Ausstellung im »Haus der Architekten«

»Neues Bauen im Westen«: Wanderausstellung zum Bauhaus-Jubiläum

Neues Bauen im Westen: Die außergewöhnliche, modulartige Ausstellungsarchitektur schraubt sich bis auf 7 m Höhe. Bild: AKNW, Christof Rose
Neues Bauen im Westen: Die außergewöhnliche, modulartige Ausstellungsarchitektur schraubt sich bis auf 7 Meter Höhe. Bild: AKNW, Christof Rose

Das Jahr 2019 steht ganz im Zeichen des 100. Geburtstags des Bauhauses. Mit der Ausstellung »Neues Bauen im Westen« zeichnet die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen die wichtigsten Entwicklungslinien des Bauhauses aus rheinisch-westfälischer Perspektive nach. Die Ausstellung ist noch bis 29. März  im Haus der Architekten in Düsseldorf zu sehen und wird anschließend an weiteren Standorten präsentiert.

„Das Bauhaus übt bis heute großen Einfluss auf Architektinnen und Architekten aus“, erläutert Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, den Hintergrund des Projektes. „Mit unserer Ausstellung wollen wir den architektonischen Schwerpunkt des Bauhauses im historischen Kontext beleuchten und aufzeigen, welche Wirkungen das Bauhaus für die weitere Entwicklung der baulichen Moderne entfaltet hat.“

In über 250 Exponaten und 15 eigens für die Ausstellung geschaffenen Architekturmodellen bietet die Ausstellung »Neues Bauen im Westen« dem Besucher die Möglichkeit, wechselseitige Einflussnahmen und Impulse zu erkennen und auf Spurensuche bis in die Gegenwart zu gehen.

Wie ist das Bauhaus im Rheinland und in Westfalen rezipiert worden? Welche Bauten verweisen unmittelbar auf die einflussreiche Kunst- und Bauschule? Welche früheren, parallelen und späteren Entwicklungen haben das Neue Bauen im Westen Deutschlands ausgemacht? – Mit der Wanderausstellung »Neues Bauen im Westen« geht die Architektenkammer NRW diesen Fragen nach.

Beeindruckende Ausstellungsarchitektur

In einer beeindruckenden Ausstellungsarchitektur werden Vorläuferentwicklungen nachgezeichnet – z.B. der Hagener Impuls, die Arbeit des Werkbundes und der moderne Industriebau mit Peter Behrens – und die Folgewirkungen des Bauhauses bis in die Nachkriegsmoderne dargestellt.

Fotos, Texte und maßstabsgerechte Holzmodelle, die von Studierenden der Peter Behrens School of Arts (PBSA, HS Düsseldorf) angefertigt wurden, machen die Architekturentwicklung des „Neuen Bauens“ auch sinnlich erfahrbar.

Die Ausstellung verweist dabei stets auch auf die gesellschaftlichen Hintergründe. Denn, so unterstreicht Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen: „Der Einfluss der Bauhaus-Bewegung reichte über Industriearchitektur und Kunstgewerbe hinaus, prägte Mode und Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens und befeuerte die Sehnsucht nach demokratischem Aufbruch.“

Das Bauhaus verdichtete Strömungen und gesellschaftliche Entwicklungen seiner Zeit in einem katalytischen Prozess. Formale Vereinfachung und das Ziel, vor allem auf dem Feld des Wohnungsbaus zu einer konkreten Verbesserung der Lebensumstände einkommensschwacher Schichten beizutragen, prägten das Bild der Bauhausästhetik seit den 1920er-Jahren.

„Das Bauhaus, das wir kennen und über das wir gewöhnlich sprechen, ist das Ergebnis seiner wechselvollen Rezeptionsgeschichte“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Scheer (PBSA). Vor allem in der Zeit der Gründung der Bundesrepublik habe das Bauhaus eine Wirkung entfaltet, die als Überlagerung künstlerischer und politischer Diskurse etwa in den Bonner Bundesbauten nachhaltig Spuren in Nordrhein-Westfalen hinterlassen hat.

„Damit und selbstverständlich auch mit den Ursprüngen in Hagen sowie den dringend gebotenen Abgrenzungen vom zweckrationalen Industriebau des Ruhrgebiets und den Erscheinungen des sogenannten Bauhausstils beschäftigt sich die Ausstellung und bietet dem Besucher eine Vielzahl von unterschiedlichen Betrachtungsweisen.“

Ergänzendes Webportal

Die Ausstellung »Neues Bauen im Westen« wird ergänzt um ein Webportal, auf dem relevante Objekte des Neuen Bauens im heutigen Nordrhein-Westfalen in Bildern und Texten abrufbar sind.

Die Architektenkammer NRW konnte unter Mitwirkung der Denkmalpflegeämter der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) insbesondere Bauwerke der 1920er und -30er Jahre zusammenstellen, die einen umfassenden Überblick gewährleisten.

Das Spektrum der dargestellten Bauwerke reicht insgesamt vom Beginn des 20. Jahrhunderts über die Nachkriegsmoderne bis in die 1980er Jahre. Die Website bietet auch die Möglichkeit, regionale Themenschwerpunkte abzurufen und eigene Routen zu erstellen.

Weitere Standorte der Wanderausstellung

Die Wanderausstellung »Neues Bauen im Westen« wird nach ihrer Erstpräsentation im Haus der Architekten auch an weiteren Standorten gezeigt:

  • in der NRW-Landesvertretung in Berlin (13. – 31.05.2019),
  • im Baukunstarchiv NRW in Dortmund (04.06. – 01.07.2019),
  • in der Bürgerhalle des LWL in Münster (08. – 19.07.2019),
  • im LVR-Haus in Köln (05. – 27.09.2019),
  • im Technischen Rathaus Bielefeld (03. – 31.10.2019) sowie
  • in der RWTH Aachen (14. – 28.11.2019).

Rahmenprogramm

Im Rahmenprogramm zur Ausstellung lädt die Architektenkammer u.a. zu folgender Veranstaltung ein:

Vortrag von Dr. Klaus Englert: „Die Moderne im Spanien der 30er Jahre“.
Donnerstag, 14.03.19, 18.30 Uhr. Haus der Architekten. Eintritt frei. Anmeldung erbeten unter www.aknw.de

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