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Erheiternde Farbigkeit

Schule in Berlin-Hellersdorf
Erheiternde Farbigkeit

Sieger im Bereich „Ausbildung“ der Benedictus Awards® 2003 von DuPont wurden Armand Grüntuch und Almut Ernst von Grüntuch Ernst Architekten, Berlin, mit ihrer Gestaltung der Schule am Mummelsoll. Die Schule für geistig behinderte Kinder liegt im Ostteil von Berlin inmitten einer grauen Plattenbautensiedlung.

Weil viele der Kinder zugleich auch körperlich behindert sind (rund 25 Prozent von ihnen sitzen im Rollstuhl), kommen sie nicht viel ins Freie, denn Ausflüge erfordern intensive Betreuung und große Anstrengungen.
Besondere Beachtung verdient dieses Projekt auch, weil im Osten Deutschlands vor dem Fall der Mauer geistig behinderten Kindern der Schulbesuch nicht gesetzlich vorgeschrieben war. Folglich gab es dort auch keine Schulen für Kinder mit speziellen Bedürfnissen.
Architekturkonzept
Für die Architekten Grüntuch und Ernst sollten Schulen mehr sein als eine Aneinanderreihung von Klassenzimmern: „Schulen beherrschen für viele Jahre den Alltag der Kinder. Sie tragen auf vielen unterschiedlichen Ebenen zu deren Verständnis der natürlichen und der von Menschenhand geschaffenen Umwelt bei. Berücksichtigt man zusätzlich, dass gerade die Kinder, die diese Schule besuchen, ihre Umwelt auf andere Weise wahrnehmen, dann muss die bauliche Umwelt einfach, aber deshalb nicht langweilig sein. Erreichbar ist dies durch die Schaffung eines Gleichgewichts zwischen modularen Wiederholungen und kontrastierenden Räumen.“
Die Architekten verfolgten zwei Hauptziele: Die Schule muss ein sicherer und funktionaler Ort sein, angepasst an die besonderen Bedürfnisse der Kinder. Zugleich muss dieser Ort jedoch „aufregend sein und voller neuer Dinge, die es zu entdecken gilt.“
Visuelle Kontaktaufnahme
Die farbigen Fassaden aus Verbund-Sicherheitsglas helfen, emotionale Barrieren zu überwinden und geben den Kindern die Möglichkeit, visuellen Kontakt über den geschlossenen Raum hinaus aufzunehmen.
Diese visuelle Verbindung zwischen der Welt innerhalb des Gebäudes und der Außenwelt hilft ihnen bei der Orientierung. Helles, farbiges Tageslicht ergießt sich in die Tiefe des Gebäudes und taucht dessen Inneres in ein polychromatisches Licht.
Die Architekten betonen, dass sie damit „Schüler und Lehrer an grau verhangenen Tagen erheitern wollten“.
Die Fassade zum Hof ist vollständig transparent, so dass sich Aktivitäten leicht in den Außenbereich ausdehnen lassen.
Der Einsatz von Hochleistungs-Verbund-Sicherheitsglas verbindet ein Maximum an Tageslicht mit der Sicherheit, die für Kinder mit Koordinations- und Bewegungsproblemen erforderlich ist. Der Berliner Laminierer Loeweglas lieferte das gesamte Glas für dieses Projekt, während die speziellen Zwischenlagen von DuPont entwickelt wurden.
Farbe zur Orientierung
Ein Korridor aus farbigem Glas verbindet die Schule mit dem Physiotherapie-Gebäude, einem Schwimmbad und einem Gymnastikraum.
Wenn die Kinder durch den Korridor zum Schwimmbad kommen, erleben sie diesen Übergang, indem sie sich durch eine Sequenz von farbigem Licht voranbewegen, das sich von grün nach blau verändert.
Eine entsprechende Farbkodierung signalisiert auch vertikale Bewegungsrichtungen: Die Fassaden der Treppenhäuser sind aus orangefarbenem Verbund-Sicherheitsglas.
Wie die Lehrer berichten, hätten früher Angst und Frustration einige Schüler aggressiv gemacht. Dem gegenüber wirke die Glas-architektur des neuen Projekts mit ihrem vielen Tageslicht und dem Gefühl der Offenheit und zugleich Sicherheit beruhigend auf die Schüler.
In den Klassenzimmern kommt Verbund-Sicherheitsglas für alle Fassaden zum Einsatz, die sich zur Terrasse hin öffnen. Kleine ,Fenster‘ sind in den Korridor eingelassen.
Vom Boden bis zur Decke reichendes Verbund-Sicherheitsglas in allen Korridoren macht Zäune entbehrlich und verhindert, dass in diesem Projekt der Eindruck einer einschüchternden Institution entsteht. In der Gymnastikhalle und im Schwimmbad gibt die raumhohe Fassade aus Verbund-Sicherheitsglas ein Gefühl der Verbundenheit mit einem privaten Atrium.
Weitere Informationen
Farbiges Verbund-Sicherheitsglas bba 501
Architekten: Armand Grüntuch, Almut Ernst, Grüntuch Ernst Architekten, Berlin
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