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Projekte mit amerikanischem Laubholz erfolgreich bei den Wood Awards

American Hardwood Export Council (AHEC)
Projekte mit amerikanischem Laubholz erfolgreich bei den Wood Awards

The Smile ist das weltweit erste Projekt, bei dem große Laubholz-CLT-Paneele eingesetzt wurden. Bild: AHEC
The Smile ist das weltweit erste Projekt, bei dem große Laubholz-CLT-Paneele eingesetzt wurden. Bild: AHEC

Vier Projekte mit amerikanischem Laubholz haben bei den diesjährigen Wood Awards Preise gewonnen – das teilte der American Hardwood Export Council (AHEC) mit. Die Gewinner wurden anlässlich der Preisverleihung Ende November in der Carpenters‘ Hall in London bekanntgegeben.

Die 1971 ins Leben gerufenen Wood Awards sind der wichtigste Wettbewerb in Großbritannien für herausragende Architektur- und Produktdesignleistungen, bei denen der natürliche und nachhaltige Werkstoff Holz verwendet wird. Die Auszeichnung wird als Anerkennung, Ansporn und zur Förderung herausragender Design-, Handwerks- und Bauleistungen mit Holz verliehen.

Sieger im Bereich Bildung & Öffentliche Hand

Maggie’s Oldham ist das erste aus nachhaltigem Tulipwood-Kreuzlagenholz erbaute Gebäude. Bild: AHEC
Maggie’s Oldham ist das erste aus nachhaltigem Tulipwood-Kreuzlagenholz erbaute Gebäude. Bild: AHEC

In der Kategorie Bildung & Öffentliche Hand waren vier Projekte in der engeren Auswahl. Die Preisrichter zeichneten Maggie’s Oldham als Gewinner aus.

  • Holzart: American Tulipwood, American White Oak
  • Ort: Oldham
  • Architekt: dRMM 

Die auf dem Gelände der NHS-Krebsklinik erbauten Maggie’s Centres bieten kostenlose praktische und emotionale Unterstützung für Krebspatienten. Die Verwendung von Holz bei Maggie’s Oldham ist Teil eines umfassenden Vorhabens, die bisherige Krankenhausarchitektur zu verändern. Deren jetzige klinische Einrichtungen, so die Annahme, könnten auf Patienten deprimierend wirken. Holz hingegen bedeute Hoffnung, Menschlichkeit und Wärme.

Maggie’s Oldham ist das erste aus nachhaltigem Tulipwood-Kreuzlagenholz erbaute Gebäude – eine Folge der Entwicklung dieses Materials durch dRMM und AHEC im Rahmen des experiementellen Endless-Stair-Projektes 2013. Wände und Dach haben eine klare Struktur und weisen innen eine edle, natürliche Holzoptik auf. Das Tulipwood CLT wurde sorgfältig verarbeitet, um dessen natürliche Schönheit zur Geltung zu bringen. Seine feine, abwechslungsreiche Oberfläche erinnert eher an ein Möbelstück, als an Baumaterial. Das Lattendach entstand aus Holz, das durch das CLT-Herstellungsverfahren übrig geblieben war – somit wurde Abfall vermieden. Für eine atmungsaktive, gesunde Umgebung sorgt die Holzfaserdämmung. Die großen Fensterrahmen wurden aus American White Oak gefertigt. Das Äußere des Gebäudes ist mit nach Maß geriffeltem, wärmebehandeltem Tulipwood verkleidet, ähnlich einem surrealen Theatervorhang. Maggie’s Oldham ist ein sorgfältig gearbeitetes Manifest für die mit Holz umgesetzte Gesundheitsarchitektur.

Sieger Structural Award

The Smile ist das weltweit erste Projekt, bei dem große Laubholz-CLT-Paneele eingesetzt wurden. Bild: AHEC
The Smile ist das weltweit erste Projekt, bei dem große Laubholz-CLT-Paneele eingesetzt wurden. Bild: AHEC

Der Gewinner des Structural Award wurde aus all jenen Bauten gewählt, die in den unterschiedlichen Kategorien in die engere Wahl gekommen waren. The Smile erhielt die Auszeichnung für seine beeindruckende und komplexe Konstruktion, die zugleich Leichtigkeit ausstrahlt.

Preisrichter Nathan Wheatley merkt hierzu an: „Die Herausforderungen bei der Verwendung des unerprobten American Tulipwood CLT wurden durch eine Tür am Höchstspannungspunkt noch verstärkt. Die Lösung erfolgte auf einfache und elegante Weise durch gut versteckte Baudetails, die die Kräfte an den Verbindungsstellen aufnehmen. Weiterhin wurde Zeit darauf verwendet, diese beeindruckende Bauform durch den Einbau von Öffnungen in Richtung der Spitzen der Winkelstützmauer zu verdeutlichen und Bereiche hervorzuheben, in denen weniger Material erforderlich war.”

Bei dem als bewohnbarer Bogen ausgelegten The Smile handelt es sich um eine 3,5 m hohe, 4,5 m breite und 34 m lange Holzröhre, die 12 m in beide Richtungen auskragt und an deren Enden sich Aussichtsplattformen befinden. Bis zu 60 Besucher auf einmal können die Plattform betreten. Die Öffnung befindet sich an der Stelle, wo der Bogen den Boden berührt – ein Bereich, der unter starker Spannung steht. Mittels langer Schrauben wurden innovative Lösungen entwickelt, um die Öffnung an ebendieser Stelle anbringen zu können.

The Smile ist das weltweit erste Projekt, bei dem große Laubholz-CLT-Paneele eingesetzt wurden. Die gesamte Installation besteht aus nur zwölf Tulipwood-Paneelen, jedes mit einer Länge von bis zu 14 m und einer Breite von 4,5 m. Die CLT-Paneele wurden mittels 7 000 Schneidschrauben miteinander verbunden. Am Sockel befindet sich eine Wiege aus Brettschichtholz, die mit 20 Tonnen Stahlgegengewichten gefüllt ist.

Das „einfache“ Design von The Smile darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Projekt einige der wichtigsten Innovationen der letzten zehn Jahre im Bauholzbereich möglich gemacht hat. Durch die Verbindung der Vorzüge von CLT mit der Festigkeit und dem Aussehen von Laubholz konnten Gesamtbaukosten verringert und die Bauzeit verkürzt werden. Der Zusammenbau vor Ort dauerte nur sieben Tage.

Tulipwood wurde aufgrund seiner ungewöhnlichen Mischung aus hoher Festigkeit und geringer Dichte für das Projekt ausgewählt. Diese stärkeren, dünneren Paneele waren für die CNC-Bearbeitung und für Schneidschrauben geeignet. Da es sich bei industriellem Tulipwood CLT um ein völlig neues Material handelte, wurde seine Festigkeit von letztbegründeten Normen und intensiven Versuchen abgeleitet.

Sieger Serienfertigung

Sitzfläche und Lehne des Narin Chair bestehen aus hochwertigem Birkensperrholz mit Eiche- oder Walnussfurnier, während der Rest des Stuhls aus Massivholz gefertigt ist. Bild: AHEC
Sitzfläche und Lehne des Narin Chair bestehen aus hochwertigem Birkensperrholz mit Eiche- oder Walnussfurnier, während der Rest des Stuhls aus Massivholz gefertigt ist. Bild: AHEC

Der Narin Chair von David Irwin für Case Furniture wurde als diesjähriger Sieger der Kategorie Serienfertigung ausgewählt. Die Preisrichter lobten das elegante Design des Stuhls, das zugleich logisch und bequem ist. Ihrer Einschätzung nach spricht es ein breites Publikum an.

  • Holzart: American White Oak und American Black Walnut, Birch
  • Designer: David Irwin 
  • Hersteller: Case Furniture

Case wollte die übliche Ansicht über einen Klappstuhl ändern: Statt des Notstuhls, der zu Weihnachten aus dem Schrank geholt wird, ist es ein Möbelstück, das man stolz und gern vorzeigt. Designer David Irwin berichtet: „Die Herausforderung bestand darin, eine wirklich bequeme Sitzposition zu erschaffen und gleichzeitig die Stabilität zu erreichen, die ein Klappstuhl haben muss. Meiner Meinung nach schafft Narin diese Herausforderung. Der weiche, schwungvolle Übergang wird noch betont durch die massiven, gedrechselten Holzbeine, die in die Rückenlehne übergehen. Dies ist das zentrale Element des Designs von Narin: Es sorgt nicht nur für eine bequeme Lehne, sondern fungiert auch als Gelenk, durch das sich die rückwärtigen Stuhlbeine drehen. Sitzfläche und Lehne bestehen aus hochwertigem Birkensperrholz mit Eiche- oder Walnussfurnier, während der Rest des Stuhls aus Massivholz gefertigt ist.” Trotz der Klappstuhl-Konstruktion geht Narin bei Ästhetik oder Bequemlichkeit keine Kompromisse ein.

Sieger Student Designer

Der Rustic Stool 1.0 wurde mithilfe eines prozessorientierten Ansatzes entwickelt, der sich direkt mit dem Herstellungsverfahren selbst befasst: einer dreiachsigen CNC-Fräse. Bild: AHEC
Der Rustic Stool 1.0 wurde mithilfe eines prozessorientierten Ansatzes entwickelt, der sich direkt mit dem Herstellungsverfahren selbst befasst: einer dreiachsigen CNC-Fräse. Bild: AHEC

Mark Laban ist mit seinem Rustic Stool 1.0 der diesjährige Gewinner in der Kategorie Student Designer. Die Auszeichnung istr mit einem zusätzlichen Geldpreis von £ 1.000,- verbunden. Die Preisrichter waren von der interessanten neuen Typologie des Hockers beeindruckt, die die CNC-Technik widerspiegelt und Digitales erfolgreich handwerklich umsetzt.

Der Rustic Stool 1.0 wurde mithilfe eines prozessorientierten Ansatzes entwickelt, der sich direkt mit dem Herstellungsverfahren selbst befasst: einer dreiachsigen CNC-Fräse. Die Funktionalität der Maschine wird als fester Bestandteil des Konstruktionsprozesses genutzt, bei dem Besonderheiten und kleine Fehler die Entwicklung des Produktes beeinflussen.

Durch die Bearbeitung der CAM-Software der Maschine mittels spielerischer und experimenteller Eingriffe entstehen überraschende und unkonventionelle Oberflächen, die ganz anders sind als die glatten, perfekten Geometrien, die man im Allgemeinen mit der Anwendung dieser Technologie in Verbindung bringt. Diese künstlich erzeugten rauen Strukturen lassen den Rohzustand des Materials in seiner natürlichen Form erahnen.

Der Hocker ist Bestandteil der Digital Daiku, einer Kollektion, die traditionelle japanische Ästhetikgrundsätze interpretiert und deren Möglichkeiten zur Beeinflussung von Möbeln untersucht, die in zeitgemäßen digitalen Herstellprozessen gefertigt werden.

American Maple wurde wegen der feinen Maserung und seiner zarten Farbgebung sowie Schattierung ausgewählt. Zudem war diese Holzart durch ihre Härte und gute Verarbeitbarkeit für das Projekt ideal geeignet. So entstand ein feiner, natürlicher Hintergrund zur Hervorhebung der gewagten, maschinell gefertigten Form.

American Hardwood Export Council (AHEC)

Das American Hardwood Export Council (AHEC) ist die führende internationale Handelsorganisation der US-amerikanischen Laubholz-Industrie, die die Exporteure unter den amerikanischen Laubholz-Unternehmen sowie alle wichtigen US-Wirtschaftsverbände für Laubholz vertritt. Seit mehr als 25 Jahren nimmt AHEC bei der internationalen Förderung von Laubholz eine Spitzenstellung ein und hat erfolgreich eine unverwechselbare und kreative Marke für amerikanisches Laubholz geschaffen. Durch seine Unterstützung kreativer Designprojekte zeigt AHEC die Leistungsfähigkeit und das ästhetische Potenzial dieser nachhaltigen Materialien auf und liefert wertvolle Inspirationen.

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