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Keramikplatten für Kopenhagens neue U-Bahnhöfe

Individuell gestaltete Stadträume
Keramikplatten für Kopenhagens neue U-Bahnhöfe

17 Stationen, 15 Kilometer Tunnelführung und acht Jahre Bauzeit: Die neue Kopenhagener U-Bahn-Linie Cityringen ist eröffnet. Sie erweitert das bestehende Metronetz und verbindet das Zentrum mit den Vierteln Vesterbro, Nørrebro, Østerbro sowie mit der Stadt Frederiksberg. Inspiriert von der Umgebung wurde jeder einzelne Zugang individuell entworfen.

Für die Fassadengestaltung von sieben U-Bahnhöfen kamen Keramikplatten von Moeding zum Einsatz. Die erstmals verwendete „Orange Peel“ Glasuroberfläche unterstreicht die Natürlichkeit des Materials und eignet sich aufgrund der einfachen Wartung sehr gut für Bauprojekte dieser Art.

Seit 2002 hat Kopenhagen eine Metro. Die beiden Linien M1 und M2 verkehren zwischen Vanløse im Westen, Vestamager und Kastrup Flughafen im Südosten der dänischen Hauptstadt. Mit Eröffnung der Cityringen Linie werden die Innenstadtviertel mit Frederiksberg und dem Hauptbahnhof verbunden und 17 Stationen in Betrieb genommen, die für einen neuen Ansatz urbaner und nachhaltiger Mobilität stehen: Denn die Bahnhöfe folgen nicht mehr ausschließlich den bautechnischen Vorgaben, sondern treten auch in einen Dialog mit ihrer Umgebung.

Als individuell gestaltete Stadträume zeigen sich die Bahnhofszugänge in unterschiedlichen Farben und Formen, um eine intuitive Wegeleitung zu ermöglichen. Diese benutzerorientierte Bauweise, entworfen vom renommierten Ingenieurbüro Arup, soll Fahrgästen durch klare Sichtlinien und minimale Beschilderung die Navigation erleichtern und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Die gestalterische Ausformung dieses Konzepts entstand für sieben Standorte in Zusammenarbeit mit Moeding. Knapp 12.000 „Longoton Keramikplatten“ in den Farben Rot, Grün, Weiß und Grau prägen die Bahnhöfe Frederiksberg Allé, Gammel Strand, Kopenhagen Hauptbahnhof, Østerport, Nørrebro, Poul Henningsens Plads und Vibenshus Runddel.

Jede Station ein Unikat

Der an die Dänische Staatsbahn (DSB) angelehnte Rot-Ton kennzeichnet dabei immer einen Umstiegsbahnhof, während die anderen Stationen immer das Umfeld an der Oberfläche gestalterisch aufnehmen. Die vier verschiedenen grünen Glasuren der Station Frederiksberg Allé nehmen Bezug auf die von Linden gesäumte Allee oberhalb der Station. Weiß glasierte Ziegelplatten erhielten die beiden Bahnhöfe Gammel Strand und Vibenshus Runddel. Hier zeigen die schräg geschnittenen Paneele oder die bunten Details an den Unterseiten der Ziegelplatten die Vielfältigkeit der gestalterischen Möglichkeiten von Keramikfassaden.

Allen gemeinsam ist eine glänzende bzw. seidenmatte Oberfläche, die erstmalig durch eine spezielle Auftragetechnik den sogenannten „Orange Peel Effekt“ erhielt. Während des Einbrennverfahrens entsteht so ein wellenartiges Relief in der Glasur, das je nach Betrachtungswinkel und Spiegelung eine lebendige Oberfläche schafft. Neben der individuellen Gestaltungsfreiheit war aber auch die Verwendung eines natürlichen Baustoffes, sowie die möglichst simple und mit minimalem Aufwand zu wartende Fassade vom Bauherren gewünscht. Die aus Ton und Lehm hergestellten Ziegelplatten sind Teil des vorgehängten hinterlüfteten Longoton Rapid Systems und können ohne Montagereihenfolge montiert bzw. demontiert werden. Zudem sind alle Glasuren bei Moeding bleifrei.

Für Anders Nøhr, Architekt bei Arup, konnten die Anforderungen voll und ganz erfüllt werden: „Wir haben uns für Keramikplatten von Moeding entschieden, da sie in großen Formaten eine ausgeprägte Materialität und Oberflächenstruktur bei einem relativ geringen Gewicht und einer hochbelastbaren, robusten, vandalismus- und alterungsbeständigen Verkleidung bieten. Weiterhin ist die Keramikfassade eine nichtmetallische Verkleidung, die es uns ermöglicht hat, Antennenkabel für die Funkkommunikation im 150 Millimeter großen Hohlraum hinter den Platten zu verlegen.“

Mit der neuen U-Bahn-Linie Cityringen ist es der Stadt Kopenhagen gelungen, ihrem Ziel, bis 2025 klimaneutral zu sein, näher zu kommen und mithilfe eines klugen Fassadenkonzeptes den unterirdischen Stadtraum für Menschen angenehm und den Transit verständlich zu gestalten.


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