dach: Im Zentrum steht die berühmte Expressionistensammlung mit Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken. Gleichzeitig ist das Haus auch Völkerkundemuseum und Volkskundliche Sammlung. Die „Nebensammlungen“ umfassen Kunsthandwerk aus aller Werk, bayerische Volkskunst, Kultgegenstände aus Afrika und anderen außereuropäischen Ländern.
Schließlich werden auch Werke des Künstlers Buchheim gezeigt. Wechselnde Ausstellungen ergänzen die Lebendigkeit des Museums. Träger ist die Buchheim-Stiftung.
Lang gestreckte Architektur
Für die Buchheimschen Sammlungen hat Günter Behnisch auf 6 600 Quadratmetern Fläche eine mehrgliedrige und abwechslungsreiche Architektur geschaffen, die die Vielfalt der Kunstwerke widerspiegelt. Der lang gestreckte, zum Teil in den Hang hineingebaute Baukörper endet in einem zwölf Meter über dem See schwebenden Steg.
Mit ihrem alten Baumbestand bildet die Hirschwiese im Gelände der Höhenrieder Klinik prächtige Parkkulisse für das zum See weisende Gebäude. Die hügelige Landschaftsarchitektur ist in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden. Behnisch hat die zum See hin abfallende Hangfläche mit deckartigen Ebenen geschichtet. Am Eingang kann das Museum ebenerdig begangen werden, zum Starnberger See hin wird es dreigeschossig.
Grün-weiß-blau komponiert
Lichtspiele sowie optische Beziehungen zwischen den Bäumen, dem See und den wechselnden Ausstellungen dominieren die Architektur. Nach der Vorstellung des Architekten sollte der Museumsbau in seiner Erscheinung nach außen zurückhaltend und doch selbstbewusst wirken, um die Landschaft und die bestehende Villa nicht zu beeinträchtigen. Ein stilvoll-reduzierter Materialmix für die Fassade unterstützt diese Absicht augenfällig: Holzfassaden werden ergänzt von Glasflächen, weiß verputzten horizontalen Bändern sowie weißen Metallgeländern. Gerade letztere assoziieren die Nähe zum maritimen Bootsbau und kontrastieren traditionell mit dem Blau des Sees.
Befindet sich der Museumsbesucher auf dem Steg über dem Wasser, fühlt er sich fast an Bord eines Ausflugschiffs versetzt. Auch die Gliederung des Baukörpers erinnert an eine Architektur der Schiffsbauweise mit ihren „Kommandobrücken“, Relings und Sprungtürmen. Selbst im Innern verweisen verglaste lange Durchgänge und die weißen Geländer auf den Strandbad-Charakter.
Als Anregung für den Entwurf diente auch das Louisiana-Museum für Moderne Kunst in der Nähe der dänischen Hauptstadt Kopenhagen: Die Natur wird sowohl in Dänemark als auch in Bayern durch große Fensterflächen, also ständigen Ein-, Aus- und Durchblicken, mit ins Haus genommen und bildet zusammen mit der Architektur eine Einheit. Geprägt wird die Stimmung vom lichten Grün der Bäume, von dem blendenden Weiß des Gebäudes und dem schimmernden Blau des Wassers.
Architekten: Behnisch, Behnisch & Partner, Stuttgart

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