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Leuchtend inszeniert

Villa Bosch in Heidelberg
Leuchtend inszeniert

Dipl.-Ing. Gantert, Planungsbüro Gantert + Braun

Im Jahre 1922 ließ die BASF für ihren Vorstandsvorsitzenden, Geheimrat Professor Dr. Carl Bosch, in Heidelberg-Schlierbach ein repräsentatives Landhaus samt Nebengebäuden errichten. Carl Bosch, Chemiker, Ingenieur und Industrieller war ein Neffe von Robert Bosch, der in Stuttgart 1886 die Keimzelle der heutigen Robert Bosch GmbH gründete.
Die Villa Bosch liegt am Hang des kleinen Odenwaldes über dem südlichen Neckarufer.
Sie steht unter Denkmalschutz und wurde 1997 darüber hinaus in die Liste der besonders schutzwürdigen Denkmale eingetragen.
Nach dem zweiten Weltkrieg diente die Villa Bosch zunächst den amerikanischen Streitkräften als Unterkunft, danach war sie Firmensitz eines Unternehmens und 1967 übernahm der Süddeutsche Rundfunk die Villa. In der Zeit nach dem Krieg unterlag die Villa mehreren An- und Umbauten.
In neuem Glanz
Ende 1994 erwarb Klaus Tschira die Villa Bosch vom Süddeutschen Rundfunk als Sitz für seine geplante Stiftung.
Die Heidelberger Öffentlichkeit verband die Nachricht hierüber mit der Hoffnung auf eine denkmalgerechte Nutzung des Anwesens. Der notwendige Umfang der Restaurierungs-, Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten stellte sich sehr bald als wesentlich größer als erwartet heraus. Nach Abschluss aber erstrahlte die Villa Bosch in neuem Glanz, mit historischem Ambiente und gleichzeitig modernster Infrastruktur – bereit für neue Aufgaben.
Die heutige Nutzung der Villa mit dem neuen Studiogebäude dient der Klaus Tschira Stiftung und dem European Media Laboratory als modernes Seminarzentrum, kann aber auch für Konferenzen und Workshops gemietet werden.
In Zusammenarbeit mit Bauherr, Architekten und Fachingenieuren ist ein attraktives Bauwerk entstanden, das sich harmonisch in die historische Gartenanlage der Villa Bosch einfügt.
Von der zylindrischen lichtdurchfluteten Eingangshalle und aus dem Wintergarten blickt der Besucher in den denkmalgeschützten Garten der Villa mit historischem Barockgarten und neu angelegtem Seerosenbecken.
Lichttechnik
Die Tagungsräume sind mit modernster Konferenztechnik ausgestattet. Besonderes Augenmerk wurde auf die Lichttechnik gelegt. Es wurden diverse Muster gefertigt und Probebeleuchtungen durchgeführt. Die Auswahl der Systeme erfolgte nach den Erfordernissen und dem Design.
Eine besondere Aufgabe war die Beleuchtung der beiden Auditorien, denn diese Räume haben kein Tageslicht (Fritz Haber Auditorium), bzw. nur ein kleines Oberlicht (Carl Bosch Auditorium).
Es musste daher ein Beleuchtungssystem geschaffen werden, das den verschiedenen Veranstaltungen gerecht werden kann.
In der Decke mussten die verschiedenen Systeme wie Lautsprecher, Mikrofone, Brandmelder, Downlights, usw. untergebracht werden. Vom Fachplaner wurde dem Bauherrn eine Lichtdecke von Spectral vorgeschlagen mit einer Unterteilung in Felder und einem Lochblech-Kanalsystem zur Unterbringung der Lautsprecher, Mikrofone, Brandmelder, Downlights, usw.
Farbstimmungen
Außer weißem Licht sollten mit roten, grünen und blauen Lampen farbige Lichtstimmungen ermöglicht werden. Die größten Probleme brachten die geringen Deckeneinbauhöhen, die durch bauliche Gegebenheiten vorhanden waren, sowie die Unterbringung des Kanalsystems für die Klimatechnik.
Für die Unterbringung des Lichtdeckensystems standen nur 25 cm zur Verfügung. Aus diesem Grund wurde die Anordnung der Farblampen sehr eng gewählt, so dass in einem Feld von 1,80 m Breite nebeneinander fünf rote, fünf grüne und fünf blaue Lampen (36 W) angeordnet wurden.
Im großen Raum sind fünf Lampen und im kleinen Raum vier Lampen hintereinander geschaltet. Durch spezielle Diffusion erfolgt eine sehr gute Mischung der Farben untereinander, so dass ein sehr homogenes Licht entsteht. Jede einzelne Lichtfarbe ist getrennt anzusteuern, so dass jede erdenkliche Farbstimmung eingestellt werden kann. Die Beleuchtungsstärke ist stufenlos einstellbar von 1% bis 100%.
Die Farbe der Lichtdecken kann je nach Situation der gewünschten Stimmung der Seminarteilnehmer angepasst werden.
Mit Grünton kann eine heitere Stimmung erzeugt werden, wohingegen mit Blauton die Gemüter beruhigt werden können, eine rote Farbe regt die Diskussion an.
Mit einer Beleuchtungsstärke von 2500 Lux bei einer Deckenhöhe von 6,50 m im großen Saal kann der Referent die Aufmerksamkeit nach den Mahlzeiten wieder erwecken oder bei den Schlussdiskussionen den letzten Unaufmerksamen ermuntern.
• Beleuchtungssystem
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Architekturbüro: W. Groß/N2Q Nowoczyn – Nowoczyn – Quast Partnerschaft, Heidelberg
Planung und Lichtplanung: Planungsbüro Gantert + Braun GmbH, Oberhausen-Rheinhausen
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