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“Stauchungsfrei” gebettet

Innovations- und Gründerzentrum in Rudolstadt
“Stauchungsfrei” gebettet

Bernd Berger / red.

In unmittelbarer Nähe zur Saale wurde im thüringischen Rudolstadt das Technologiezentrum erweitert.
Nachdem immer mehr Aufgaben im Bereich Forschung und Entwicklung eine bauliche Erweiterung erforderten, legte man im Herbst 2000 den Grundstein dazu.
Drückendes Wasser nicht ausgeschlossen
Auf einer Grundfläche von ca. 1100 m² entstand der Neubau, bei dem technisch leistungsfähige Konstruktionen mit wirtschaftlichen und langlebigen Baustoffen umgesetzt wurden.
Zu den besonderen planerischen Herausforderungen zählt die schwierige Gründung des Gebäudes. Nur 100 m zur Saale entfernt konnte drückendes Wasser während der Bauphase oder der späteren Nutzung nicht ausgeschlossen werden.
Fundamentbereiche, die Bodenplatte, die Dämmung und die Abdichtung mussten deshalb so aufeinander abgestimmt werden, dass langfristig sämtliche Beanspruchungskriterien durch den Wasserspiegel sicher beherrschbar bleiben.
Konstruktionsaufbau
Die Arbeitsgemeinschaft der Architekturbüros Tietz und RIGE entschied sich für den Aufbau von Streifenfundamenten in Verbindung mit einer zum Erdreich angrenzenden Dämmung unter der Bodenplatte.
Diese Perimeterdämmung sollte zum einen sämtlichen Feuchteverhältnissen dauerhaft widerstehen und zum anderen musste ein rationeller und wirtschaftlicher Arbeitsablauf, auch in Verbindung mit den geeigneten Abdichtungsmaßnahmen, gewährleistet werden.
In Übereinstimmung mit dem Bauherren entschieden sich die Planer für einen Aufbau in Verbindung mit Dämmstoffen aus Schaumglas.
Folgende Konstruktionsschichten wurden ausgeführt:
50 cm Kiesfilterschicht, 5 cm Sauberkeitsschicht aus Magerbeton, Schaumglasdämmstoff „Foamglas Readyboards“ verlegt nass in nass (in den nicht abgebundenen Magerbeton), eine Lage G 200 S4 auf „Foamglas-Readyboards“ geschweißt, 25 cm Bodenplatte, 6 cm Estrich.
Stauchungsfreie Druckfestigkeit
Aufgrund der hohen und stauchungsfreien Druckfestigkeit von Schaumglasdämmplatten können die Belastungen der Bodenplatte langfristig aufgenommen werden.
Setzung oder Deformation der Dämmplatten unter Dauerlast sind nicht zu erwarten, das gesamte Gebäude und die Bodenplatte können als “stauchungsfrei” gebettet angenommen werden.
Mit bauaufsichtlich zugelassenen Varianten der Druckfestigkeit von 0,16 N/mm² bis 0,38 N/mm² stellt der Dämmstoff Foamglas® sämtlichen in der Praxis vorkommenden statischen Belastungsfällen (auch in lastabtragenden Einbauverhältnissen) die geforderte Druckfestigkeit zur Aufnahme der Lasten gegenüber. Auf dieser Druckfestigkeit baut die Bodenplatte auf.
Für die Planung bringen die Ausführungsvarianten des kriechfreien Dämmstoffes aus Glas entscheidende Vorteile.
Steifer als der anstehende Baugrund sind durch den Dämmstoff keine besonderen statischen Ansätze nötig, um Materialermüdung, Alterung, Kriechen, Deformation oder Setzung zu begegnen.
Dies belegen Untersuchungen am Institut für Boden- und Felsmechanik der Universität Karlsruhe, die dem Dämmstoff keine Kriechverformungen unter Dauerlast bescheinigen.
Keine Feuchtigkeitsaufnahme
Als weiteres Argument für Schaumglas gilt die geschlossenzellige Glasschaumstruktur.
Feuchtigkeitsaufnahme mit den Folgen einer Verschlechterung der Wärmedämmfähigkeit kann nicht stattfinden. Nach DIN 52 615 wird Foamglas aufgrund seiner Materialstruktur als wasserdicht und praktisch wasserdampfdicht eingestuft. In Verbindung mit dem Verschluss der Stoßfugen ergibt sich eine dampfdiffusionssperrende Dämmebene, deren zusätzlicher Einfluss auf die Gebäudetrockenhaltung unverkennbar ist.
Schaumglas sichert mit seinen spezifischen wärmedämmtechnischen Eigenschaften die Einhaltung bester energetischer Kennziffern während der Nutzungsphase des Gebäudes.
Für den hoch druckbelastbaren Dämmstoff kann dauerhaft mit der WLG 040 gerechnet werden. Im planerischen Ansatz zur Einhaltung der Wärmeschutzverordnung entschieden sich die Architekten für eine 10 cm dicke Wärmedämmung, mit der langfristig ein k-Wert der Bodenplatte von 0,40 W/m²K eingehalten werden kann, ohne dass Feuchtigkeitseintrag oder Alterung die Wärmedämmwirkung mindern würden.
Verarbeitung
Für den Verarbeiter bietet der Dämmstoff in den hier gewählten Lieferabmessungen ebenfalls Vorzüge. „Foamglas-Readyboards“ der Größe von 1,20 m x 0,60 m werden direkt auf eine noch nicht abgebundene Betonsauberkeitsschicht gelegt.
Zwischen den umlaufenden Streifenfundamenten wird dadurch die gesamte zu dämmende Bodenfläche ausgelegt.
Einen weiteren Vorteil bietet die hier eingesetzte Lieferform durch die bereits werksseitig auf der Oberseite der Dämmplatten angeordnete Bitumenkaschierung. Im Verlauf der Verarbeitung wird beim Aufflämmen der Abdichtungsbahn, beim Gründerzentrum eine Schweißbahn G200 S4, die Bitumenkaschierung thermisch aktiviert, also durch die Wärmeeinwirkung verflüssigt.
Dadurch entsteht während der Verarbeitung der Schweißbahn ein vollflächig und hohlraumfrei verklebtes Dämmabdichtungspaket. Zusätzlich verschließt es die Stoßfugen zwischen den einzelnen Platten.
Fazit
Nach Einbringen der Stahlbewehrung und anschließendem Betonieren der Bodenplatte erfolgt die Fertigstellung des Gebäudes.
Dass bereits während des Erdaushubs größere Wassereinbrüche stattgefunden haben, beweist die Richtigkeit, hier auf einen grundwassertauglichen Dämmstoff in einer technisch ausgereiften Konstruktion zu bauen.
• Schaumglas-Dämmstoff
Weitere Informationen bba 528
………………………
Architekten/Planung:
Architekturbüro Tietz, Weimar und RIGE, Martina Richter, Ing.-Büro für Bauwesen, Rudolstadt
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