Neubau eines Wohnhauses in Oberalbis, Schweiz

Wohngesund regional

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Für ein Bauherrenpaar realisierte Architekt Mark Hofstetter in einem kleinen Weiler in der Schweiz gleich mehrere Gebäude in bester Holzhaus-Qualität mit regionalen Holzbau-Partnern. Sie bieten individuelle Architektur, wohnliche Behaglichkeit und Wertbeständigkeit. Das selbst genutzte Wohnhaus der Bauherren wird hier exemplarisch vorgestellt.

Iris Darstein-Ebner | be

Lokale Individualität der Architektur hat über Jahrhunderte regionale Identität gestiftet. Um sie zu erhalten, ist es heute wichtig, bei der Nachverdichtung im ländlichen Raum überlieferte Bauformen aufzunehmen, diese zeitgemäß zu interpretieren und die Baukörper landschaftsgerecht in die Topografie einzufügen.
Dies ist Mark Hofstetter gelungen: Mit großem Respekt vor der bestehenden Bausubstanz plante der Architekt zusammen mit dem Holzbauunternehmen und Klimaholzhausfachmann Köfler zwei nachhaltige, wohngesunde Neubauten. Mit kubischen Formen und Flachdächern adaptieren die Gebäude auf zeitgemäße Art das jahrhundertealte regionale Bauen mit Holz. Sie behaupten sich als moderne Bauten, ohne gestalterisch in den Vordergrund zu drängen. Auch beim Umbau des Bestandsgebäudes kamen Holz-Elemente zum Einsatz.
Mit Blick auf die Alpenkette fügt sich Hofstetters Architektur gekonnt in die gewachsene Struktur des Ortes ein, ergänzt und erweitert sie und folgt damit einem wichtigen Aspekt der Klimaholzhaus-Philosophie: Mit speziellen Massivholzprodukten wird individuell und dem jeweiligen Standort entsprechend gebaut.
Brettsperrholzelemente
„Ökologisches, baubiologisch richtiges und nachhaltiges Bauen ist mir seit Beginn meiner Architektentätigkeit sehr wichtig. Darum baue ich am liebsten mit Holz“, erläutert Mark Hofstetter seine Vorliebe für den Naturbaustoff. Für ihn besteht gute Architektur aus dem Zusammenwirken von Material und Raum, innen und außen, Licht und Schatten. Vorgefundenes und Neues muss wie selbstverständlich zusammen wirken, damit Wohnatmosphäre entstehen kann. In diesem Sinne hat er das selbstgenutzte Domizil der Bauherren als Klimaholzhaus entworfen: Bis auf das betonierte Kellergeschoss sind Wände, Decken und Dach komplett aus formstabilen, massiven Brettsperrholz-Rippen- und Kastenelementen aufgebaut. Sie bieten für die hohen Anforderungen an moderne Häuser eine technisch und bauphysikalisch geprüfte, sichere und dauerhafte Lösung.
Der Aufbau der Lignotrend-Außenwand passt sich den spezifischen Schichten einer Gebäudewand an. Die massive Holzwand auf der Innenseite wird auf der Außenseite von einer diffusionsoffenen Membran umhüllt und geschützt, nach innen steht sie mit dem Raumklima in Kontakt. Darauf folgt dann die Wärmedämmung aus natürlichen Dämmstoffen. Die auf einer kreuzweisen Konterlattung angebrachte rohe Holzschalung sorgt für Hinterlüftung und schützt die Dämmung vor der Witterung. Zwischendecken im Klimaholzhaus zeichnen sich durch besonders guten Schallschutz aus. Dazu werden die Deckenzwischenräume, nachdem alle Leitungen verlegt worden sind, mit einer losen Schüttung befüllt. Zudem können in das Massivholzelement ab Werk raumakustisch wirksame, natürliche Absorber integriert werden.
Das massive Dachelement ist der Abschluss eines Klimaholzhauses. Durch das firstparallele Verlegen der einzelnen Scheiben kann die statische Last über die Giebelwände abgetragen werden. Dies ermöglicht eine hohe Freiheit in der Erstellung des Wunschgrundrisses.
Die gesamte Gebäudekonstruktion ist beim Klimaholzhaus so konzipiert, dass ihr Massivholzkern seine natürlichen raumklimaregulierenden Fähigkeiten
optimal ausspielen kann: Temperatur und Luftfeuchte behalten ein behagliches Niveau und schaffen ein Raumklima, das Atemwegsbeschwerden und Allergien vorbeugt.
Durch die massive Bauweise, den mehrschichtigen Wand- bzw. Dachaufbau und entsprechende Verschattungsplanung herrscht auch an heißen Sommertagen eine angenehme Kühle.
Individuell mit Vorfertigung
Alle Klimaholzhäuser basieren auf individuellen Architekten-Entwürfen, die durch erfahrene regionale Klimaholzhaus-Betriebe mit im Werk vorgefertigten, massiven Brettsperrholz-Elementen – auf Wunsch mit sichtbaren Echtholzoberflächen – baulich umgesetzt werden. Das Klimaholzhaus-System ist ein komplettes, in sich stimmiges, ganzheitliches Baukonzept, den das von Lignotrend initiierte Netzwerk Klimaholzhaus aus seiner jahrzehntelangen Holzbau-Erfahrung heraus erarbeitet hat.
„Wir haben uns für die Klimaholzhaus-Bauweise entschieden, weil alle Elemente des Lignotrend-Systems perfekt aufeinander abgestimmt sind“, bestätigt Mark Hofstetter. „Die vor der Holztragwand stehenden Dämmständer garantieren eine konsequente, konstruktiv saubere Trennung von innenliegendem Tragwerk und durchgehender äußerer Dämmung. So können keine Wärmebrücken entstehen, das Klima im Gebäude bleibt gleichbleibend gut und die Bewohner sparen Energiekosten“.
Auf drei Etagen bietet der Neubau rund 200 m² zum Wohnen und Arbeiten. Das Untergeschoss beherbergt Technikräume und hat direkten Zugang zum Garten. Im EG umschließt die Gebäudehülle einen offenen Carport neben der im Raumverbund zusammengeschlossenen Fläche für Wohnen, Essen und Kochen. Die Topografie des leicht abfallenden Grundstücks ist auch im Innern erlebbar, indem eine Stufe den tiefer liegenden Wohnbereich von der Eingangs- und Garderobenzone absetzt.
Tragende Lignotrend-Deckenelemente über dem EG sorgen im L-förmigen Koch-Wohnbereich für einen freien Blick. Während der Bodenbelag durchgehend gleich ist, unterstützt ein Holzunterzug die Raumgliederung. Damit wird die insgesamt fast 50 m² große Fläche großzügig möblierbar und bietet eine ganz besondere Wohnfreiheit. Geschosshohe Fensterflächen weisen zu Terrasse und Garten in Richtung Süden. Die tragenden und auf Wunsch akustisch wirksamen Decken- und Dachelemente werden entsprechend den Grundrissanforderungen und der Statik verlegt und bieten alle nur denkbaren Gestaltungsmöglichkeiten.
Über die Treppe entlang einer feuerroten Wand führt der Weg ins OG. Um eine Ankleide- und Verteilerzone herum gruppieren sich zwei Badezimmer und vier gleichberechtigte Räume, die flexibel als Schlafzimmer, Gästezimmer, Hauswirtschaftsraum und Arbeitszimmer genutzt werden können. Das Studioatelier an der Ostseite des Gebäudes integriert eine Kochzeile und ein kleines Bad und wird sowohl vom OG als auch separat über eine Außentreppe erschlossen.
Während die Wandflächen innen weiß verputzt sind und so für eine neutrale Ansicht sorgen, ist an den Deckenflächen eine Besonderheit der Lignotrend-Systembauteile sichtbar: Die massiven Konstruktionsplatten haben eine einzigartige astfreie, besonders leicht und edel wirkende Oberfläche aus Weißtannenholz.
Architektur:
Archmark Hofstetter, Dipl.-Architekt Mark Hofstetter, Glarus, Ch
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