Sanierung einer Wohnsiedlung in Hamburg

Dreifacher Feuchteschutz

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Beim größten zusammenhängenden Denkmalschutzprojekt in Deutschland mussten zur Erhaltung der Bausubstanz massive Feuchteschäden behoben werden. Außen-Abdichtung, Horizontalsperre und Innen-Abdichtung waren eine unerlässliche Voraussetzung, um in Hamburgs neuem Wohngebiet „Unter den Linden“ hochwertigen Wohnraum zu schaffen.

Im Hamburger Norden entsteht auf 110 000 m² das Wohngebiet „Unter den Linden“. Ein Ensemble aus denkmalgeschützten Häusern – um 1900 errichtet – sowie neuen Mehrfamilienhäusern in Bauhausarchitektur. Es handelt sich um das größte zusammenhängende denkmalgeschützte Projekt in Deutschland.

Die Patrizia AG verwandelt dabei das alte Hamburger Klinikgelände „Ochsenzoll“ in ein Wohngebiet. Allerdings zeigten sich bei den Voruntersuchungen der vorhandenen Bausubstanz erhebliche Feuchteschäden. Stellenweise war der gesamte Putz von den Kellerwänden abgeplatzt. „Nasse Keller verkaufen sich nicht gut“ , weiß Architekt Thomas Eichler von esp Architekten, der mit der Bauüberwachung von „Unter den Linden“ betraut wurde.
Der Durchfeuchtungsgrad der denkmalgeschützten Häuser im Ochsenzoll, so ergab die Analyse, war etwa doppelt so hoch wie üblich bei Gebäuden aus diesen Baujahren. Daher war dem Projektentwicklunger Patrizia eine dauerhafte und zuverlässige Lösung des Problems besonders wichtig. Hinzu kam eine weitere Voraussetzung, die für das Projektentwicklungsunternehmen erfüllt sein musste. „Wir haben hier eine Just-in-time-Baustelle, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind unerlässlich“ , betont Projektleiter Uwe Stahs. Das bedeutet konkret: Wenn die Gerüstbauer erscheinen, um das Gerüst für die Fassadengestaltung aufzubauen, muss die Außenabdichtung aufgebracht und die Baugrube zugeschüttet sein. Und zwar auf die Minute genau.
Bei seiner Recherche stieß Projektleiter Stahs auf Isotec, einer Unternehmensgruppe, die auf die professionelle Beseitigung von Feuchte- und Schimmelpilzschäden spezialisiert ist. „Wenn erforderlich, legen wir Extraschichten ein oder arbeiten am Wochenende, aber den Terminplan halten wir zu 100% just-in-time ein“ , betont Dipl.-Ing. Keven Westphal, Technischer Leiter bei Isotec Hamburg.
Zuvor hatte Ingenieur Westphal eine detaillierte Schadensanalyse durchgeführt und dabei seitlich eindringende Feuchte sowie kapillar aufsteigende Feuchte diagnostiziert. Unter Beachtung der strengen Auflagen der Denkmalschutzbehörde wurden die Isotec-Außenabdichtung und -Horizontalsperre eingebracht. In anderen Bereichen der Gebäude kam die Isotec-Innenabdichtung gegen seitlich eindringende Feuchtigkeit zum Einsatz.
Außenabdichtung
Die hochwertige Außenabdichtung gegen die seitlich eindringende Feuchte wurde in einem mehrstufigen Verfahren aufgetragen. Hierfür verwendet Isotec zunächst einen wassersperrenden und -abweisenden Spezialputz, der die Voraussetzung für eine optimale Haftung des eigentlichen Abdichtungsmaterials schafft.
Erst anschließend kommt ein zweikomponentiges Abdichtungssystem aus kunststoffmodifizierter Bitumendickbeschichtung (KMB) zum Zug. Dieses System wird zweilagig und mit einer vollflächigen Gewebeeinlage aufgetragen. Die beiden Lagen verbinden sich zu einer wasserundurchlässigen, flexiblen und rissüberbrückenden Abdichtung. Das heißt, die Feuchte kann gar nicht mehr über das Erdreich seitlich an das Mauerwerk gelangen.
Innenabdichtung
Wo aus verschiedenen Gründen (wie z. B. angrenzende Bebauung oder Besonderheiten der Außenanlagen) eine Freilegung des Kellermauerwerks von außen nicht möglich ist, wendet Isotec seine bewährte Innenabdichtung an. Die durchfeuchteten Flächen werden dabei in einem mehrstufigen Verfahren abgedichtet. Zunächst wird die Kelleraußenwand innenseitig mit einem Sandstrahler gründlich gereinigt, um die Oberflächen für die eigentliche Abdichtung vorzubereiten. Im Anschluss wird ein spezieller Dichtputz aufgebracht. Im dritten Schritt kommt die Kombiflexabdichtung in zwei Lagen zum Einsatz, bevor zuletzt ein Schutzputz zum mechanischen Schutz der Innen-Abdichtung aufgebracht wird.
Horizontalsperre mit Spezialparaffin
Sowohl den Projektentwicklern als auch dem Architekten war die dauerhafte Trocknung der hochgradig durchfeuchteten Kellerwände wichtig. „Die Trocknung der Injektionsebene ist Bestandteil unserer patentierten Horizontalsperre mit Paraffininjektion“ , sagt Keven Westphal. Erst nach Abschluss der Trocknung injizieren die Profis heißes Spezial-Paraffin in den Baukörper. „Das Paraffin versiegelt die Baustoffporen und verhindert dauerhaft ein Aufsteigen der Feuchte“ , erklärt Westphal.
Dass hierfür ein gesundheitsverträgliches Bauprodukt wie Paraffin verwendet wurde, war den Auftraggebern ebenfalls wichtig: Das eingesetzte Paraf-fin enthält keine chemisch-flüchtigen Bestandteile.
Der mit der Bauaufsicht beauftragte Architekt Thomas Eichler zeigt sich sehr zufrieden mit den von Isotec ausgeführten Abdichtungsmaßnahmen, dem Einsatz und der Zuverlässigkeit des Teams im anspruchsvollen Just-in-Time-Verfahren des Großprojektes „Unter den Linden“: „Es läuft genauso, wie wir es uns erhofft und vorgestellt haben.“
Das Isotec-Team hat allein für den zweiten Bauabschnitt folgende Zahlen ermittelt: Hier wurden ca. 5 000 m Hohlkehlen ausgeführt, die bei allen ausgeführten Gewerken eigebracht werden mussten. Auf rund 3 000 m Länge kam eine Horizontalsperre mit Paraffininjektion zum Einsatz. Auf 2 000 m² wurde eine Außenabdichtung und auf 600 m² eine Innenabdichtung durchgeführt. Insgesamt wurden im Bauabschnitt 2 von Mitte Mai bis Ende Juli 2016 vier Gebäude hochwertig abgedichtet. In Bauabschnitt 3 fanden auf Wunsch der Bauherren eine etappenweise Abdichtung von weiteren sieben Gebäuden statt. Fertigstellung und Abnahme erfolgten bis Mitte 2017.
Architekt:
Thomas Eichler, esp Eichler+Seemann GmbH Architekten Ingeniere, Berlin
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