Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)

Botanic Horizon gewinnt DGNB Sustainability Challenge

Botanic Horizon, ein vertikales Gartensystem, das an Gebäudefassaden genauso wie im Innenbereich eingesetzt werden kann, ist der Sieger der zweiten DGNB Sustainability Challenge. Die von den Firmen Boxom und B+M Textil entwickelte Lösung besteht aus mit Saatgut befüllten Schnüren sowie einem vertikalen Bewässerungssystem. Mit der Sustainability Challenge zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zum zweiten Mal Projekte aus, die auf innovative Weise dazu beitragen, die Nachhaltigkeit der gebauten Umwelt zu erhöhen.

Niklas Weisel, Geschäftsführer der Boxom GmbH und Erfinder des Botanic Horizon. Bild: DGNB

Dr. Anna Braune (Leiterin Forschung und Entwicklung DGNB) mit dem Gewinner der DGNB Sustainability Challenge Niklas Weisel (Geschäftsführer Boxom GmbH). Bild: DGNB

„Wir müssen das Thema Landwirtschaft stärker in die Städte bekommen. Gelingen kann das über die Fassaden, die gewissermaßen die letzten brachliegenden Flächen von Gebäuden sind“, sagt Niklas Weisel. Er ist Geschäftsführer der beiden Unternehmen und gleichzeitig Entwickler des Botanic Horizon. Neben den vielfältigen Pflanzenkombinationen unterscheidet sich Botanic Horizon von herkömmlichen Fassadenbegrünungen durch die variablen Einsatzmöglichkeiten, eine flexible Anbringung sowie eine einfache Demontage. Die Gärten sollen neue, natürliche Lebensräume im Außen- und Innenbereich zur Verfügung stellen und langfristig einen Beitrag zu einer höheren Lebensqualität sowie zur Selbstversorgung in Städten leisten.

Die zweite DGNB Sustainability Challenge stand unter dem Motto „Positive Impact“.

„Wir müssen wegkommen vom Verursacher-Denken und aufzeigen, wie der Baubereich positive Beiträge für die globalen Herausforderungen wie den Klimaschutz oder die Ressourcenknappheit leisten kann“, sagt Dr. Anna Braune, Leiterin Forschung und Entwicklung bei der DGNB. „Dafür braucht es Innovation, im Kleinen wie im Großen. Ideen, wie wir sie bei der DGNB Sustainability Challenge präsentiert bekommen haben.“

Hinter dem Botanic Horizon auf Platz zwei kam Dachfarm Berlin. Das Projekt macht das Potenzial ungenutzter Gebäude- und Dachflächen nutzbar – zum professionellen Anbau von Nutzpflanzen sowie für partizipative Gemeinschaftsgärten. Auf den dritten Platz gewählt wurden die organischen Photovoltaik-Lösungen von Opvius aus Nürnberg. Diese nutzen eine spezielle Technologie, um Strom in dünnen Kunststofffolien zu erzeugen. Diese Folien lassen sich ganz einfach in Gebäude oder Produkte unterschiedlicher Art integrieren.

Der Termin für die kommende DGNB Sustainability Challenge steht bereits fest: Diese findet am 26. Oktober 2017 im Rahmen des DGNB Hochschultages in Bremen statt. Bewerbungen sind über die Website der DGNB möglich.

Zur DGNB: 2007 gegründet, ist die DGNB heute mit rund 1 200 Mitgliedsorganisationen Europas größtes Netzwerk für nachhaltiges Bauen. Ziel des Vereins ist es, Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft zu fördern und im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Mit dem DGNB Zertifizierungssystem hat die unabhängige Non-Profit-Organisation ein Planungs- und Optimierungstool zur Bewertung nachhaltiger Gebäude und Quartiere entwickelt, das dabei hilft, die reale Nachhaltigkeit in Bauprojekten zu erhöhen. Dabei fußt das DGNB System auf einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis, das die Umwelt, den Menschen und die Wirtschaftlichkeit gleichermaßen einbezieht. Über die Fort- und Weiterbildungsplattform DGNB Akademie wurden zudem bereits mehr als 3 000 Personen in über 30 Ländern zu Experten für nachhaltiges Bauen qualifiziert.

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