4. Ingenieuretag Baden-Württemberg

Resolution zur besseren Zusammenarbeit

In einer gemeinsamen Resolution fordern die Ingenieurkammer (INGBW) und die Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW) bessere Voraussetzungen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit beim Bau-Planungsprozess. Die Resolution wurde am 21. Juni am Ende des vierten Ingenieuretags Baden-Württemberg in Stuttgart unterzeichnet. 

Bessere Zusammenarbeit beim Bau- und Planungsprozss: Innenminister Thomas Strobl erhält von INGBW-Präsident Prof. Dr.-Ing. Stephan Engelsmann (links) und AKBW-Präsident Markus Müller (rechts) die Resolution. Bild: Daniel Maurer

Innenminister Thomas Strobl erhält von INGBW-Präsident Prof. Dr.-Ing. Stephan Engelsmann (links) und AKBW-Präsident Markus Müller (rechts) die Resolution. Bild: Daniel Maurer

Auf dem anschließenden Parlamentarischen Abend der INGBW übergaben die Präsidenten der beiden Kammern – Prof. Dr.-Ing. Stephan Engelsmann für die Ingenieure und Markus Müller für die Architekten – die Resolution dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Thomas Strobl.

Der Planungsprozess beim Bau ist nicht erst seit heute interdisziplinär. Gemeinsam planen und bauen Architekten und Bauingenieure, Stadtplaner und Verkehrsplaner, TGA-Ingenieure, Vermessungsingenieure, Brandschutzplaner, Bauphysiker, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und viele andere Vertreter unterschiedlicher Disziplinen. „Nur durch eine professionelle Kooperation kann das von Auftraggeberinnen und Auftraggebern erwartete optimale Ergebnis entstehen“, betonten die beiden Präsidenten. Dass Handlungsbedarf bestehe, belegten zahlreiche zum Teil prominente Beispiele aus der Baupraxis.

In der Resolution heißt es: „Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kooperation und Zusammenarbeit lassen sich auf den verschiedensten Ebenen schaffen: durch die frühzeitige Beauftragung aller erforderlichen Planungsdisziplinen durch die Bauherrschaft, durch die Fähigkeit zur Kommunikation und die Kenntnis benachbarter Fachgebiete sowie durch das gegenseitige Verständnis zwischen allen am Planen und Bauen Beteiligen.“

Ziel müsse eine Planung aller Disziplinen „auf Augenhöhe“ sein, unterstrich Engelsmann. Müller verwies darauf, dass bereits die klassischen Baumeister früherer Zeiten Architekten und Ingenieure gleichermaßen gewesen seien. Die Grundlagen einer Kooperationsfähigkeit müssten bereits in der Ausbildung gelegt werden.

Die Ingenieurkammer und die Architektenkammer plädieren deshalb dafür, die interdisziplinäre Vernetzung der Studiengänge zu stärken sowie gemeinsame Studieninhalte zu fördern. Sie appellieren an die Verantwortung von Universitäten, Hochschulen und Akademien, bei der Ausbildung junger Architekten und Ingenieure sowohl dem wissenschaftlichen und künstlerischen Bildungsauftrag als auch den aktuellen Herausforderungen der Berufspraxis gerecht zu werden. Die beiden Kammern haben angeboten, den Hochschulen jederzeit als Gesprächspartner aus der Praxis zur Verfügung zu stehen.

Die Architektenkammer und Ingenieurkammer Baden-Württemberg vertreten rund 27 000 Architekten und Ingenieure in Baden-Württemberg.