Neubau eines Forschungsinstitutes in Melbourne

Durchlässig mit Blendschutz

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Der Neubau von Grimshaw im australischen Melbourne dient der Erforschung ansteckender Krankheiten. Funktionsgläser unterstützen eine optimale Arbeitsatmosphäre im Doherty Institute for Infection and Immunity. Auf einem überzeugenden Energiekonzept basiert die Green-Star-Zertifizierung.

Das Doherty Institute for Infection and Immunity – benannt nach dem australischen Nobelpreisträger für Medizin, Professor Peter Doherty – gehört zu den weltweit führenden Einrichtungen im Kampf gegen ansteckende Krankheiten. Im September 2014 wurde der Neubau des Instituts, der eine Vielzahl an Einrichtungen und Experten unter einem Dach vereint, in Melbourne eröffnet. Ebenso zukunftsweisend wie die Nutzung ist die Architektur von Grimshaw und dem im Laborbereich spezialisierten Büro Billard Leece Partnership. Erstmalig in Australien kamen hier umfangreich Funktionsgläser von Okalux zum Einsatz.

Die Anlage wurde von Brookfield Multiplex Contructions für die University of Melbourne und das Royal Melbourne Hospital gebaut. Teil der Hochschulpolitik ist es, bei jeder Baumaßnahme auf dem Campus der Universität eine „Green Star“-Zertifizierung vom Green Building Council Australia anzustreben.
Effizientes Gesamtkonzept
Normalerweise sind medizinische Forschungseinrichtungen extrem ressourcenintensive Gebäude – sowohl in der Bauphase als auch während des Betriebs. Ganz anders das Doherty Institute of Infection and Immunity: Mit seinen circa 25 500 m² Nutzfläche, die sich auf 14 Geschosse verteilen, ist das hocheffiziente Bauwerk so geplant, dass es gut 20% weniger Strom verbraucht und 50% weniger Treibhausgase produziert als ein vergleichbares Objekt. Diese Einsparungen werden durch eine Kombination von aktiven und passiven, technischen und gestalterischen Maßnahmen erreicht. Teil des Konzepts ist unter anderem eine Kraft-Wärme-Kopplung, Grauwassernutzung, die Begrünung der Dachflächen, eine Hochleistungsverglasung und der Einsatz einer Holzrastereinlage mit variabler Auslegung im Scheibenzwischenraum. Belohnt wurde das zukunftsweisende Gesamtkonzept mit einer Fünfsterne-„Green Star“ Auszeichnung.
Offener Austausch
Um die Bedürfnisse der verschiedenen Nutzer bestmöglich zu erfüllen, haben Grimshaw und Billard Leece Partnership eine flexible Struktur etabliert. Für große Institutionen stehen komplette Geschosse zur Verfügung. Ebenso können kleine, autarke Einheiten belegt werden, mit der Möglichkeit, vertikal und horizontal mit anderen Einrichtungen im Haus zusammenzuarbeiten und zu kooperieren.
Abgeschlossene Speziallabors konzentrieren sich in der Mitte der Geschosse. Die einzelnen Abteilungen erhalten eine eigene Identität, können aber auch auf andere Forschungsbereiche und -inhalte zugreifen und sich untereinander vernetzen. Verteilt über sämtliche Stockwerke gibt es außerdem Bereiche, die für gemeinschaftliches Arbeiten und soziale Funktionen vorgesehen sind. Damit wird sowohl der interne Austausch als auch die Anbindung nach außen an den Parkville Bezirk gestärkt.
Wirksame Performance
Die Transparenz zwischen den einzelnen Bereichen und der Öffentlichkeit findet seine Entsprechung in der Fassade. Für ein Gebäude mit biomedizinischer Nutzung ist diese Durchlässigkeit ungewöhnlich, spiegelt aber den Geist des Instituts.
Um die Tageslichtnutzung zu optimieren, wurden drei Fassaden des Gebäudes mit den Funktionsgläsern Okawood von Okalux ausgeführt. So auch die doppelschalige Vorhang-Fassade auf der Nordseite des Gebäudes – in Australien die der Sonne zugewandte Seite. Ein filigranes Holzraster im Scheibenzwischenraum dient als richtungsselektiver Sonnen- und Blendschutz.
Durch variierende Abstände der Hölzer wurden Lichttransmission und Durchsicht exakt an die Anforderungen der dahinter liegenden Labor- oder Büroräume angepasst. So profitieren die Mitarbeiter von den guten Sichtbeziehungen nach außen und der angenehmen Tageslichtatmosphäre im Inneren.
Aber nicht nur funktional ist das System sehr leistungsfähig. Mit seiner natürlichen Ästhetik fügt sich Okawood harmonisch in den anspruchsvollen Gesamtentwurf ein. Eine besondere Herausforderung bei dem Projekt waren die abgerundeten Fassadenecken. Für diese Einbausituation wurde eigens eine neuartige Produktvariante mit gebogenem Holzraster entwickelt, so dass die Gebäudehülle durchgängig gestaltet werden konnte. Ganz im Sinne der nachhaltigen Planung sind die Einlagen aus FSC-zertifiziertem Buchenholz.
Durch den geschützten Einbau im Scheibenzwischenraum ist das System wartungsfrei und sehr langlebig. All diese Aspekte unterstützen die Gesamtperformance des Gebäudes und damit die Auszeichnung mit dem „Green-Star“-Label.
Planung: Architekt Grimshaw, Melbourne/AUS mit Billard Leece Partnership, Melbourne/AUS
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