Ludwig Mies van der Rohe

Ausstellungsreihe „Mies im Westen“ zeigt weniger bekannte Projekte des Architekten

Die geplante Krupp-Firmenzentrale in Essen, ein sozialistisches Volkshaus in Aachen und die avantgardistischen Bauideen in Krefeld – das sind einige der spektakulären wie unbekannteren Bauten und Projekte von Ludwig Mies van der Rohe. Die Ausstellungsreihe „Mies im Westen“ zeigt von Mai bis Juli 2019 das bislang wenig beachtete Wirken des Architekten in Nordrhein-Westfalen.

Mies in Aachen

In Aachen hat Mies van der Rohe früheste bauliche Spuren hinterlassen: Als Mitarbeiter von Albert Schneiders war er maßgeblich beteiligt am Bau des sozialistischen Volkshauses „Zur Neuen Welt“ aus dem Jahr 1905. Das Gebäude mit Gaststätte und Mietwohnungen trägt an der Fassade unter anderem bis heute den in Stein gemeißelten Schriftzug „Zur Neuen Welt“, in dem die Handschrift von Mies erkennbar ist. Es ist ein eindrucksvolles Zeugnis seiner Ausbildungszeit.

Für seine Heimatstadt entwarf Mies 1968 auch sein letztes Projekt, die nicht realisierte Firmenzentrale für die VEGLA Vereinigten Glaswerke. In der Aachener Teilausstellung wird daher der Lebensweg des Architekten deutlich, der sich vom katholischen Handwerkersohn aus dem Rheinland über Stationen in Berlin und Chicago zu einem der bekanntesten Baumeister des 20. Jahrhunderts entwickelte.

Mies in Krefeld

Krefeld nimmt im Werk von Mies eine besondere Stellung ein, profitierte er doch rund elf Jahre von den guten Beziehungen zum Krefelder Seidenfabrikanten Hermann Lange und anderen wichtigen Personen der Textilindustrie. Mies erarbeitete sich in diesem Umfeld mit avantgardistischen Idee sowie neuen konstruktiven Lösungen und Ausdrucksformen einen ersten Karrierehöhepunkt.

Die Projekte zeigen eine spannungsvolle Beziehung: von den Stahl-Mauerwerk-Konstrukten von Haus Lange und Esters über den funktionalistischen, verkleideten Stahlskelettbau der Verseidag bis hin zum Zusammenspiel von Wandscheiben und verchromten Kreuzstützen wie im Haus für Ulrich Lange.

Mies in Essen

Von groß nach klein: In der Essener Teilausstellung werden mit Haus Henke von 1930 und der Krupp-Zentrale von 1960 das kleinste und das größte Projekt in der Reihe „Mies im Westen“ präsentiert. Mit dem Anbau an Haus Henke setzte Mies seine Ideen vom neuen Wohnen um. Die Firma Krupp beauftragte ihn für ihre Konzernzentrale, hatte sich Mies doch mittlerweile zum weltweit gefragten Architekten entwickelt. Dieser Bau wurde aber nicht realisiert.

Ausstellungsreihe von Architekturstudenten konzipiert

Ludwig Mies van der Rohe ist einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Weltbekannt ist er durch seine Bauten wie die Neue Nationalgalerie (Berlin), das Illinois Institute of Technology (Chicago) oder das Seagram Building (New York). Zugleich ziehen sich aber die Verbundenheit mit seiner Heimat Aachen und seine Arbeit in NRW wie ein roter Faden durch sein Lebenswerk.

Architekturstudentinnen und -studenten der TH Köln, TH Mittelhessen und der Alanus Hochschule haben mit Prof. Dr. Daniel Lohmann und Prof. Norbert Hanenberg drei Ausstellungen entwickelt – vom Konzept über die Inhalte bis hin zur Ausstellungsarchitektur. Ein wichtiges Element des Projekts ist die Kommunikation von Architektur: zum einen die Auseinandersetzung der Studierenden mit Mies van der Roh und zum anderen die Vermittlung der Inhalte sowie der eigenen Arbeit in unterschiedlichen Medien.

Zusammengeführt werden die drei Ausstellungen in einer Präsentation im Landeshaus des Landschaftsverbands Rheinland in Köln von 11. Oktober bis 14. November 2019.

Auf einen Blick

Termine und Ausstellungsorte

Aachen
  • Laufzeit: 12. Mai bis 16. Juni 2019
  • Ausstellungsort: NAK Neuer Aachener Kunstverein, Passstraße 29, 52070 Aachen
  • Eröffnung: Samstag, 11. Mai, 19 Uhr
  • Öffnungszeiten: DiSo, 14 bis 18 Uhr
Krefeld
  • Laufzeit: 16. Mai bis 30. Juni 2019
  • Ausstellungsort: Mies van der Rohe Business Park, Girmesgath 5, 47803 Krefeld
  • Eröffnung: Mittwoch, 15. Mai, 19 Uhr
  • Öffnungszeiten: DiFr, 10 bis 18 Uhr; SaSo, 12 bis 18 Uhr
Essen
  • Laufzeit: 23. Mai bis 5. Juli 2019
  • Ausstellungsort: Neue Galerie der VHS Essen, Burgplatz 1, 45127 Essen
  • Eröffnung: Mittwoch, 22. Mai, 19 Uhr
  • Öffnungszeiten: MoFr, 921 Uhr; Sa, So und Feiertage geschlossen
  • Gesonderte Öffnungszeiten: Sa + So, 15./16. Juni: 917 Uhr

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