Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt (DAM)

Frau Architekt – Frauen im Architekturberuf

Die Ausstellung "Frau Architekt" ist ab 30. September 2017 im Architekturmuseum Frankfurt (DAM) zu sehen. M. Schütte-Lihotzky, Porträtzeichnung von Lino Salini (1927). © Lino Salini

Die Ausstellung „Frau Architekt“ ist ab 30. September 2017 im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt (DAM) zu sehen. M. Schütte-Lihotzky, Porträtzeichnung von Lino Salini (1927). © Lino Salini

Die Ausstellung „Frau Architekt“ erzählt die Architekturgeschichte neu – aus der Perspektive von Frauen, die seit über hundert Jahren die Architektur prägen und dabei immer mehr aus dem männlichen Schatten treten. Die Ausstellung ist von 30. September 2017 bis 8. März 2018 im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt (DAM) zu sehen.

„Frau Architekt“ erzählt das Thema exemplarisch in 22 Porträts, Werkbeispielen und persönlichen Geschichten von Frauen in Deutschland, die die Architektur maßgeblich beeinflusst haben bzw. bis heute prägen. Die Ausstellung beginnt bei Emilie Winkelmann, die 1907 als erste Frau ein Architekturbüro in Deutschland gegründet hat, spannt den Bogen bis zur Wiedervereinigung und nimmt schließlich das Schaffen von Architektinnen der Nachwendezeit in Berlin und den neuen Bundesländern in den Blick.

Neben Porträts, Modellen, Plänen, Zeichnungen und authentischen Objekten kommen in der Ausstellung „Frau Architekt“ eine Reihe von Architektinnen  selbst zu Wort. Dazu wird das „Haus im Haus“ – von Oswald Matthias Unger dem DAM als programmatisches Herzstück eingeschrieben – in ein „Frauenzimmer“ verwandelt, das u.a. als Kino fungiert. In acht filmischen Kurzporträts werden Architektinnen vorgestellt – Zeitzeuginnen seit den 1930er Jahren. Sie alle sprechen über Themen, die Frauen in der Architektur bis heute bewegen. Geboren zwischen 1930 und 1995, berichten die Architektinnen über ihre Erfahrungen, die sie in diesem Beruf gemacht haben – von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart, in der DDR, der BRD und dem wiedervereinigten Deutschland: ein breites Spektrum unterschiedlicher beruflicher Schwerpunkte sowie Jahrzehnte geballter Berufs- und Lebenserfahrung im männerdominierten Architekturberuf.

Begleitende Filmreihen, Werkberichte ausgewählter Architektinnen, Erzählcafés mit Architektinnen der ersten Stunde, Podiumsgespräche zur gegenwärtigen Gender-Lage in der Architektur, Werkstattreihen und eine Pecha-Kucha-Night ergänzen die Ausstellung. Das detaillierte Rahmenprogramm wird in Kürze veröffentlicht.

„Frau Architekt“ möchte Frauen in der Architektur mehr Sichtbarkeit verschaffen und sie aus der Anonymität, dem männlichen Schatten herausholen. Zwar sind inzwischen weit mehr als die Hälfte aller Studierenden an den Architekturfakultäten Frauen. Allerdings kommen längst nicht alle auch wirklich im Beruf an – die „missing group“ beträgt weit mehr als 20 Prozent. Heute erreichen mehr Frauen als früher leitende Positionen – als Partnerinnen in Architekturbüros, als Stadtbaurätinnen, als Hochschullehrerinnen, als Präsidentinnen von Architektenkammern –, an dem Geschlechter-Missverhältnis in der Architektur ändern solche Karrieren jedoch wenig. Nur die wenigsten schaffen den Sprung in die erste Reihe – bei der Gründung von Büros oder der Besetzung einflussreicher Stellen ist Architektur noch immer Männersache.

Titel der Ausstellung: Frau Architekt. Seit über 100 Jahren: Frauen im Architekturberuf

Ausstellungsort: Deutsches Architekturmuseum Frankfurt (DAM), Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt am Main

Dauer der Ausstellung: 30. September 2017 bis 8. März 2018

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