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Zwischen dezent und markant

Metalldecken
Zwischen dezent und markant

Leichte abgehängte Unterdecken lassen sich aus dem Innenausbau von Büro- und Gewerberäumen nicht mehr wegdenken. Die unterseitigen Sichtflächen dieser Decken können mit metallischen Platten, Kassetten oder Paneelen technisch und ästhetisch elegant gestaltet werden. Neben der sachlich-klaren Formensprache überzeugen bei Metalldecken vor allem das geringe Gewicht sowie die lange und praktisch wartungsfreie Lebensdauer.

Verlorene Höhe?
Historische Baumeister hätten mit dem Konzept der leichten abgehängten Unterdecke wohl so ihre Schwierigkeiten gehabt: Warum sollten sie erst für teures Geld die Geschosshöhe im Rohbau vergrößern, wenn ein Teil dieser Höhe mit der Unterdecke im Ausbau wieder versteckt wird? Der Raum über der Decke wäre für sie verlorene Höhe gewesen.
Die Idee der abgehängten Unterdecke wurde darum erst mit dem Anwachsen der technischen Installationen im Gewerbe- und Bürobau interessant. Die Beleuchtung, Lüftungsleitungen und Stromversorgung sowie ggf. auch die Leitungen der EDV lassen sich im Deckenhohlraum sehr flexibel und optisch unauffällig installieren.
Weitere mögliche Funktionen der Unterdecke sind die Verbesserung von schall- oder brandschutztechnischen Eigenschaften sowie die Kühlung des darunterliegenden Raums.
Aus dem Einsatzzweck werden eine Reihe von Bezeichnungen hergeleitet, etwa: Installationsdecke, Lichtdecke, Lüftungsdecke, Akustikdecke oder Kühldecke.
Unscharfe Bezeichnungen
Die Bezeichnungen sind allerdings unscharf, weil eine Decke oft mehrere der Zusatzfunktionen gleichzeitig erfüllen kann. Die Benennungen sagen außerdem nichts über den optisch-architektonischen Eindruck, den die Decke hervorruft.
Für den Raumeindruck sind vor allem das Material und die geometrische Gestaltung der Unteransichten maßgeblich. Neben Decklagen aus Holz und Holzwerkstoffen, Gipskarton sowie Faserplatten aus Mineral- oder Holzwolle hat sich Metall zu einer interessanten Materialalternative entwickelt.
Metalle als Deckenmaterial
Für leichte Unterdecken werden vor allem verzinktes Stahlblech und Aluminium eingesetzt.
Die Oberflächen können naturbelassen oder auch in jeder Farbe lackiert oder beschichtet sein. Mit der Farbe bzw. der Beschichtung lässt sich die lichttechnische Wirkung der Decke beeinflussen. Reflexionsfreie Ausführungen sind ebenso möglich wie betont reflektierende Decken.
Ein großer Vorteil der Metalle ist ihr perfektes und in Innenräumen zumeist auch völlig unveränderliches Oberflächenfinish.
Die Oberflächen nehmen keine Gerüche sowie kaum Schmutz an und lassen sich bei Bedarf einfach reinigen.
Unterdecken aus Metall werden weitgehend staubfrei sowie trocken montiert, sie können später ebenso problemlos wieder demontiert und recycelt werden. Diese Eigenschaften sind vielleicht nicht von so hoher Bedeutung, wenn das ganze Gebäude sich noch im Bau befindet oder nach seiner Standzeit abgerissen wird, für einen zügigen Umbau im Rahmen einer Gebäudeumnutzung können sie sich jedoch als wichtiger Vorteil erweisen.
Es ist fast müßig, auf die brandschutztechnischen Parameter der (unbeschichteten) Metalle hinzuweisen, sei hier aber dennoch kurz getan: Sie erhöhen als unbrennbare Stoffe nicht die Brandlast und leisten keinen Beitrag zur Rauchgasbildung.
sichtbare Perforation
Einer etwas genaueren Betrachtung bedürfen hingegen die akustischen Eigenschaften von Metalldecken.
Metalle mit glatten und geschlossenen Oberflächen gehören – gemeinsam etwa mit Glas, Sichtbeton oder Naturstein – zu den eher schallharten Materialien. Solche Decken sollten nur ausgeführt werden, wenn genügend schallweiche Oberflächen an den Wänden oder auf dem Boden vorhanden sind, damit es im Raum nicht zu unangenehmem Hall und somit einer Verzerrung aller Geräusche kommt.
Wenn eine hohe Nachhallzeit wegen der schallharten Ausführung an Wand und Boden zu befürchten ist, sollte die Decke als Akustikdecke ausgebildet werden, was auch mit Metalldecken problemlos möglich ist.
Die metallischen Decklagen werden hierfür perforiert geliefert, meist entweder mit systematisch angeordneten runden Löchern oder etwa mit einer Streckmetalloptik. Schon allein die Perforation baut über die Mantelreibung beim Schalldurchgang Schallenergie ab, der absorbierende Effekt lässt sich außerdem über eine Deckenauflage (Akustikvlies, Mineralwolle) verstärken. Eine schalldämmende Auflage reduziert außerdem die Schallübertragung zum darüberliegenden Raum. Gelochte Elemente für Metalldecken werden mit verschiedenen sichtbaren Lochbildern angeboten, die sich hinsichtlich der Größe sowie der Anzahl und Anordnung der Löcher unterscheiden. Große Löcher absorbieren eher hohe Frequenzen, kleine Löcher eher tiefe Töne.
Schalltechnisch ist zudem der Gesamtwert des „freien Querschnitts“ relevant, der für eine gute Raumakustik in Größenordnungen zwischen 15 und 25 % liegen sollte.
Wie schon angedeutet, sind die normalen Lochbilder sichtbar und können bewusst als raumgestaltendes Element eingesetzt werden. Es gibt außerdem nicht sichtbare so genannte Mikroperforationen, bei denen die Platten die Optik einer geschlossenen Decke ausbilden, tatsächlich aber mit einer Vielzahl kleinster Öffnungen versehen sind.
Hier reichen wegen der verstärkten Mantelreibung an den vielen kleinen Löchern geringere freie Querschnitte aus, ein Hersteller gibt für seine mikroperforierte Decke beispielsweise 0,64 % Lochanteil an.
ohne Rasterbetonung
Bei allen technischen Vorteilen die metallische Decken aufweisen, der wichtigste Entscheidungsgrund des Planers für eine solche Unterdecke dürfte oft in ihren sehr variablen Gestaltungsmöglichkeiten liegen.
Neben den Standardsortimenten bieten viele Hersteller objektbezogenen Sonderdecken an, bei denen man dann die ganze Fülle des Metalldesigns ausnutzen kann. Das Material lässt sich schließlich in beinahe jede Form zuschneiden, kanten, und biegen sowie mit einer Vielzahl von Verfahren an der Oberfläche behandeln.
Doch auch wer aus wirtschaftlichen Gründen auf Sonderdecken verzichtet, findet in den Standardangeboten eine große Anzahl von Varianten, die hier aus Platzgründen nicht alle beschrieben werden können.
Auf einige Grundmuster sei aber eingegangen:
Der Klassiker unter den Metalldecken schlechthin ist die Kassettendecke mit zumeist quadratischen, seltener auch rechteckigen Kassetten.
Sie sind einfach in der Planung sowie wirtschaftlich in der Ausführung und können gestalterisch in jeder Raumgeometrie überzeugen. Die Bleche sind an den Seiten aufgekantet und werden je nach System auf die Unterkonstruktion aufgelegt, in sie eingehängt oder eingeklemmt. Es entsteht eine unaufdringliche ebene Decke.
Über das Erscheinungsbild entscheidet neben der Kassettenoberfläche (z.B. geschlossen, gelocht, Streckmetalloptik) vor allem das Fugenbild. Die Kassetten können dicht an dicht montiert werden, wodurch dann die Unterkonstruktion vollständig verdeckt wird. Oder es werden betonte Schattenfugen geplant, in denen die Profile des Tragrostes teilweise zu sehen sind. Quadratische Kassetten wirken richtungsneutral, mit rechteckigen Platten lässt sich hingegen eine Raumrichtung betonen.
Die Richtungsbetonung und Deckenstruktur kann mit den Rasterdecken noch deutlicher herausgearbeitet werden, bei denen breite und sichtbare Tragroste die Deckenfläche einteilen. Rasterdecken bieten sich vor allem an, wenn durch die erforderliche Beleuchtung ohnehin eine starke Struktur in der Decke vorgegeben ist. Die Maßsystematik der Unterdecke sowie der Rastereinbauleuchten kann dann aufeinander abgestimmt werden und die Leuchten werden etwa als Bänder oder als schachbrettartig versetzte Felder in die Decke integriert.
Die Deckenfelder zwischen den Leuchten lassen sich wieder wahlweise geschlossen, perforiert oder in Streckmetalloptik planen. Zu beachten ist, dass das Trägerraster der Decke eine intensive Wirkung verleiht, die Felder im Raster sollten darum eventuell eher zurückhaltend gestaltet sein.
Paneele und Lamellen
Eine dritte Ausführungsvariante sind Aluminium-Paneeldecken. Die Paneele haben Breiten bis 40 cm und sind deutlich länger als breit. Aufkantungen besitzen nur die Längsseiten. Paneele werden parallel und meist dichtgestoßen an nicht sichtbaren Tragschienen befestigt. Es entsteht eine geschlossene Untersicht, die mit den Längsstößen eine Raumrichtung dezent betont. Die Richtungswirkung lässt sich steigern, wenn die Paneele mit einer Längsfuge von einigen Millimetern montiert werden. Die Längsfugen können offen bleiben oder mit einem Fugenprofil geschlossen werden.
Bei Fluren oder anderen nicht allzu breiten Räumen gibt es keine Querfugen im Verlegebild.
Aluminium-Paneele zeichnen sich speziell durch ihr geringes Gewicht und ihre schnelle Montage aus. Jedes Paneel lässt sich einzeln entfernen, die Decke ist somit später an jeder Stelle zugänglich. Die Sichtflächen können wahlweise geschlossen oder perforiert sein.
Als viertes sei hier noch eine offene Ausführungsvariante der Metalldecken genannt, bei der die Elemente nicht waagerecht, sondern senkrecht hängend montiert werden. Derartige (Vertikal-)Lammellendecken, die keine geschlossene Fläche ausbilden, reduzieren optisch die Höhe des Raums und tragen zur Verbesserung der Raumakustik bei. Im Raum über der Decke kann die Beleuchtung untergebracht werden, die dann ihr Licht blendfrei und eventuell auch durch die Lamellen planmäßig gelenkt in den Raum abgibt.
und Hersteller
Metalldecken sind nicht als eigenständiges Bauteil normiert.
Für den verwendeten Werkstoff gelten die jeweiligen Stoffnormen, die aber naturgemäß keine Planungshilfe für konkrete Bauteile darstellen.
Für Unterdecken gilt zudem die DIN 18168:
• DIN 18168-1, Ausgabe: 1981-10: Leichte Deckenbekleidungen und Unterdecken; Anforderungen für die Ausführung.
• DIN 18168-2, Ausgabe: 1984-12: Leichte Deckenbekleidungen und Unterdecken; Nachweis der Tragfähigkeit von Unterkonstruktionen und Abhängern aus Metall.
Wie die Titel schon andeuten, beschreibt die Norm das Bauteil Unterdecke unabhängig vom Material der Decklage. Die Bestimmungen bleiben dementsprechend allgemein.
Konkreter werden da schon die „Qualitätsstandards für Metalldecken und -Paneele“, die der „Technische Arbeitskreis Industrieller Metalldeckenhersteller (TAIM) e.V.“ herausgegeben hat.
Als Unterstützung für den Planer bietet der TAIM eine Liste seiner Mitglieder an und bereitet derzeit ein Planungshandbuch zum Thema vor.
• TAIM e.V.
Planungsunterstützung gewähren außerdem die Hersteller für ihre jeweiligen Produkte, von denen hier nachfolgend eine kleine, nicht repräsentative Auswahl genannt sei.
Aluminium-Paneeldecken sind ein Produktionsschwerpunkt der Geipel Decken- und Profilsysteme GmbH.
Paneele für vier Modulbreiten in glatter oder perforierter Ausführung sowie in vielen einbrennlackierten Farben stehen zur Auswahl. Passend zur Decke werden außerdem Spiegelraster-Einbauleuchten hergestellt. Metallkassettendecken aus Stahl und Aluminium sowie spezielle Ausführungen für den Brandschutz (bis F 90), Kühldecken, ballwurfsichere Decken und Streckmetalldecken komplettieren das Angebot.
• Geipel Decken- und Profilsysteme
Das vor allem als Leuchtenhersteller bekannte Unternehmen Durlum beschäftigt sich mit der Entwicklung von energiesparenden Systemen, z.B. Kühldecken, ebenso wie mit der Lenkung des Tageslichtes in die Raumtiefen von Gebäuden. Metalldecken gibt es in Ausführungen mit Langfeldplatten oder Metallkassetten sowie als Sonderdecken.
• Durlum
Im Sortiment Luxalon hat Hunter Douglas ein breite Palette bis zu 300 mm breiter Aluminium-Paneele entwickelt, deren 300 mm-Ausführung auch in gebogener Ausführung hergestellt wird. Zur Produktpalette gehören außerdem Kassetten- und Zellenrasterdecken. Mit einem Team von Spezialisten in der Architectural Service Group unterstützt der Hersteller Architekten und Ingenieure bei der visuellen Darstellung und Planung seiner Produkte.
• Luxalon Deckenssysteme
Individuell auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt bietet Lindner eine Reihe von metallischen Standard- und Sonderdecken an. Paneel-, Raster-, Kassetten- und Lamellendecken, auch in Ausführungen mit Streckmetall, sind die meist eingesetzten Standardsysteme im Innenausbau.
Der Funktion angepasst stehen aufgelegte, eingehängte und patentierte abklappbare Systeme bereit. Der Anbieter übernimmt bei Bedarf auch die Montage.
• Lindner
Seit Januar 2002 sind der Schweizer Hersteller Gema Metalldecken AG und die österreichische EMG Metalldecken GmbH Teil des britischen Armstrong-Konzerns, der sich weltweit bei der Herstellung von Trockenbauprodukten, insbesondere Bodenbelägen und Deckenverkleidungen, engagiert.
Die Marke Gema blieb erhalten und mit ihr ein breites Sortiment an Quadratkassetten, Rechteckplatten, Band- und Knotenrasterdecken sowie Vertikallamellen und Sonderdecken. Die Systeme werden mit sichtbaren Standardperforationen und mit Mikroperforation angeboten.
• Armstrong Metalldecken
Unter den Namen Quadroline, Squareline und Expandedline bietet Illbruck Metalldeckensysteme mit Streckmetalloptik an, die zur Verbesserung der Raumakustik eine Auflage aus mineralfaserfreiem Melaminharz erhalten.
Die Decken können an den gängigen Standardabhängungen montiert werden, mit dem speziellen Profilsystem TT lassen sich markante und designorientierte Lösungen verwirklichen.
• Illbruck Metalldeckensysteme
Das OWA-Gesamtangebot besteht aus abgehängten Unterdecken mit den verschiedensten Deckmaterialien, unter der Bezeichnung OWAtecta befinden sich auch Metalldecken im Sortiment.
Zu den Quadrat- und Rechteckkassetten gehören entsprechende Abhängesysteme mit Profilen und Zubehörteilen für jede Montagesituation. Neben einer Reihe von Standardlochmustern gibt es außerdem eine nicht sichtbare Mikroperforation.
• Odenwald Faserplattenwerk
Eine Besonderheit gegenüber den bisher aufgezählten Metalldecken stellt die Verotec Trend-Decke dar, weil die Decklage hier eine Trägerplatte auf der Basis von Recyclingglas ist.
Es handelt sich also nicht wirklich um eine Metalldecke im Sinne dieses Artikels, doch kann die Trägerplatte der Akustikdecke u.a. mit Aluminium kaschiert werden, so dass eine metallische Optik entsteht.
• Verotec
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