Mit Sanierputzen gegen Feuchteschäden

Grundlagen schaffen

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Ist Bausubstanz durch Feuchte und bauschädliche Salze geschädigt, muss für die konkrete Schadensbeurteilung die Feuchtigkeitsursache geklärt werden. Zu beachten ist die DIN 18195, die in Zukunft durch die DIN 18533 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“ abgelöst wird. Empfohlen wird hier zur Schadensbehebung ein dreikomponentiges Saniersystem mit Vorspritz, Porengrundputz und Sanierputz-WTA.

Olaf Janotte, Anwendungstechniker Baumit GmbH | be

Wasser stellt für ein Gebäude immer ein großes Problem dar. Egal, ob es während der Erstellungsphase oder während seiner Lebenszeit auf das Gebäude einwirkt – ungeschützte Flächen sind immer schadensträchtig. Je unkontrollierter das Wasser in ein Haus eindringen kann, umso schneller ist mit Schäden zu rechnen und umso wichtiger ist es, diese durch gezielte Abdichtungsmaßnahmen einzudämmen oder komplett zu beseitigen.
Wasser wird von Baustoffen durch unterschiedlichste Wirkmechanismen aufgenommen. Für die konkrete Schadensbeurteilung ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, dass die Art der Feuchtigkeitsaufnahme geklärt ist; da ansonsten falsche Sanierungsmaßnahmen die Folge sein können. So lässt sich z.B. ein Feuchtigkeitsschaden durch Kondensation an kalten Wandflächen kaum durch eine Horizontalsperre beheben.
Ein schematischer Wegweiser für das Vorgehen bei der Sanierung ist das Ablaufschema Mauerwerkdiagnostik:
1. Orientierende Bauwerksbesichtigung2. Bestands-/Schadensaufnahme/Anamnese3. Untersuchungsplan4. Untersuchungen am Bauwerk / im Labor5. Bewertung Untersuchungsergebnisse6. Instandsetzungsplanung: Art, Umfang,
Technologie, Materialien, Funktion,
Nutzung7. Ausführung/Kontrolle
Zur Seite steht hier das WTA-Merkblatt „4–5–99/D Beurteilung von Mauerwerk – Mauerwerksdiagnostik“ , in dem die Methodik aufgezeigt wird, welche Untersuchungen wie durchgeführt werden können. In diesem Zusammenhang stehen auch weitere Merkblätter, die Hinweise zu Abdichtungsmaßnahmen geben:
  • 4–6–14/D Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile
  • 4–7–15/D Nachträgliche mechanische Horizontalsperre
  • 4–10–15/D Injektionsverfahren mit zertifizierten Injektionsstoffen gegen kapillaren Feuchtetransport.
Basis für die Abdichtungsmaßnahme ist seit vielen Jahren die DIN 18195, die in Zukunft durch die DIN 18533 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“ abgelöst wird. Diese liegt momentan noch als Entwurf vor; man sollte sich bereits heute mit diesem auseinandersetzen, da sich Anforderungen und Begrifflichkeiten geändert haben.
Einwirkung bauschädlicher Salze
Feuchtigkeitszutritt über Jahrzehnte oder Jahrhunderte schafft i. d. R. zusätzliche Probleme durch im Wasser mitgeführte Salze. Je nach Salzart treten diese in Bereichen der Verdunstungszone deutlich zutage, können sich aber auch durch ihre hygroskopischen, d. h. Wasser anziehenden Eigenschaften als feuchter Fleck an der Wandoberfläche tarnen. Werden diese nicht durch chemische Analysen nachgewiesen, kann es zu bösen Überraschungen führen, wenn die Sanierung nur die Abdichtung gegen Wasser, nicht aber entsprechende Maßnahmen gegen Salze betrifft.
Durch den u. U. erheblichen Sprengdruck, der bei der Kristallisation auftritt, werden auch festere Putze zerstört, wenn nicht genügend Hohlräume zur Verfügung stehen, um den nötigen Platz für das Kristall zu schaffen. Um eine optisch ansprechende Oberfläche gewährleisten zu können, sind statt der herkömmlichen Putze auf diesen Untergründen ein Feuchteregulierungsputz oder Sanierputz-WTA geeignet.
Der Sanierputz verhindert durch seine hohe Wasserabweisung, dass die im Mauerwerk befindlichen Salze mit der Mauerwerksfeuchtigkeit an die Putzoberfläche dringen. Die Wasseraufnahme ist so gering, dass das „Salzwasser“ nur wenige Millimeter in den Putz eindringt und dann als Wasserdampf weiterwandert. Die zurückbleibenden Salze können in dem hohen Porenraum schadlos auskristallisieren. Das Baumit Saniersystem umfasst alle notwendigen Komponenten, vom geprüften Vorspritz, über einen Porengrundputz bis zum Sanierputz-WTA. Feuchteregulierungsputze besitzen eine deutlich höhere kapillare Leitfähigkeit, so dass auch deutlich mehr und schneller Wasser an die Oberfläche treten kann. Leider kann es dabei vorkommen, dass Salze dabei bis an die Oberfläche treten und sich dort abzeichnen. Ein frühzeitiger Schaden wie bei herkömmlichen Putzen wird aber wegen ihrer Festigkeit und Porenstruktur vermieden.
Im denkmalpflegerischen Bereich gibt es zudem die Forderung, möglichst weiche Kalkputze zu verwenden, auch wenn durch die Salze im Mauerwerk mit einem raschen Substanzverlust an der Putzoberfläche zu rechnen ist. Optische Beeinträchtigungen werden billigend in Kauf genommen, wenn dabei gewährleistet wird, dass bei der Sanierung dieser Flächen der aufgetragene Kalkputz ohne Schädigung vom Mauerwerk abgenommen werden kann. Der Putz dient hier lediglich dazu, die Verdunstungszone nicht in das Mauerwerk zu legen, um dieses vor der Zerstörung zu schützen.
Unklarheiten ausräumen
Die Ergebnisse von Sanierungsmaßnahmen lassen sich erst durch die Kenntnis der Anforderungen bewerten. Wenn man bereits vor Beginn der Arbeiten weiß, welche Wünsche der Auftraggeber hat, kann man leichter einschätzen, ob diese auch erfüllbar sind. Dabei sollte der Auftraggeber über eventuelle Problematiken nicht im Unklaren gelassen werden. Er muss sich der besonderen Situation bewusst sein, wenn er ein Haus bezieht (oder es vermieten will), bei dem noch Feuchtigkeit im Mauerwerk vorhanden ist. Nur dann kann mit Verständnis gerechnet werden, dass zusätzliche Maßnahmen notwendig sind sowie mögliche Einschränkungen beim Bewohnen während der Sanierungsarbeiten auftreten können.
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