Neubau einer Multifunktionshalle in Oensingen in der Schweiz

Robuste Energieeffizienz

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Bei der neuen Multifunktionshalle in Oensingen passt der verwendete Leichtbeton als heller Sichtbeton zum skulpturalen Charakter des Gebäudes und erfüllt alle Anforderungen an Optik, Tragfähigkeit und Robustheit. Zudem sorgt der verwendete LC8/9 dafür, dass das Gebäude dem Minergie-Standard entspricht.

Dr. Anselm Koopmann | jo

Im schweizerischen Oensingen bildet die neue Multifunktionshalle das neue Herzstück des dortigen Sportareals. Es ist ein quaderförmiger, rund 17 500 m3 großer Gebäudekubus, der bis zu 3,5 m tief ins Erdreich eingegraben ist. Der Bereich unter Terrain weist Normalbetonwände inklusive Außendämmung auf und die Decke wurde als Stahlträgerkonstruktion umgesetzt. Der restliche Teil des Baukörpers besteht dagegen aus einem in heller Sichtbetonoptik gehaltenen Liapor-Leichtbeton, der im schweizerdeutschen Sprachgebrauch auch als Isolations- oder Dämmbeton bezeichnet wird.
„Der bewusst archaische, massive und robuste Gebäudecharakter basiert auf der klaren Grundrissstruktur, der Reduktion der Materialien und der massiven Bauweise mit Dämmbeton. Dessen Materialität und Ausführungsqualität prägen das Gebäude und beeinflussen entscheidend das optische Bild des Gebäudes“ , erklärt Verena Hellweg als zuständige Architektin der ffbk Architekten AG, die zusammen mit dem Ingenieurbüro BSB+Partner aus Oensingen die Projektierung und Ausführung des Objekts übernahm.
Schwundverhalten und Festigkeit
So kompakt die Bauform in ihrer Gesamtheit wirkt, so facettenreich erscheint die Gebäudehülle im Detail.
„Die zum Glas hin angeschrägten Laibungen betonen die Fenster und erzeugen ein Fassadenrelief, welches das flache und lange Volumen wohltuend rhythmisiert. Konzeptionell wird dies auch beim zurückgesetzten Eingang umgesetzt, der dadurch eine besondere Betonung erhält“, erläutert Verena Hellweg.
Entsprechend hoch waren die Anforderungen an den Leichtbeton. „Wichtig war hier, einen Liapor-Leichtbeton mit nur geringem Schwundverhalten zu entwickeln, um die Leichtbetonfassade auf der gesamten Gebäudelänge schwindungsfrei ausführen zu können. Daneben musste der Leichtbeton auch eine geeignete Festigkeit aufweisen, um die sichere Lastabtragung der Stahlträgerdeckenkonstruktion zu gewährleisten. Diese Anforderungen ließen sich mit dem verwendeten Liapor-Leichtbeton optimal bewältigen“ , erklärt Daniel Meyer von Liapor Schweiz.
Zum Einsatz kam ein LC8/9, bestehend unter anderem aus Liaver 1–4, Liapor F3 sowie Zement, Flugasche, Fließmittel und Luftporenbildner. Den Leichtbeton stellte das Kies- und Betonwerk K. & U. Hofstetter in Hindelbank her, mit dem Liapor auch die passende Rezeptur entwickelte. Die Bauausführung übernahm die Marti AG in Solothurn. Vor der Bauausführung wurden Musterwände erstellt.
Wärmeleitfähigkeit
Gleichzeitig trägt die Gebäudehülle mit ihren 60 cm Außenwänden aus Liapor-Leichtbeton auch wesentlich zur besonders hohen Energieeffizienz des Gebäudes bei. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,27 W/(m·K) gewährleistet er höchste Wärmedämmung und wirkt dabei auch noch wärmespeichernd. In der Summe minimiert er den Energieverbrauch der Multifunktionshalle so weit, dass das Gebäude sogar dem strengen Schweizer Minergie-Standard entspricht. Daneben stellt die massive, monolithische Bauweise ohne zusätzliche Dämmung auch die nötige Robustheit der Oberflächen sowohl im Innen- als auch im Außenbereich der Halle sicher. Und nicht zuletzt passen sich die unterhaltsarmen Sichtbetonflächen in ihrem hellen Grauton auch gut in die vorhandene Reihe der silbrig-grauen blechverkleideten Gebäude der Umgebung ein.
Projektierung + Ausführung:
ffbk Architekten AG, Basel + Zürich und Ingenieurbüro BSB+Partner, Oensingen
Hersteller
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