Sanierung und Umnutzung eines Bahnhofgebäudes in Uffing

Konsequenter Klimaschutz

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Die energetische Sanierung der Fassade des über 130 Jahre alten Bahnhofsgebäudes im bayerischen Uffing dauerte nur vier Monate. Als Fassadendämmung wurde an den Außenwänden des Mauerwerksbaus ein Holzfaser-Wärmedämmverbundsystem montiert. Als Beschichtung erhielten die Dämmplatten einen mineralischen Dekorputz in abgestuften (Bayern-)Blautönen.

Achim Zielke, Baufachjournalist | be

Es gibt in Deutschland etwa 5 400 Bahnhöfe. Die meisten von ihnen haben ein eigenes Bahnhofsgebäude, in dem Abreisende und Abholer bei Wind und Wetter auf die Ankunft ihres Zuges warten können. So auch in Uffing, einer 3 000-Seelen-Gemeinde am malerischen Staffelsee im bayerischen Voralpenland. Doch noch etwas anderes als die idyllische Lage zeichnet diesen Bahnhof seit neuestem aus: Der historische Ziegelbau aus der Zeit der königlich-bayerischen Eisenbahngesellschaft präsentiert sich nach erfolgter Entkernung und energetischer Rundumerneuerung ökologisch vorbildlich saniert. Regionale Handwerksfirmen sorgten mit viel Liebe zum Detail für seine Instandsetzung. Dem steinzeitlichen Energiehunger, der für Gebäude aus dem vorigen Jahrtausend typisch ist, schiebt nunmehr eine Ummantelung der Außenwände mit natürlichen Holzfaserdämmstoffen einen Riegel vor.
Das komplett entkernte, umgeplante und energetisch sanierte Haus ist heute Sitz der weltweit aktiven Plant-for-the-Planet-Stiftung. Im Erdgeschoss verfügt das mit nachhaltigen Baustoffen modernisierte Mauerwerksgebäude über moderne Sekretariats- und Konferenzräume, im Obergeschoss befindet sich eine Wohnetage. Der Wartebereich für Zugreisende wurde in einen neu errichteten Anbau verlegt, der als ökologisches Informationszentrum dient und komplett aus Massivholz besteht. Den Energiebedarf des Bahnhofsgebäudes deckt eine leistungsstarke PV-Anlage, die eine Pufferbatterie der neuesten Generation bespeist. Zum energetischen Gesamtkonzept des Anwesens gehört außerdem die erste Strom-Zapfsäule für Elektrofahrzeuge in Uffing und der näheren Umgebung.
Die Varta Storage hat das Projekt mit einem Energiespeicher im Keller des Gebäudes unterstützt, ergänzt durch eine Monitoreinheit von Solare Datensystem. Die Monitoreinheit überwacht permanent den Energieertrag der Photovoltaikanlage auf dem Dach und managt die Stromversorgung der angeschlossenen Verbraucher im Bahnhofsgebäude.
Holzfaserdämmstoff bindet CO2
Bei der Wahl des Wärmedämmverbundsystems entschieden sich Architekten und Eigentümer für das Holzfaser-WDVS von Inthermo. „Gut gedämmte Wohngebäude sind eine Voraussetzung dafür, den vermehrten Kohlendioxidausstoß, den die Teilhabe einer wachsenden Weltbevölkerung am technologischen Fortschritt mit sich bringt, in den Griff zu bekommen. Mit Holzfaserprodukten kann das umso besser gelingen, als diese ökologischen Dämmstoffe das Treibhausgas Kohlendioxid von Natur aus binden“ , begründet Bauherr Frithjof Finkbeiner seine Dämmstoffwahl.
In Uffing wurde das Inthermo WDVS auf einer Unterkonstruktion aus Nadelholz montiert, um Mauerwerksversprünge und andere Unregelmäßigkeiten zu überbrücken. Die Montage der 6 cm dicken Holzfaser-Dämmplatten vom Typ HFD-Exterior Compact erfolgte auf den 10 cm tiefen Latten, nachdem die Gefache mit Inthermo Holzfaser-Gefachdämmung vollständig ausgefüllt worden waren.
„Durch die Dämmmaßnahmen dürfte der rechnerisch ermittelte U-Wert der Außenwand von ursprünglich 0,87 W/m²K nahezu auf Passivhausniveau gesunken sein“ , sagt Diplom-Bauingenieur Markus Blau, technischer Berater bei Inthermo.
„Die Holzfaserdämmung schützt die Bausubstanz unseres betagten Bahnhofsgebäudes, hält im Sommer die Hitze, im Winter die Kälte sowie Tag für Tag den Lärm vorbeifahrender Regionalbahnen von unseren Büro- und Aufenthaltsräumen fern“ , bestätigt Frithjof Finkbeiner. Ebenso wichtig ist ihm, dass die Fassadendämmung mit den Holzfaser-Dämmplatten des betagten Bahnhofs möglichst große Mengen des Klimakillers CO2 aufnimmt und auf Dauer bindet.
Der Wunsch nach einer klimaschützenden Dämmung aus natürlichen Materialien kommt nicht von ungefähr: Frithjof Finkbeiner ist ehrenamtlicher Vorstand der weltweit aktiven Plant-for-the-Planet-Foundation. Die Stiftung verfolgt das Ziel, in jedem Land der Erde so viele Bäume wie möglich zu pflanzen, um das Globalklima zu retten. 14 Milliarden Setzlinge unterschiedlichster Baumarten sind durch die unermüdlichen Aktivitäten bereits zusammengekommen. Dass es irgendwann zu viele werden könnten, steht nicht zu befürchten: Frithjof Finkbeiner, der auch Vorsitzender der deutschen Sektion des Club of Rome ist, verweist insoweit auf eine Studie der Yale-Universität, wonach die Erde noch etliche Milliarden weiterer Baumsetzlinge sehr gut vertragen kann.
Architektin: Dipl.-Ing. (Univ.) Sabine Lamm, Pähl,
in Zusammenarbeit mit Karin Duckerschein, Klima Akademie Ammersee e.V., Pählwwwww.lamm-architektin.de
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