Baumhotel in Schwedisch Lappland

Seit Ende Januar können Besucher des kleinen Ortes Harads in Schwedisch Lappland ein weiteres Baumhotel beziehen. Das neueste architektonische Meisterwerk, „The 7th Room“, ragt zehn Meter in die Höhe. Den Unterboden ziert ein riesiges Foto. Dies ist der Blick, den man an dieser Stelle hatte, bevor das Haus gebaut wurde.

Bis zu fünf Gäste wohnen im Baumhotel in luftiger Höhe auf 75 Quadratmeter Fläche. Auf eine Terrasse hat Architekt Snøhetta verzichtet. Stattdessen jonglieren die Gäste über ein Netz – übrigens ein deutsches Fabrikat. Ganz Mutige schlafen hier, auf dieser Grenze zwischen Himmel und Erde.

Auch die anderen sechs Gebäude des Ensembles lassen die Augen vor Erstaunen und Überraschung größer werden: Hier wohnt man in einem Ufo, einem Vogelnest oder einem komplett verspiegelten Häuschen, dessen sechs Tonnen Gewicht von einer starken Kiefer getragen werden. Die Betreiber Britta Jonsson Lindvall und ihr Mann Kent Lindvall beweisen mit ihrem ungewöhnlichen Konzept viel Witz: So nennen sie ein anderes Baumhaus, übrigens behindertengerecht, „The Blue Cone“. Dabei ist es gar nicht blau, sondern komplett rot angemalt.

Mit ähnlichem Spaß und Sinn fürs Detail betreiben die beiden seit 2004 das „Mutterhaus“ des Treehotel: Britta’s Pensionat. Das einstige Altersheim aus dem Jahr 1931 verwandelten sie in ein Boutique-B&B ganz im Stil der Vierziger und Fünfziger. Die ehemalige Krankenschwester Britta und der ehemalige Lehrer Kent verwöhnen ihre Gäste hier mit lokaler Küche und dem besonderen „Je ne sais quoi“. Kein Wunder also, dass sie schon mehrfach ausgezeichnet wurden. „Wir möchten nur, dass sich unsere Gäste wie zuhause fühlen“, sagt Britta bescheiden.

Organische Formen, skandinavisches Holz und Textilien bestimmen das Interieur des neuen „Siebten Raumes“. Nachhaltigkeit wurde dabei groß geschrieben: Die Fassade besteht aus einer schwarzen, verkohlten Holzfläche und kommt so ganz ohne chemische Imprägnierung aus. Die Spezialdusche benötigt nur fünf Liter Wasser. Wer länger duscht, steht dann aber nicht eingeseift und ohne Wasser da. Ein automatischer Filter reinigt in einem geschlossenen Kreislauf das benötigte Wasser für die weitere Säuberung. Große Panoramafenster nach Norden und Oberlichter in den Schlafzimmern erlauben es den Gäste, die Polarlichter zu beobachten.

Längst heckt Kent schon wieder ein neues Projekt aus und zeigt verschwörerisch seine Skizzen. Ein neues Hotel wird entstehen – schwimmend auf dem Fluss. Nachhaltig, architektonisch außergewöhnlich und natürlich wieder mit viel Liebe gestaltet.

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