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3D-Textilien als Leichtbauwerkstoffe in der Architektur

Vergabe Leichtbaupreis 2014
3D-Textilien als Leichtbauwerkstoffe in der Architektur

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Der preisgekrönte Pavillon aus Textilschläuchen für das Frankfurter Forschungsinstitut FFin. Bild: Tobias Etzer

Leichtbau ist nicht nur für den Flugzeugbau, sondern auch für den architektonischen Bereich ein relevantes Thema. Dies zeigt die Vergabe des Leichtbaupreises 2014: Ausgezeichnet wurde ein Pavillon aus einem neuen textilen Verbundwerkstoff.

Nur rund 65 kg wiegt der preisgekrönte temporäre Forschungs- und Ausstellungspavillon für das Frankfurter Forschungsinstitut FFin, den ein 20-köpfiges Studierendenteam der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS) entworfen hat.
Neben dem Team der FRA-UAS wurden Teams der Uni Stuttgart und der TU Wien mit dem Leichtbaupreis 2014 des in Stuttgart ansässigen Vereins zur Förderung des Leichtbaus ausgezeichnet.

Der kegelförmige Pavillon mit einem Durchmesser von bis zu fünf Metern am oberen Rand und einer Gesamthöhe von ca. vier Metern ist aus einem selbsttragenden textilen Netzgelege aus geschäumten Textilschläuchen konstruiert, für das die faser- und schwammartigen Materialstrukturen der Rohrkolbenpflanze Typha Vorbild waren. Für den prämierten Pavillon aus Textilschläuchen wurde von den Studierenden auf eigenes Ausschäumen zunächst verzichtet. Versuchsweise wurden stattdessen geflochtene, reiß und abriebsresistente PET-Textilschläuche verwendet, die mit vorgefertigten, geschlossenzelligen PE-Rundschnüren mit einem Durchmesser von 5 cm gefüllt wurden. Das Textil übernimmt die Zugkräfte, der Schaum die Druckkräfte – es entstehen druckstabile Leichtseile.
Die wabenartige Netzstruktur, die das ca. 50 cbm große Gesamtvolumen des Pavillons bildet, wird durch eine Übertragung textiler Gelegetechniken in einen größeren Maßstab entwickelt. Beginnend mit sieben Lagen druckstabiler Leichtseile am Fußpunkt, reduzieren sich diese auf drei Lagen am oberen Ende des Pavillons. Die Überlagerungspunkte werden durch elastische Textilbänder fixiert, eingelegte horizontale Zug- und Druckringe stabilisieren die Struktur.

Das Pavillon-Projekt entstand im Rahmen von Forschungen unter der Leitung von Prof. Claudia Lüling zu dreidimensionalen Textilien und deren Einsatzmöglichkeiten für architektonische Anwendungen im Verbund mit geschäumten Materialien aus nachhaltigen Rohstoffen. Neben dem Einsatz von Textilschläuchen wie im bereits realisierten Pavillon wird derzeit an geschäumten Abstandstextilien für die Gebäudehülle geforscht.

020-Pavillon1 -®FRAUAS
Studierende bauen den temporäre Forschungs- und Ausstellungspavillon auf. Bild: FRA-UAS
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