Entwurf von 3XN und Gerner Gerner Plus Architekten

Großaquarium für den Tiergarten Schönbrunn

Im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens haben das international agierende dänische Architekturbüro 3XN und Gerner Gerner Plus aus Österreich gemeinsam mit ATT als Spezialisten für die technische Planung von Großaquarien ein spektakuläres Großaquarium für den Tiergarten Schönbrunn entworfen. Wie ein Tuch legt sich das Gebäude über die Landschaft und lockt Besucher mit seiner geschwungenen Silhouette in die mysteriöse Unterwasserwelt.

Durch die Gebäudeform entsteht eine begrünte Dachlandschaft, die in das Wegenetz der historischen Anlage des Tiergartens Schönbrunn eingebettet ist. Insgesamt umfasst das Aquarium 6 000 m², das sich auf vier Ebenen aufteilt. Großzügige Verglasungen und ein wellenförmiger Eingang leiten die Besucher zum Entrée, durch welches die sanft geschwungene Wasserwelt betreten wird.

Sanft geschwungen ist neben dem Dach auch der Weg durch das Großaquarium. Während des Rundgangs bewirken Temperaturen, Geräuschkulissen, Lichter und Deckenhöhen unterschiedliche Stimmungen. Durch die Architektur des Gebäudes und eine gezielte Wegführung wird diese Erfahrung noch verstärkt und die Unterwasserwelt perfekt in Szene gesetzt. Vor den einzelnen Becken bildet der Pfad kleine Buchten für konzentrierte Beobachter, die zu einem intimen Erlebnis beitragen. Am Ende der Tour befinden sich der Shop und ein Café, das ab den Mittagsstunden eine sonnenbeschienene Terrasse bietet. Ein direkter Zugang vom Café in den Veranstaltungsraum und zum Haifischbecken erlaubt ein hohes Maß an Flexibilität in den verschiedenen Einsatzbereichen. Außerhalb der Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit, den Veranstaltungsraum des Aquariums mitsamt Haifisch- und Quallenbecken für repräsentative Anlässe zu benutzen.

Um dem vom Salzwasser verursachten aggressiven Raumklima standzuhalten, entschied man sich bei der Materialität der Konstruktion für Beton. Dieser unterstreicht zudem die Inszenierung der neuen Unterwasserwelt. Ganz bewusst wurde bei der Gestaltung auf kompliziert zu errichtende Formen verzichtet. Die tiefen Becken des Aquariums werden direkt auf die Bodenplatte gestellt, um eine optimale Lastverteilung zu gewährleisten und so aufwendige statische Konstruktionen zu vermeiden. Das Zentrum des Gebäudes und folglich auch der Konstruktion bildet das Haifischbecken, welches durch seine Größe und den dazugehörigen technischen Voraussetzungen das zentrale raumbildende Element darstellt. In diesem Bereich muss die Bodenplatte zusätzlich verstärkt werden, um die gewaltigen Lasten abzutragen. Die 12 mal 6 Meter große Scheibe des Beckens erfordert einen 55 Zentimeter dicken Spezialkunststoff.

Hinter der wie eine große Landschaft wirkenden Dachstruktur steckt eine so simple wie effiziente Konstruktion. Die wellenartige, geschwungene Form besteht aus in Sektoren teilbaren Elementen und kann mit Standardschalungen bewerkstelligt werden. Es entstehen keine Hyperparaboloid-Flächen, die zu Mehrkosten führen würden.

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